London - Der russische Oligarch Boris Beresowski hat den Rechtsstreit mit Roman Abramowitsch verloren. Ein Londoner Gericht wies am Freitag die Klage von Beresowski zurück. Er hatte den Ex-Geschäftspartner und Eigentümer von Chelsea London auf 5,6 Milliarden Dollar verklagt. Abramowitsch soll ihn, der im Jahr 2000 beim Kreml in Ungnade fiel und nach Großbritannien flüchtete, um seine Anteile am Erdölkonzern Sibneft gebracht haben.
Die Richterin folgte dieser Auffassung nicht. Sie halte Beresowski nicht für glaubwürdig, sagte sie. Er sei ein "von Natur aus unglaubwürdiger Zeuge", der sie nicht überzeugt habe. "Er hätte alles gesagt, um seinen Fall zu gewinnen." Der Kläger, der wegen seines Einflusses auf Boris Jelzin einst den Spitznamen "Pate des Kreml" trug, nahm das Urteil ohne Regung zur Kenntnis.
Hintergrund des Oligarchenstreits ist, dass die beiden Männer einst unter der Präsidentschaft Jelzins gemeinsam die staatliche Ölfirma Sibneft gekauft hatten. Sie waren Geschäftspartner und Freunde, bis sich Beresowski mit Putin überwarf. Daraufhin musste er sich seinem Anwalt zufolge nach London absetzen.
Abramowitsch aber habe diese "schwierige Lage" ausgenutzt. Er habe Beresowski mit Einschüchterungen und Drohungen dazu gebracht, ihm seinen Sibneft-Anteil für den Schleuderpreis von zwei Milliarden Dollar zu verkaufen. "Reichtum und Einfluss bedeuteten ihm mehr als Freundschaft und Loyalität", so Beresowskis Anwalt.
Die Richterin schenkte aber den Ausführungen von Abramowitsch mehr Glauben. Sie habe ihn als "seriösen und glaubwürdigen Zeugen wahrgenommen". Abramowitsch hatte argumentiert, er habe Beresowski für Dienste als politischer Pate bezahlt. Ohne die Rückendeckung mächtiger Männer mit Kreml-Zugang habe damals niemand in Russland Geschäfte machen können. Sibneft-Anteilseigner sei Beresowski dagegen nie gewesen.
cte/AP/Reuters
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