Stefan Heidenreich Beiersdorf-Chef verlässt das Unternehmen - Aktie bricht ein

Nach dem Finanzvorstand muss auch der Firmenchef gehen. Der Vertrag von Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich wird nicht verlängert. Der Abgang sorgt an der Börse für Verunsicherung.

Beiersdorf-Zentrale in Hamburg
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Beiersdorf-Zentrale in Hamburg


Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich verlässt den Kosmetikhersteller. Die Aktie des Hamburger Unternehmens gab daraufhin um mehr als fünf Prozent nach und notierte auf dem tiefsten Stand seit mehr als vier Wochen.

Der Aufsichtsrat habe sich mit dem 55-Jährigen "freundschaftlich" auf die Beendigung des Vorstandsmandats spätestens zum Ende der bis zum 31. Dezember 2019 laufenden Amtsperiode verständigt, teilte das Unternehmen mit. Heidenreich werde gegebenenfalls früher gehen, wenn ein Nachfolger gefunden sei. Der Manager stand fast sieben Jahre an der Spitze des Nivea-Herstellers.

Analysten verwiesen darauf, dass vor Kurzem bereits der Vertrag von Finanzvorstand Jesper Andersen unerwartet nicht verlängert worden war. Für Andersen zieht mit Dessi Temperley erstmals eine Frau in den Vorstand.

Mehr Zeit fürs Privatleben

Über ein vorzeitiges Ausscheiden von Heidenreich, der das Unternehmen in den vergangenen Jahren erfolgreich geführt hat, war zuletzt wiederholt spekuliert worden.

Medien berichteten über angebliche Meinungsverschiedenheiten mit der Familie Herz, die über die Tchibo-Mutter Maxingvest die Mehrheit an dem Hamburger Traditionsunternehmen hält. Sowohl Beiersdorf als auch die Familienholding dementierten dies. Heidenreich selbst ließ erkennen, dass er andere Schwerpunkte setzen und auch mehr Zeit für sein Privatleben haben wolle.

Heidenreich war im Oktober 2011 von der auf Babynahrung und Konfitüren spezialisierten Hero-Gruppe zu Beiersdorf gekommen und rückte im April 2012 an die Unternehmensspitze.

Erfolg in China

Er baute das Unternehmen in den vergangenen Jahren um, erhöhte die Präsenz in schnell wachsenden Märkten wie Südamerika und Indien. Mehr als die Hälfte des Umsatzes von zuletzt gut sieben Milliarden Euro stammt inzwischen aus Schwellenländern, wo die aufstrebende Mittelschicht sich immer mehr Kosmetikartikel leisten kann.

Auch die Probleme in China, wo Beiersdorf nach dem Fehlkauf der Haarpflegemarke C-Bons lange mit der Sanierung zu tun hatte, hat Heidenreich in den Griff bekommen. Dort hat das Unternehmen dank neuer Produkte den Marktanteil gesteigert und liegt damit näher bei den Rivalen. Dazu trug bei, dass Beiersdorf auch dort stärker auf den Onlinehandel setzt. Auch bei der Ertragskraft hat der Konzern zu Konkurrenten wie L'Oreal, Unilever und Procter & Gamble aufgeschlossen und einige Wettbewerber sogar überholt.

brt/Reuters



insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
MPS 22.06.2018
1. Eigentlich kaum vorstellbar
Heidenreich war immer "ein harter Hund", aber fokussiert, soweit ich das mitbekommen habe aber gradlinig und für BDF auch erfolgreich. Was wollen die denn mehr?
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