Aktie im Plus: Bericht über Panzer-Deal beschert Rheinmetall Kursgewinne

Der Rüstungskonzern Rheinmetall startet mit Kursgewinnen in die Woche. Zeitweise legte die Aktie mehr als sechs Prozent zu. Hintergrund ist ein Bericht über einen der größten Panzerdeals der bundesrepublikanischen Geschichte.

"Leopard 2"-Panzer: Spekulationen über Mega-Deal von Rheinmetall Zur Großansicht
dapd

"Leopard 2"-Panzer: Spekulationen über Mega-Deal von Rheinmetall

Frankfurt am Main - Ein Bericht über eine unerwartet große Bestellung von Kampfpanzern durch Saudi-Arabien hat Rheinmetall-Aktien Chart zeigen am Montag deutlich verteuert. Der Rüstungskonzern war mit einem Plus von zeitweise mehr als sechs Prozent größter Gewinner im frühen MDax-Handel Chart zeigen. Am späten Vormittag notierte die Aktie noch 4,4 Prozent im Plus.

"Bild am Sonntag" hatte berichtet, dass Saudi-Arabien noch viel mehr deutsche Kampfpanzer kaufen will als bisher bekannt - statt 200 bis 300 "Leopard 2" seien es nun 600 bis 800. Mit einem Schätzwert von zehn Milliarden Euro wäre das einer der größten Rüstungsaufträge für die Bundesrepublik, berichtete die Zeitung. Der Vertrag über eine erste Tranche von rund 300 Panzern sei unterschriftsreif.

Ein Börsianer sagte: "Das ist klar positiv für die Stimmung für Rheinmetall-Aktien, auch wenn die Zustimmung der Politik noch fehlt." Zudem sei wohl nicht vor 2014 mit einem Umsatz- und Ergebnisbeitrag zu rechnen.

Die Bundesregierung äußerte sich auf Anfrage nicht. Sprecher verwiesen auf den Geheimnisschutz für Rüstungsgeschäfte, über die im geheim tagenden Bundessicherheitsrat entschieden wird. Es hieß aber auch, es liege keine Exportanfrage vor.

Grünen-Chefin Roth: "Verhöhnung des Arabischen Frühlings"

Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien sind wegen der Menschenrechtslage in dem autoritär regierten arabischen Land und seiner Nachbarn wie Bahrain besonders umstritten. Die Opposition wirft der schwarz-gelben Koalition vor, vom Grundsatz abzurücken, in Spannungsgebiete keine Kriegswaffen zu liefern.

Der Bundessicherheitsrat habe sich laut "Bild am Sonntag" Anfang Juni mit dem Panzer-Deal beschäftigen wollen, die Sitzung aber verschoben. Ohne Zustimmung des Gremiums, dem Kanzlerin Angela Merkel und mehrere Minister angehören, darf deutsche Rüstungstechnik nicht exportiert werden.

Grünen-Chefin Claudia Roth bezeichnete den möglichen Deal als "gesetzwidrig". Er sei zudem "eine zynische Verhöhnung der mutigen Menschen, die im Arabischen Frühling für Demokratie und Menschenrechte gekämpft haben".

