Beluga-Insolvenz Kritik an US-Finanzinvestor Oaktree

Finanzfachleute halten die Insolvenz der Bremer Beluga-Reederei für einen großen Fehler. Ohne Not sei "ein Weltmarktführer zertrümmert" worden, sagte der Chef des Emissionshauses HCI dem SPIEGEL. Die Schuld geben die Experten dem Finanzinvestor Oaktree.

Beluga-Reederei: "Schon größere Schiffskrisen bewältigt"
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Beluga-Reederei: "Schon größere Schiffskrisen bewältigt"


Bremen - Die Insolvenz der Bremer Beluga-Reederei war nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden des Emissionshauses HCI überflüssig. "In Bremen hat man innerhalb von drei Wochen einen Weltmarktführer zertrümmert", sagt HCI-Chef Ralf Friedrichs dem SPIEGEL. Friedrichs ist der festen Überzeugung, dass man Beluga nicht in die Insolvenz hätte treiben müssen. "Wir haben in den vergangenen Jahren schon größere Schiffskrisen bewältigt."

Das Emissionshaus HCI hatte in der Vergangenheit mehr als 20 Beluga-Schiffe an Kapitalanleger vermittelt. Der US- Finanzinvestor Oaktree, dem 49,5 Prozent von Beluga gehören, hatte Anfang März den Schiffseignern eine Vereinbarung vorgelegt, nach der die Investoren drei Monate lang auf ihr Geld verzichten sollten, andernfalls werde man bei Beluga Insolvenz anmelden. "Da fühlten sich alle vor den Kopf gestoßen", sagt Friedrichs. HCI und weitere Anleger hatten nach diesem Treffen rund 50 Schiffe von Beluga abgezogen.

Auch Deutsche-Schiffsbank-Vorstand Werner Weimann kritisiert im SPIEGEL das Vorgehen von Oaktree gegenüber den Schiffseignern: "Das war eine nicht erfüllbare Ansage", so Weimann. "Oaktree hat die Situation falsch eingeschätzt."

Dem US-Finanzinvestor Oaktree gehören noch 16 Beluga-Schiffe. Internen Dokumenten zufolge plant Oaktree, diese Schiffe in einer neuen Reederei namens Hansa Heavy Lift fahren zu lassen. HCI-Chef Ralf Friedrichs hält es aber für ausgeschlossen, dass die Schiffseigner zu Oaktree zurückkehren. "Ich kann mir das im Moment nicht vorstellen", sagt Friedrichs. "Oaktree ist kein Schifffahrtsexperte."



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Sunwu 10.04.2011
1. Stolbersconi...
2005 stand die Beluga Shipping GmbH, bis dato inbegriff für Schiffskatastrophen, nach dem Untergang eines weiteren Beluga Schiffes, der BBC China vor Südafrika, vor dem wirtschaftlichen aus. Herr Koschorreck hat die Firma verlassen, Stolberg hat mit der Sea Acacemy, der Beluga Skysails und der Beluga School for Life eine Medienkampagne nach der anderen inszeniert, um Schiffsanteile seiner Katastrophenreederei an den Mann zu bringen und Gelder aufzutun, die diesem Mann 2005 kein vernünftiger Anleger mehr anvertraut hätte. Gegen Herrn Stolberg wird nun wegen des Verdachts auf schweren Betrug ermittelt... wegen unrichtiger Darstellung, also dem Verschleiern und falschen Informieren. Vor einigen Tagen drang nun aus UNBEKANNTER Quelle der Vorwurf an die Öffentlichkeit, dass Herr Stolberg Spendengelder veruntreut haben solle. Innerhalb kürzester Zeit stellt sich diese Meldung als falsch heraus, Herr Stolberg ist wieder sozial, und in den Medien.... Herr Stolberg ist natürlich ein Opfer...es ist wohl auch der Grund dafür, dass sein Kompagnion Koschorreck die Firma 2006 verlassen hat... Das Erbe Stolberg ist gewaltig. Und nur noch absurd. Die beste Frage wurde öffentlich allerdings noch nicht gestellt: WAS WAR SKYSAILS? Merkwürdig, das nach 3 Jahren keinerlei Bilder der Beluga Skysails mit Reisegeschwindigkeit fahrend existieren, und das mit Cargill nun trotzt des hohen Ölpreises kein Reeder Treibstoff auf See spart, sondern ein internationaler Produzent und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Nahrungsmittel, Landwirtschaft, Finanzen und der technischen Industrie. Cargill hat weder eigene Schiff, noch betreibt man selber welche. Aber man zelebriert Corporate Social Responsibility...wie Stolberg ist man halt grün und sozial ;)
livefor 10.04.2011
2. skysails
skysails: der drachen war bis heute 23 stunden in der luft, man hat aber von er EU 400,000/- zuschuss bekommen..
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