Bericht über Explosion: Ölpreis steigt zeitweise auf höchsten Stand seit 2008

Eine Falschmeldung sorgt für Unruhe an den Rohstoffmärkten: Der Preis für ein Barrel Öl ist zeitweise auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen. Iran hatte über eine angebliche Pipeline-Explosion in Saudi-Arabien berichtet.

Ölfeld in Saudi-Arabien: Ein Fass Öl der Sorte Brent kostete zweitweise mehr als 129 Dollar Zur Großansicht
DPA

Ölfeld in Saudi-Arabien: Ein Fass Öl der Sorte Brent kostete zweitweise mehr als 129 Dollar

New York - Nach dem Dementi erholten sich auch die Kurse wieder: Die Ölpreise sind am Freitag gesunken, nachdem Saudi-Arabien eine angebliche Pipeline-Explosion als falsch zurückgewiesen hatte. Entsprechende Nachrichten aus dem Nachbarland Iran hatten die Ölpreise zuvor auf den höchsten Stand seit vier Jahren getrieben.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Chart zeigen zur Lieferung im April kostete am Morgen 125,62 US-Dollar. Das waren 58 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) fiel um 31 Cent auf 108,53 Dollar.

Es habe keine Sabotage in saudi-arabischen Ölanlagen gegeben, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge. Zuvor hatten TV-Berichte aus Iran über eine Pipeline-Explosion nahe der größten Raffinerie der Region die Preise angetrieben. WTI kostete zwischenzeitlich mehr als 110 Dollar pro Fass, der Brentpreis kletterte vorübergehend auf bis zu 129,50 Dollar.

Anders als in Nachbarstaaten hat es in Saudi-Arabien keine Massenproteste gegen die Regierung im Zuge des sogenannten Arabischen Frühlings gegeben. Im Osten des Landes ist es jedoch zu vereinzelten Demonstrationen gekommen. Die Regierung fürchtet, dass Iran Protestler aufwiegelt und so die Region destabilisiert.

yes/Reuters

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Brent, WTI, Bonny Light - Die Ölsorten und ihr Preis
Qualität
Die Erdölindustrie klassifiziert ihr Rohöl nach drei Kriterien: Herkunft, Dichte (Gewicht im Verhältnis zu Wasser) und Schwefelgehalt. Rohöl mit einer hohen Dichte wird entsprechend als "schwer" ("heavy"), mit einer geringeren Dichte als leicht ("light") bezeichnet. Rohöl mit einem hohen Schwefelgehalt gilt als "sauer", ein geringer Schwefelgehalt macht das Öl "süß". Je schwerer und saurer das Rohöl ist, desto aufwendiger ist seine Verarbeitung zum Beispiel zu Benzin oder Kerosin. Leichtes und schwefelarmes Rohöl ist gefragter und damit teurer als schweres.
Sorten
Weltweit gibt es mehrere Dutzend Rohölsorten aus unterschiedlichen Regionen, die unterschiedlich in ihrer Qualität sind. Die Herkunft reicht von Algerien bis Venezuela. Wichtigste Sorten sind die amerikanische Marke West Texas Intermediate (WTI) und das aus 15 Nordseeölfeldern stammende Brent. Hinzu kommen die Rohölsorten aus den Erdöl exportierenden Ländern (Opec), zum Beispiel die Sorte "Arab Light" aus Saudi-Arabien und "Bonny Light" aus Nigeria.
Preise
An den Terminbörsen werden mehrere sogenannte Referenzöle gehandelt mit einem standardisierten Leitwert. Abhängig von ihrer Qualität werden die übrigen Sorten mit einer Prämie oder einem Abschlag zur Leitsorte gehandelt.

Referenzsorte ist die vor allem in Amerika gehandelte Marke WTI und das aus der Nordsee stammende und in London gehandelte Brent. WTI ist leichter und schwefelärmer als Brent und somit meist einige Dollar teurer pro Barrel. Die Produktion beider Sorten geht seit einiger Zeit zurück, dennoch sind sie nach wie vor die beiden wichtigsten Referenzöle.

Hinzu kommt etwa der von der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) veröffentlichte Korbpreis für Rohöl. Er wird auf Grundlage der elf von seinen Kartellmitgliedern produzierten Sorten berechnet. Opec-Öl ist meist schwerer und saurer als WTI und Brent und damit billiger.

Preisanstiege und -abschläge verlaufen also meist für alle Sorten parallel. Jedoch schwanken die Preise jeder Sorte, wenn sie mehr oder weniger nachgefragt oder gefördert werden.