cte/Reuters/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
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1. Marktwirtschaft
seldon-x 18.06.2012
Hatte freie Marktwirtschaft nicht mal etwas mit Bedürfnisbefriedigung zu tun? Nein, hatte sie nie! Sie hatte und hat etwas mit Profitmaximierung und Kapitalverwertung zu tun. Natürlich gibt es genug Tätigkeiten, die sinnvollerweise, aus Gründen der Selbstverwirklichung usw. zu verrichten wären. Nur werden sie eben in der mörderische Warenlogik, die den Kapitalismus ausmacht eben nicht getan, da sie nicht profitversprechend verwertet werden können. Arbeit dient nicht dazu - und sie dient immer weniger dazu -, für die Menschheit Sinnvolles und Notwendiges herzustellen oder zu verrichten, sondern das Kriterium ist einzig und allein, was lässt sich verkaufen. Ob es mensch- und naturverträgliche Produkte und Produktionsweisen sind, ist nicht die Frage. Egal ob Tretminen oder Schweinehälften, Haareschneiden oder Finanzberatung, produziert und, ja doch, gedienstleistet wird, was profitabel ist, nicht was gebraucht wird, und um die Maschine am Laufen zu halten, wird mit enormen Aufwand auch noch versucht uns einzureden, daß wir nur mit drei-Klingen-Rasur wirklich glatt, mit antibakteriellem Putzmittel wirklich sauber, mit unterbezahlten Supermarkt-Tüten-Einfüllern wirklich frei wären...
2.
willi_der_letzte 18.06.2012
Wie kann es sein das eines rückständigsten, totalitärsten und grausamsten Regimes dieser Welt mit Waffen beliefert wird? Diejenigen die so etwas genehmigen gehören hinter Gitter.
3. Das ist das Gegenteil von nachhaltiger Politik!
Thomas Weber 18.06.2012
Zitat von sysopDer Rüstungskonzern Rheinmetall startet mit Kursgewinnen in die Woche. Zeitweise legte die Aktie mehr als sechs Prozent zu. Hintergrund ist ein Bericht über einen der größten Panzerdeals der bundesrepublikanischen Geschichte. Bericht über Panzer für Saudi-Arabien: Aktie von Rheinmetall im Plus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,839474,00.html)
1. Offensichtlich wurden bzw. werden Panzer in größerer Zahl von Deutschland nach Saudi-Arabien geliefert. Die Umstände und die Abwägungen, die zur Genehmigung dieser Lieferung führen, sind geheim. 2. Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien sind vermeintlich im Interesse der Rüstungsindustrie und der Arbeitsplätze in Deutschland. 3. Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien sind offensichtlich auch im Interesse des dortigen Regimes und seiner Stabilisierung. Wäre Saudi-Arabien eine rechtsstaatliche Demokratie bräuchte das Land vermutlich keine Panzer. 4. Arbeitsplätze und Industrien, die davon abhängen, dass es in anderen Ländern autoritäre, diktatorische Regime gibt, sind auf Dauer weder stabil nocht zukunftsfähig. 4. Es ist nicht erkennbar, dass die Voraussetzungen, Annahmen und Gründe, die zur Genehmigung dieser Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien, führen global übertragbar sind, ohne den Weltfrieden zu gefährden. 5 Es ist nicht erkennbar, dass Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien den Zielen einer nachhaltigen Politik entsprechen. Nachhaltigkeit und Panzerlieferungen - Am besten, Sie dchten auf der Stelle selber nach (http://thomasweber.blog.de/2011/07/06/nachhaltigkeit-panzerlieferungen-11434024/)
4. pecunia non olet
prontissimo 18.06.2012
Zitat von willi_der_letzteWie kann es sein das eines rückständigsten, totalitärsten und grausamsten Regimes dieser Welt mit Waffen beliefert wird? Diejenigen die so etwas genehmigen gehören hinter Gitter.
sagten schon die alten Römer, als sie die Pinkelsteuer einführten. Es ist doch heute sch....egal womit Kohle gemacht wird. Der Profit heiligt alle Mittel. Siehe Riesterrente, private Pflegeversicherung und und und und. Hauptsache es finden sich genügend Deppen, denen man die Mäuse abluchsen kann. Bestes Beispuel die Kirchensteuer in einem säkularen Staat.
5. Subventionen
JohannWolfgangVonGoethe 18.06.2012
Ich hoffe nur, der Steuerzahler subventioniert nicht auch diesen Deal - so wie den U-Boot Deal mit den Israelis. So lange die Saudis dafür bezahlen ist die Sache OK für mich. Denn wir brauchen doch schließlich Wachstum. Wachstum um die Euro-Krise zu überwinden. Wachstum, um Rest-Europa zu zeigen wie es geht. P.S. Wer Ironie findet kann sie gerne behalten.
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