Erotikhändler Beate Uhse meldet Insolvenz an

Dem Erotikhändler Beate Uhse droht die Zahlungsunfähigkeit, das Unternehmen stellt deshalb Insolvenzantrag. Firmenchef Michael Specht hofft dennoch auf eine Rettung.

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Der Erotikhändler Beate Uhse will Insolvenz beantragen. Das Unternehmen will sich nun in Eigenregie sanieren, wie die Beate Uhse AG in Flensburg mitteilte. Das Unternehmen kämpft trotz hoher Bekanntheit seiner Marke seit Jahren mit Imageproblemen, rückläufigen Umsätzen und anhaltenden Verlusten.

Hintergrund des Insolvenzantrags sind gescheiterte Bemühungen, eine Umschuldung von Verbindlichkeiten in Höhe von 30 Millionen Euro zu erreichen. Dabei sei keine Einigung mit den Gläubigern erzielt worden.

Daher habe die Zahlungsunfähigkeit der Beate Uhse AG gedroht. Mit Blick auf das angestrebte Insolvenzverfahren sagte Vorstandschef Michael Specht: "Wir haben damit einen Weg eingeschlagen, bei dem wir sehr zuversichtlich sind, die Unternehmensgruppe als Ganzes sanieren zu können."

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Insolvenz von Beate Uhse: Ende Legende

Dass Beate Uhse in größeren Schwierigkeiten steckt, war schon länger bekannt. Das Unternehmen hatte mehrfach die Vorlage des Jahresberichts für 2016 verschieben müssen und Umsatz- und Gewinnprognosen nach unten korrigiert. Der erst im April berufene Vorstandsvorsitzende Specht hatte im Juni seinen Finanzchef gefeuert und mit einer Unternehmensberatung den Finanzbereich und das Rechnungswesen gründlich durchleuchtet.

Die Finanzaufsicht BaFin hat Beate Uhse bereits Zwangsgelder in Höhe von 220.000 Euro angedroht, weil das Unternehmen Hinweispflichten, die eine Aktiengesellschaft nach dem Wertpapierhandelsgesetz hat, nicht nachgekommen ist.

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beb/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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rooonbeau 15.12.2017
1. Erstaunlich...
Wie schlecht muss man gemanagt haben um in solch einer expandierenden Branche Insolvenz anmelden zu müssen. Noch dazu bei dieser Bekanntheit des Namens.. Es wurden bestimmt noch nie soviel Dildos und sonstiges Erotikzeugs verkauft wie heut zu Tage..
ironbutt 15.12.2017
2. Ihr müsst die Läden schliessen und euer Online-Profil schärfen
Der Erfolg von Beate Uhse lag im Katalog, der Auswahl zuhause und dem "anonymen" Versand. Wenn ich das heute will, fallen mir drei Online-Spezalisten ein, die permanent im TV werben. An Beate Uhse oder Orion denkt kein Mensch mehr, weil ... der Name nicht mehr auftaucht.
Onkel Drops 15.12.2017
3. tja eindeutig das Neuland Internet verschlafen,
andere rückten nach und haben das geboten was Uhse nicht wollte. mehr Auswahl plus günstigere Preise. das Schmuddelimage ist eh lange weg und bis zum nächsten Uhse Laden ein langer Weg. ( ein schlichtes Paket per Nachnahme aus Flensburg ist wie diskret haha). wer in der Marktwirtschaft schläft der hat erst nur den Orion Konkurrenten, mit dem Internet aber kamen sie in Masse!!! da gab es bessere Preise, mehr Auswahl und das alles diskret von daheim, ohne dem Nachbarn im Sexshop zu begegnen!!! lag nicht am Kunden...
c.PAF 15.12.2017
4.
Zitat von ironbuttDer Erfolg von Beate Uhse lag im Katalog, der Auswahl zuhause und dem "anonymen" Versand. Wenn ich das heute will, fallen mir drei Online-Spezalisten ein, die permanent im TV werben. An Beate Uhse oder Orion denkt kein Mensch mehr, weil ... der Name nicht mehr auftaucht.
Sehe ich auch so, Onlinegeschäft komplett verpennt. Zudem lasse ich mir gewisse Preisunterschiede durchaus eingehen, aber wenn ein und dieselbe Ware bei Beate Uhse mehr als doppelt so teuer ist wie z.B. bei Eis.de, dann muß das Geschäft zwangsläufig einbrechen.
dasfred 15.12.2017
5. zu Nr. 1
Ein großer Umsatzträger war früher das Video Geschäft und das ist durch das Internet praktisch zum erliegen gekommen. Auch die Handelsspanne bei den Spielzeugen ist durch die Konkurrenz stark geschrumpft. Erotikwäsche gibt es mittlerweile überall. Das Unternehmen ist zu schwerfällig gewesen und hat neue Trends verpasst. Über massive Managementfehler wird nun auch schon seit vielen Jahren berichtet.
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