Privatisierung der Landesbank Berater kassierten mehr als 300 Millionen Euro beim Verkauf der HSH Nordbank

Juristen und Unternehmensberater haben bei der Privatisierung der HSH Nordbank kräftig mitverdient. Rund ein Drittel der Verkaufssumme strichen sie ein.

HSH Nordbank in Kiel (Archiv)
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HSH Nordbank in Kiel (Archiv)


Beim Verkauf der HSH Nordbank im vergangenen November haben externe Berater von Zahlungen in Millionenhöhe profitiert. Rechtsberater, Treuhänder, Wirtschaftsprüfer und Privatisierungsberater haben mehr als 306 Millionen Euro für ihre Arbeit bekommen. Das geht aus einer Antwort des Hamburger Senats auf eine Anfrage der FDP hervor.

Die Landesbank war für eine Milliarde Euro an US-Investmentfonds verkauft worden. Damit wäre etwa ein Drittel des Verkaufspreises für Beratungsleistungen rund um den Verkauf ausgegeben worden. "Die Höhe der Beratungskosten für den Verkauf der HSH Nordbank übersteigt alle meine Befürchtungen", sagte Michael Kruse, Vorsitzender der FDP-Bürgerschaftsfraktion. Diese enorme Summe verdeutliche, wie wenig Expertise beim Senat für einen in der Privatwirtschaft üblichen Vorgang vorhanden sei.

Kruse ging zudem davon aus, dass die Kosten noch auf 350 Millionen Euro steigen werden, weil die Kosten der Bank aus dem Jahr 2018 noch nicht berücksichtigt seien.

Hamburg und Schleswig-Holstein hatten ihre Landesbank auf Druck der EU-Kommission Ende Februar 2018 für rund eine Milliarde Euro an ein Konsortium um die Finanzinvestoren Cerberus und J.C.Flowers verkauft. Zuvor musste das Institut zweimal von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein mit Milliardenaufwand vor der Pleite gerettet werden.

hej/dpa

insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
mariepirol 24.01.2019
1. Wen wundert das noch?
Einige stopfen sich die Taschen voll und wenn man durch die Stadt läuft, sieht man noch anständig und gepflegte Menschen die im Hackenporsche Flaschen sammeln gehen, wie hat sich doch unser Land in den letzten 10 Jahren verändert. Das wird nicht gut ausgehen...
Wehe_Wehe 24.01.2019
2. Unfaßbar
Da fehlen einem nur die Worte !!! Welche Leistung, welcher Mehrwert wurde denn mit dieser Summe generiert ?? 300 Mio das entspricht bei einem "Jahressalär" von 500 TDM pro Berater (wahrlich fürstlich) 600 Beratermannjahren. Ungefähr so viele Mitarbeiter wird die Bank in zukunft noch haben. Hier wird sich offensichtlich schamlos mit staatlicher Erlaubnis bereichert. An anderer Stelle fehlt das Geld zur Sanierung von Schultoiletten. Man kann sich nur mit Grausen abwenden !!
gruffelo 24.01.2019
3. Wer und wieviel?
Wäre interessant zu sehen, welcher Berater für welche Beratungsleistung wieviel verdient hat bei diesem Prozess. Vermutlich ist hier nur von der Verkaufsberatungsseite die Rede?
chrismuc2011 24.01.2019
4.
Wer hat denn solche Beraterverträge unterschrieben? Wessen Kopf rollt ( nicht)? Was machen eigentlich all die gut bezahlten Staatsdiener, seien sie verbeamtet oder angestellt bei den Landesämtern, im Senat und bei der Bundeswehr? Doppelkopfspielen während der Dienstzeit? Unser Staat geht, wohl gewollt von sogenannten Eliten, den Bach runter und vor die Hunde. Sehr deutlich und zunehmend seit den 90er Jahren. Ist da die vielbeschworene spätrömische Dekadenz, wenn sich die Einen die Taschen vollstopfen mit Geld und prassen, während die Armen und Rentner Pfandflaschen sammeln müssen um zu überleben?
matze66 24.01.2019
5. Mein lieber Scholli,
der Olli, der den ganzen Deal mit eingetütet hat, ist jetzt unser aller Finanzminister und selbsternannter Kanzlerkandidat!!!
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