Steuerhinterziehung Bayern-Präsident Hoeneß muss vor Gericht

Es geht um den Vorwurf der Steuerhinterziehung: Nach Angaben des Landgerichts München muss sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor Gericht verantworten. Der Prozess beginnt im kommenden März.

AFP

München - FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß muss vor Gericht. Das Landgericht München II ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung unverändert zur Hauptverhandlung zu, wie das Oberlandesgericht München am Montag mitteilte. Der Prozess beginnt demnach im März.

Das Gericht setzte für das Verfahren vier Verhandlungstage an. Bislang sei vorgesehen, vier Zeugen zu vernehmen. In der Anklage legt die Staatsanwaltschaft dem 61-jährigen Hoeneß Steuerhinterziehung zur Last. Weitere Einzelheiten wollte das Gericht am Montag nicht mitteilen und begründete dies mit "besonderen Geheimhaltungspflichten in Steuerstrafverfahren".

"Konto zum Zocken"

Der Bayern-Präsident soll über ein heimliches Konto in der Schweiz Steuern in Höhe von 3,2 Millionen Euro hinterzogen haben. Hoeneß hatte beim Finanzamt Anfang des Jahres Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet (die Chronologie des Falls im Überblick).

Die Selbstanzeige war allerdings fehlerhaft, weshalb die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Steuerhinterziehung erhob. Der Fall löste eine breite öffentliche Diskussion über das Thema Steuerehrlichkeit aus.

Hoeneß selbst äußerte sich bislang sehr zurückhaltend zu den Vorwürfen. Der "Zeit" sagte er im Mai, er habe in den Jahren 2002 bis 2006 exzessiv an der Börse spekuliert. Für diesen Zweck habe er ein Schweizer Konto eingerichtet, das als "Konto zum Zocken" fungierte. Das Konto habe er ausschließlich privat genutzt.

Aufsichtsrat beruft sich auf Rechtsgutachten

Der FC Bayern und Sponsoren wie Adidas, Volkswagen und die Deutsche Telekom haben sich bislang geschlossen hinter Hoeneß gestellt. Am Montag teilte der Aufsichtsrat des Rekordmeisters mit, dass sich daran nichts geändert hat. "Trotz der nun erfolgten Eröffnung des Hauptverfahrens" solle Hoeneß sein Amt weiter ausüben. Das sei "einvernehmlich" die Position des Aufsichtsrats, heißt es einer Pressemitteilung.

Das Kontrollgremium habe ein "Rechtsgutachten über die Pflichtenlage des Aufsichtsrats eingeholt", um seine Entscheidung vorzubereiten. Dies sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es im Ermessen der Aufsichtsratsmitglieder liege, "Hoeneß keinen Amtsverzicht nahezulegen, sondern ihm das Vertrauen für die Fortführung seines Amtes auszusprechen".

Maßgeblich für diese Entscheidung seien Hoeneß' "hervorragende Verdienste um den FC Bayern München". Er sei eine wichtige Führungspersönlichkeit und werde "von einer überwältigenden Mehrheit der Mitglieder unterstützt".

Weiter heißt es laut dem Aufsichtsrat in dem Gutachten, die Vorstellung, dass die Vorstandsmitglieder großer deutscher Unternehmen eine "Zero Tolerance"-Politik durchsetzen müssten, sei "fehlerhaft". Eine solche Verpflichtung gebe es in börsennotierten Aktiengesellschaften nicht, und "schon gar nicht gebe es sie im Hinblick auf Pflichtverletzungen im Privatbereich".

cte/AFP/Reuters

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insgesamt 287 Beiträge
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Seite 1
Freidenker10 04.11.2013
1. optional
Und was wird da wohl im Amigo-Ländle rauskommen? Der Prozess musste auf öffentlichem Druck stattfinden, aber die Verhandlung wird mit einer Geldauflage enden! Jede Wette!
Andr.e 04.11.2013
2. Eilmeldung...
Zitat von sysopEs geht um den Vorwurf der Steuerhinterziehung: Nach Angaben des Landgerichts München muss sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor Gericht verantworten. Der Prozess beginnt im kommenden März. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bayern-praesident-hoeness-muss-vor-gericht-a-931596.html
Mir stellt sich mal wieder die Frage: Was ist eigentlich eine Eilmeldung?
eaglereno 04.11.2013
3. Wurde auch
langsam Zeit.
Ollie_ 04.11.2013
4.
Ok. Das ist für mich jetzt nicht die große Überraschung. Gespannt bin ich jedoch, wie die Summe der hinterzogenen Steuern ausfallen wird. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Millionengrenze nicht geknackt wird. ;-)
itsjustbtmg 04.11.2013
5.
Hoffentlich gibt es eine Bewährungsstrafe.
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