Verbrauchertäuschung Pestizide in niedersächsischer Öko-Hühnerfarm entdeckt

Legehennen haben in einem Öko-Betrieb in Niedersachsen Futtermittel mit Pestiziden gefressen. Verbraucher sind anscheinend nicht gefährdet.

Legehennen in einem Betrieb in Bergen (Archiv): Pestizide in Futtermittel entdeckt
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Legehennen in einem Betrieb in Bergen (Archiv): Pestizide in Futtermittel entdeckt


Hannover - In einem Öko-Eierbetrieb in Niedersachsen sind Pestizide entdeckt worden. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit habe in dem Futter eines Legehennen-Betriebs Rückstände der Pflanzschutzmittel Thiomethoxam und Fungizid Metalaxyl nachgewiesen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf das Agrarministerium in Hannover.

Dem betroffenen Betrieb, dessen Standort zunächst nicht genannt wurde, wurde der Verkauf von Öko-Eiern für sechs Wochen verboten.

Das Ministerium geht von einer Verbrauchertäuschung aus: Bei der Produktion von Öko-Eiern dürfen Hühner nach einer EU-Verordnung nur mit unbelastetem Biofutter gefüttert werden. Der Betrieb müsse nun seine Abnehmer über die falsche Deklarierung informieren und die Händler auffordern, noch verfügbare Eier aus den Regalen zu nehmen.

Ob weitere niedersächsische Hühnerfarmen das belastete Futter verfüttert haben, soll eine Untersuchung von insgesamt 18 Betrieben ans Licht bringen - sie wurden aus derselben Charge beliefert. Mit den Ergebnissen werde in den nächsten Tagen gerechnet, teilte das Ministerium mit. Allen betroffenen Betrieben wurde vorsorglich untersagt, Bio-Eier zu vermarkten.

Die Kontamination geht offenbar auf eine Lieferung von Bio-Presskuchen aus Sonnenblumenkernen zurück, der aus der Ukraine über Rotterdam und verschiedene Futtermittelunternehmen seinen Weg nach Niedersachsen gefunden hat. Gefahr für die Verbraucher geht dem Landesamt für Verbraucherschutz zufolge aber nicht aus.

daf/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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jens-o-mat 19.12.2014
1. Billig-Bio aus dem Süden und Osten
Die günstigsten Bio-Produkte kommen oft aus Italien, Bulgarien und Rumänien. Und anscheinend auch aus der Ukraine. Diese Länder sind mir weder bekannt für Umweltschutz noch für effiziente staatliche Kontrolle. Deshalb bitte dort besonders oft und genau hinsehen, liebe deutsche Behörden.
nick115 19.12.2014
2. is klar
"Die Kontamination geht offenbar auf eine Lieferung von Bio-Presskuchen aus Sonnenblumenkernen zurück, der aus der Ukraine über Rotterdam und verschiedene Futtermittelunternehmen seinen Weg nach Niedersachsen gefunden hat." Aha....Bio aus der Ukraine...wer kontrolliert da eigentlich, ob die Bio Richtlinien einhalten? Die prorussischen Kämpfer?
zerr-spiegel 19.12.2014
3. Und passieren wird wieder nichts.
Und passieren wird wieder nichts. Weiter so wie bisher bis zum nächsten Skandal.
jasager25 19.12.2014
4. aus der Ukraine...
aus der Ukraine also...so wie auch viele undeklarierte Äpfel und Apfelsaftkonzentrate.Wer will uns da vergiften, wo doch das politische Establischment die ukrainischen Politiker so sehr unterstützt.
oecher 19.12.2014
5. Eine Gefahr für den Verbraucher
gibt es seltsamerweise doch nie . . .
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