Belästigungsvorwurf Ex-Hewlett-Packard-Chef einigt sich mit Mitarbeiterin

Der Belästigungsvorwurf ist ad acta gelegt - doch der Job ist weg. Der ehemalige Chef von Hewlett-Packard, Mark Hurd, hat einen Tag nach seinem Rücktritt eine Einigung mit der früheren Subunternehmerin erzielt. Mit der Frau hatte Hurd eine Affäre gehabt.

Mark Hurd: "Die Sache mit der Frau geregelt"
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Mark Hurd: "Die Sache mit der Frau geregelt"


San Francisco - Der zurückgetretene Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd hat nach Information der Nachrichtenagentur Reuters eine rechtliche Einigung mit der Frau erzielt, die ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen hatte.

Die frühere HP-Subunternehmerin habe zudem zugestimmt, Rechtsansprüche gegen den weltgrößten Computerhersteller fallenzulassen, sagten mit dem Vorgang Vertraute am Samstagabend. "Mark hat die Sache mit der Frau geregelt", sagte ein Insider. Hurd war für die Stellungnahme nicht zu erreichen, die Anwältin der Frau wollte sich nicht äußern.

Der im Unternehmen beliebte Vorstandschef war am Freitag überraschend zurückgetreten. Eine Untersuchung habe ergeben, dass Hurd eine "enge persönliche Beziehung" zu einer Geschäftspartnerin eingegangen sei, die auch zu unzulässigen Zahlungen geführt habe, teilte der Konzern mit. Hurd habe es "deutlich an Urteilsvermögen mangeln lassen", lautete die Einschätzung von HP-Chefjustiziar Michael Holston.

Laut der "New York Times", die sich auf Aussagen aus dem Umfeld von HP bezieht, hatte Hurd die Frau nach zwei Gesprächen persönlich beauftragt. Schon beim zweiten Mal hätten die beiden sich zum gemeinsamen Abendessen getroffen - und anschließend im selben Hotel übernachtet.

Zwischen dem Herbst 2007 und dem Herbst 2009 habe die Frau für das Unternehmen diverse Termine in den Vereinigten Staaten, in Europa und Asien wahrgenommen. Nach den Veranstaltungen habe sie oft allein mit Hurd zu Abend gegessen. Pro Termin habe sie zwischen tausend und 10.000 Dollar kassiert.

Bei seiner Spesenabrechnung habe Hurd die Frau aber verschwiegen - und stattdessen angegeben, er habe allein oder mit einer anderen Person am Tisch gesessen. Das wurde ihm letztlich zum Verhängnis. Um die Summe an sich - es sollen maximal 20.000 Dollar gewesen sein, ging es dabei nicht. Das Vertrauen sei zerstört, führte Chefjustiziar Holston aus. "Es hatte nichts mit den Dollar zu tun."

Die Affäre flog auf, als die Frau Ende Juni den HP-Chef bezichtigte, sie sexuell belästigt zu haben. Die Firma startete Ermittlungen. Warum die ehemalige Mitarbeiterin Hurd anschwärzte, ist unklar. Über sie ist nichts weiter bekannt. Der Verdacht der sexuellen Belästigung stellte sich jedenfalls als haltlos heraus.

abl/dpa/Reuters



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