Berliner Großflughafen BER soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen

Die Pannenserie am Hauptstadtflughafen BER soll im Oktober 2020 Geschichte sein. Laut Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider kann dann der Betrieb beginnen.

Flughafen BER
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Aufsichtsrat und Geschäftsführung haben sich in Berlin darauf verständigt, den neuen Hauptstadtflughafen BER im Oktober 2020 in Betrieb zu nehmen. Die Kontrolleure hätten den Vorschlag von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup einstimmig und zustimmend zur Kenntnis genommen, sagte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider nach einer Sitzung des Gremiums in Berlin-Tegel.

Anteilseigner des Flughafens sind die Bundesländer Brandenburg und Berlin sowie der Bund. Ob der nun verkündete Termin eingehalten werden kann, ist unklar. Bisher wurden zahlreiche Eröffnungstermine wegen baulicher und aufsichtsrechtlicher Probleme verschoben.

Nachdem jüngst von neuen Problemen beim Terminal die Rede war, betonte die Flughafengesellschaft noch: "Die Inbetriebnahme des BER wird mit allen Gebäuden erfolgen. Die Start- und Landebahnen, 39 Betriebsgebäude und die Seitenpiers des Fluggastterminals sind fertig und bereits überwiegend in Nutzung."

Ursprünglich sollten im BER bereits vor sechs Jahren die ersten Passagiere einchecken. Sämtliche Eröffnungstermine sind seitdem jedoch gekippt, weil Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme abzuarbeiten sind. Besondere Schwierigkeiten gibt es beim Brandschutz. Spektakulär platzte die geplante Inbetriebnahme 2012, die keine vier Wochen zuvor abgesagt werden musste.

SPIEGEL ONLINE, dpa

Eine neue Finanzplanung soll es erst im Frühjahr 2018 geben. Die Kosten für das Flughafen-Projekt sind seit dem Baubeginn 2006 von 2 auf 6,5 Milliarden Euro gestiegen - zum Teil auch wegen der deutlichen Vergrößerung des Airports.

Der neue Flughafen kann auf eine Kapazität von bis zu 45 Millionen Passagiere im Jahr ausgebaut werden. Experten halten das angesichts der erwarteten Fluggastzahlen für unzureichend. 2016 nutzten bereits 33 Millionen Passagiere die bisherigen Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel.

Tegel soll schließen, nachdem der BER in Betrieb gegangen ist. Der Airport ist zwar überlastet, funktioniert aber und liegt für viele Berliner näher als Schönefeld. Laut Volksentscheid vom September wollen 56 Prozent der Einwohner Tegel behalten, auch wenn der BER startet.

Um Zeit für einen Ausbau des neuen Flughafen zu gewinnen, soll dagegen das alte Schönefelder Terminal vorübergehend bleiben. Anwohner wollen das juristisch verhindern. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte den Eingang einer entsprechenden Klage. Darin wird nach Angaben des Bürgervereins Berlin-Brandenburg argumentiert, dass der gerichtlich bestätigte Planfeststellungsbeschluss für den neuen Hauptstadtflughafen nicht vorsehe, Schönefeld-Alt offenzuhalten.

brt/dpa/Reuters

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