Beratungsauftrag Deutsche Bank soll Griechenlands Umschuldung organisieren

Sie hat Griechenland selbst viel Geld geliehen - nun soll ausgerechnet die Deutsche Bank die Regierung in Athen bei der Beteiligung des privaten Finanzsektors an der Umschuldung beraten. Mit der BNP Paribas sitzt zudem einer der größten Gläubiger des Landes in dem Gremium.

Deutsche-Bank-Zentrale: Gläubigerin und Beraterin in einem
DPA

Deutsche-Bank-Zentrale: Gläubigerin und Beraterin in einem


Athen - Die Deutsche Bank spielt künftig eine Doppelrolle bei der Umsetzung der Umschuldung Griechenlands. Einerseits gehört das Institut selbst zu den Gläubigern des südeuropäischen Staats, andererseits soll die Bank nun die Beteiligung des Privatsektors am zweiten Rettungspaket koordinieren. Außer dem deutschen Branchenprimus seien mit der französischen BNP Paribas und der britischen HSBC zwei weitere Großbanken für die Beratung ausgewählt worden, teilte das griechische Finanzministerium mit.

Zudem würden die internationale Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton und die US-Investmentbank Lazard als Berater hinzugezogen. Auch Experten des Internationalen Bankenverbandes IIF sollen am Donnerstag in Athen eintreffen, um den freiwilligen Umtausch alter Griechenland-Anleihen der Banken gegen neue Papiere zu beraten. Ob die Deutsche Bank die normalerweise üblichen Honorare für ihre Tätigkeit erhält, ist unklar.

Im Rahmen des zweiten Hilfspakets für Griechenland, das die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone in der vergangenen Woche beschlossen, sollen auch die privaten Gläubiger freiwillig auf Teile ihres Geldes verzichten. Dies soll durch einen Umtausch von griechischen Anleihen in längerlaufende Papiere geschehen. Die vereinbarte Umschuldung bedeutet für die Banken und Versicherungen, dass sie auf 21 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

Für diesen Umtausch sind insgesamt vier verschiedene Modelle vorgesehen, die vom IIF erarbeitet wurden. Der Bankenverband schätzt, dass bis zum Jahr 2020 Anleihen im Wert von 135 Milliarden Dollar eingetauscht werden. Durch den IIF besteht übrigens die dritte Verbindung zur Deutschen Bank: Deren Chef Josef Ackermann ist auch Vorsitzender des Bankenverbandes.

fdi/AFP/dapd



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insgesamt 48 Beiträge
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Seite 1
sozialer Bürger 27.07.2011
1. Das darf doch nicht wahr sein !
Zitat von sysopSie hat Griechenland selbst viel Geld geliehen*- nun soll ausgerechnet die Deutsche Bank die Regierung in Athen bei der Beteiligung des privaten Finanzsektors an der Umschuldung beraten. Mit der BNP Paribas sitzt zudem einer der größten Gläubiger des Landes*in dem Gremium. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,777022,00.html
Da hat man die Böcke zum Gärtner gemacht. Ich fass es nicht. Das wird richtig teuer für G, sprich den Steuerzahler in Deutschland. Zieht euch warm an !!!
c++ 27.07.2011
2. .
"Die vereinbarte Umschuldung bedeutet für die Banken und Versicherungen, dass sie auf 21 Prozent ihrer Forderungen verzichten. " Dieser Satz ist falsch. Die Vereinbarung bedeutet, dass die Banken sehr viel mehr bekommen, als ihre Anleihen wert sind. Sie haben also auf nichts verzichtet, sondern einen sehr großen Teil ihrer Verluste auf die Steuerzahler abgewälzt, haben ihre Verluste verstaatlicht. Zwar hat die Deutsche Bank keineswegs viel in Griechenland zu verlieren, auch da ist der Artikel ungenau, aber diese "Beratung" hat sicherlich das Ziel, die Steuerzahler weiter abzuzocken. Ziel der Beratung ist es natürlich, möglichst viel Verluste von den Banken auf die Steuerzahler überzuwälzen. Das ist ganz auf der Linie von Sarkozy, Merkel und vor allem Schäuble.
viceman 27.07.2011
3. wenns nicht so ernst wäre,
Zitat von sysopSie hat Griechenland selbst viel Geld geliehen*- nun soll ausgerechnet die Deutsche Bank die Regierung in Athen bei der Beteiligung des privaten Finanzsektors an der Umschuldung beraten. Mit der BNP Paribas sitzt zudem einer der größten Gläubiger des Landes*in dem Gremium. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,777022,00.html
dann könnte man darüber lauthals lachen oder ablästern... die bande klaut unsere steuergroschen , um ihre eigenen windigen geschäfte abzusichern und nun "beraten" sie auch noch die regierung in athen! was soll dabei raus kommen? noch mehr steuergeld für die finanzindustrie? was sonst!
weltoffener_realist 27.07.2011
4. Kein Problem
Zitat von sysopSie hat Griechenland selbst viel Geld geliehen*- nun soll ausgerechnet die Deutsche Bank die Regierung in Athen bei der Beteiligung des privaten Finanzsektors an der Umschuldung beraten. Mit der BNP Paribas sitzt zudem einer der größten Gläubiger des Landes*in dem Gremium. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,777022,00.html
Es ist absolut angebracht, dass sich Griechenland mit seinen Gläubigern zusammensetzt. Warum also sollte das griechische Finanzministerium also nicht die Deutsche Bank auswählen, um die freiwillige Umschuldung zu koordinieren?
brotbüchse 27.07.2011
5. .
Wofür gibt es eigentlich noch den Beamtenapparat in Deutschlands Ministerien. Zur Erteilung der Aufträge an Externe ?
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