Altlast aus der Finanzkrise BayernLB verkauft Milliarden-Portfolio riskanter Papiere

Die BayernLB ist ihren größten Problembrocken los: Die Bank hat ein Portfolio riskanter Wertpapiere verkauft - im Wert von 6,5 Milliarden Euro. Unklar bleibt, ob das Land Bayern nun für Verluste geradestehen muss.

BayernLB-Zentrale in München (Archivbild): Deal mit internationalen Investoren
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BayernLB-Zentrale in München (Archivbild): Deal mit internationalen Investoren


München - Die BayernLB ist eine ihrer letzten Altlasten aus der Finanzkrise losgeworden. Ein zuletzt noch 6,5 Milliarden Euro schweres Portfolio komplexer Hypothekenpapiere, das sogenannte ABS-Portfolio, sei vollständig verkauft worden, sagte ein Sprecher der Landesbank.

Internationale Investoren hätten zugegriffen, gab der Sprecher bekannt. Er wollte nicht sagen, inwieweit das Land nun für mögliche Verluste aus dem Verkauf geradestehen muss. Das Portfolio, das die Landesbank 2008 an den Rand des Abgrunds geführt hatte, ist mit einer Garantie des Freistaats Bayern über 4,8 Milliarden Euro abgesichert, für die die Bank Gebühren zahlt.

Die faulen ABS-Hypothekenpapiere und der Milliarden-Fehlkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) hatten der BayernLB Milliardenverluste eingebrockt. Im Prozess um das HGAA-Desaster wurde der frühere BayernLB-Chef Werner Schmidt am Montag zu einer Bewährungsstrafe verurteilt: Er hat eine Bestechung eingeräumt.

Allein das ABS-Portfolio mit einem Volumen von ursprünglich mehr als 20 Milliarden Euro musste mit Garantien von sechs Milliarden Euro abgeschirmt werden. Davon stammten 1,2 Milliarden Euro von der BayernLB als Selbstbehalt.

Die BayernLB muss auf Druck der EU bis 2019 noch rund vier Milliarden Euro an das Land zurücküberweisen. Der Freistaat war der Landesbank mit einer Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro und der Garantie zur Seite gesprungen. Aus der Garantie sind dem Freistaat bisher keine Zahlungsverpflichtungen entstanden.

Der Wert des ABS-Portfolios hängt unter anderem von der Entwicklung der US-Immobilienmärkte ab. Der US-Häusermarkt hat sich erholt, deshalb muss die zweitgrößte deutsche Landesbank die Garantien vermutlich nicht voll in Anspruch nehmen.

Erst kürzlich hatte sich auch die Landesbank Baden-Württemberg von ihrem milliardenschweren Portfolio mit strukturierten Wertpapieren getrennt. Die BayernLB hatte im Sommer ein weiteres Problem aus dem Weg geschafft und die teure ungarische Tochter MKB an den ungarischen Staat abgegeben. Für dieses Jahr stellt sich die Bank auf einen Verlust ein, weil der MKB-Verkauf auf die Bilanz drückt.

bos/dpa/Reuters



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