Lufthansa-Vorstand über BER "Das Ding wird abgerissen"

Milliardenkosten und immer neue Mängel: Lufthansa-Vorstand Dirks glaubt offenbar nicht mehr an den Hauptstadtflughafen BER - und sagt seinen Abriss voraus. Alles nicht so gemeint, behauptet der Konzern.

Hauptstadtflughafen BER
DPA

Hauptstadtflughafen BER


Die Lufthansa hat laut einem Medienbericht den Glauben an den neuen Berliner Flughafen verloren. "Meine Prognose ist: Das Ding wird abgerissen und neu gebaut", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" Lufthansa-Vorstand Thorsten Dirks.

Der Satz fiel demnach am Freitag auf dem "Unternehmertag am Tegernsee", wo Dirks, der für die konzerninterne Billigfluglinie Eurowings verantwortlich ist, geredet hatte.

Die Lufthansa will die Äußerung nun allerdings ganz anders verstanden wissen. "Thorsten Dirks hat die Aussage zum BER zugespitzt, um auf das Ausmaß der Probleme am Hauptstadtflughafen hinzuweisen", erklärte ein Eurowings-Sprecher in der Nacht zum Sonntag. "Selbstverständlich plädiert die Lufthansa Group nicht für einen Neubau des BER."

Fotostrecke

18  Bilder
BER: Die peinlichsten Pannen

Fest steht: Leicht haben es die Fluggesellschaften mit dem BER nicht gerade. Laut Dirks steht die Lufthansa vor dem Problem, dass ihre Ausstattung im Hauptstadtflughafen zwar installiert, nach jahrelanger Verzögerung der Eröffnung inzwischen aber bereits überholt sei.

Erst am Donnerstag hatte die Flughafengesellschaft bekannt gegeben, dass 750 Monitore für die Fluggastinformation ausgetauscht werden. Sie seien vor der 2012 geplanten Eröffnung eingebaut worden, sechs Jahre mit der allgemeinen Stromversorgung mitgelaufen und hätten nun das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Der Flughafen soll nach sechs geplatzten Terminen im Oktober 2020 in Betrieb gehen. Es gibt bereits Überlegungen, den BER 2020 zur Not auch ohne das technisch vermurkste Hauptterminal zu öffnen.

Video: BER - Deutschlands teuerste Baustelle

SPIEGEL TV

Externe Fachleute hatten zuletzt Zweifel an der Öffnung 2020 geäußert. Der Ingenieur Dieter Faulenbach da Costa sagte, wegen des geplanten Ausbaus nach dem BER-Start müsse der Brandschutz in Teilen umgeplant werden - auch weil dann mehr Fluggäste mit der Bahn anreisen sollen als bislang geplant.

koe/dpa



insgesamt 118 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
klausi_maiermüller 17.03.2018
1. Dieses Schmierentheater is durchaus einer Bananenrepublik würdig
Wowereit, Platzeck, Ramsauer, Dobrindt, Flughafen-Chef Schwarz, Hartmut Mehdorn - hat Irgendjemand von diesen "Männern" (Frauenquote muss her!) mal mal etwas gehört über Schuldantei, über Kürzung ihrer Bezüge, über Schimpf und Schande? Weil diese Woweret's, Platzeck's, Ramsauer's und Dobrindt's weiter als vorbildliche Politiker neue Ämter bekleiden, in Talkshows rumturnen und kluge Reden schwingen können, wird es nicht aufhören - es wird einen zweiten Berliner-Flughafen geben, es wird wieder solche Desaster geben, -- es ist ja nur Steuergeld und es hat für die Politiker keinerlei Konsequenzen.
Idinger 17.03.2018
2. Das Gute ist,
dass wir alle Namen der in den letzten 10 Jahren für die mangelhafte Aufsicht bei dieser Gesellschaft verantwortlichen staatlichen Akteure kennen. Noch habe ich die Hoffnung, dass diese nicht "ungestraft" davon kommen.
mucschwabe 17.03.2018
3.
Ich hatte 2012 in Berlin zu tun und bin deswegen oft zwischen München und Berlin geflogen. Vor einem Rückfliug nach München war ich am Flughafen Tegel mal beim Bürger King! Einer der Gäste fragte einen Service-Typ (Mitte 20) was er macht, wenn der BER demnächst eröffnet. Ob es dort auch nen Burger King gibt. Die Antwort: „Der wird nischt eröffnet! Ick jeh hier in Rente! Das erlebe ick nischt, bis der fertig ist!“. Dann hat der komplette Laden schallend gelacht! Der Mann hatte recht!
ptb29 17.03.2018
4. Die Lufthansa war von Anfang an gegen den BER
Was interessiert uns jetzt deren Meinung? Jetzt wieder für die Unwissenden: Landebahn und Tower sind seit mehreren Jahren in Betrieb. Es hapert am Terminal, wo Dank schlechter Verträge offensichtlich noch viel Geld verbrannt werden kann. Dann profiliert sich noch ein Bauamtsleiter in Lübbenau, bis er seinen Enkeln erzählen kann: Ich habe den BER verhindert!
tom.freiberg 17.03.2018
5. Made in Germany...
Das alte ehrwürdige "Made in Germany" - nennen wir es Gütesiegel - ist eine glatte Lachnummer. Reißt diesen Flughafen ein und engagiert Chinesen. Das sind die neuen Bauer - in jeder Hinsicht. Beispiele gibt es doch genug. BER, Stuttgart 21... Man könnte anfangen an der guten alten deutschen Ingenieurskunst zu zweifeln. Die können das eigentlich schon. Das Problem ist, sind und waren irgendwelche Sesselpupser der öffentlichen Verwaltung. Und dazu ganz arg wichtige Menschen, die gerne ein Pic von sich selbst in den Medien sehen wollen. Es sind und bleiben Zivilversager. Steuerlich gut gestellt. Mit Pension. Auf Staatskosten. Pfui Teufel!!!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.