Bericht über Qantas-Flug Metallsplitter beschädigten A380 schwerer als bekannt

Die Explosion eines A-380-Triebwerks hat das Flugzeug der Firma Qantas offenbar deutlich schwerer beschädigt als bislang bekannt. Trümmerteile hätten unter anderem die Hydraulik, die Verkabelung und das Antiblockiersystem beschädigt, berichtet eine australische Zeitung.

A-380-Notlandung am 4. November: Schwere Schäden durch Trümmerteile
REUTERS

A-380-Notlandung am 4. November: Schwere Schäden durch Trümmerteile


Sydney - Acht Stunden sollte die Reise mit dem Airbus A380 dauern, dann sollten die 443 Passagiere in Sydney landen. Doch es kam ganz anders: Kurz nach dem Start in Singapur gab es eine Explosion in einem der Triebwerke. Die Passagiere hörten einen lauten Knall, einige mussten fortan große Löcher in der linken Tragfläche sehen. Bis der Riesenflieger der Linie Qantas landen konnte, vergingen eineinhalb Stunden. Erst jetzt wird das ganze Ausmaß des Schadens bekannt.

Metallsplitter des Triebwerks durchschlugen offenbar die Außenhaut der Maschine und zerstörten dabei Teile der Verkabelung und des Treibstoffsystems. Dies berichtet die Zeitung "The Australian", sie beruft sich auf anonyme Quellen. Die Hydraulik und das Antiblockiersystem seien ebenfalls beschädigt worden, außerdem sei das Feuerlöschsystem am linken Flügel ausgefallen.

Der Crew sei es nach der Explosion zudem nicht gelungen, Treibstoff zur Ausbalancierung der Maschine umzupumpen, berichtete das Blatt. Das Fahrwerk habe manuell ausgefahren werden müssen. Die Maschine sei so stark beschädigt gewesen, dass sie auf dem Flughafen von Singapur laut Berechnungen nur 150 Meter vor Ende der Landebahn zum Stehen kommen sollte.

Qantas Airways habe auf Anfrage keinen Kommentar zu dem Ausmaß der Schäden abgeben wollen, aber die Aussage unwidersprochen gelassen, wonach es am A380 "erhebliche Schäden" gegeben habe. Laut "The Australian" wird insbesondere die Reparatur eines kaputten Tragflügelholms sehr aufwendig und teuer sein.

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Notgelandeter Airbus: Riesenflieger mit Triebwerksproblem
Bei einer anschließenden Untersuchung aller Triebwerke der Qantas-A380-Flotte waren in weiteren drei Triebwerken Öllecks festgestellt worden. Auch bei Maschinen der Singapore Airlines wurden Ölflecken gefunden. Qantas zog seine sechs Großraumjets sofort aus dem Verkehr, Singapore Airlines ließ drei Maschinen am Boden.

Nach Ansicht der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA könnte ausgelaufenes und brennendes Öl Ursache des Triebwerksschadens bei dem Qantas-Airbus gewesen sein. Am Donnerstag hatte die Behörde deshalb in einer Direktive neue Untersuchungen bei den Riesenflugzeugen angeordnet. Die EASA hatte bereits im August vor Abnutzungserscheinungen in Trent-900-Triebwerken des Herstellers Rolls-Royce gewarnt, die zu Ölbrand führen könnten.

Triebwerkshersteller Rolls-Royce gab mehr als eine Woche nach dem Zwischenfall bekannt, man habe die Ursache des Unfalls identifiziert: Ein "bestimmtes Teil" des Triebwerks Trent 900 habe versagt und damit ein Ölfeuer im Motor verursacht. Damit bestätigte das Unternehmen die ersten Untersuchungen der EASA.

kgp/ore/dpa-AFX/dapd



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Seite 1
emden09 12.11.2010
1. Globalisierungsfolgen live erlebt
Zitat von sysopDie Explosion eines A-380-Triebwerks hat das Flugzeug der Firma Qantas offenbar deutlich schwerer geschädigt als bislang bekannt. Trümmerteile hätten unter anderem die Hydraulik, die Verkabelung und das Antiblockiersystem beschädigt, berichtet eine australische Zeitung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,728703,00.html
US-Bauteile an einer europäischen Gemeinschaftsproduktion, irgendwann wird es dann einfach zuviel mit der Globalisierung. Die Komplexität der Projekte steigt in Folge der schwierigen internationalen Zusammenarbeit in Größenordnungen, die auch die besten Ingenieure nicht mehr beherrschen und mit Glück kommt nur eine Beinahkatastrophe dabei heraus. Andere (z.B. verschollener Air France Flug im Atlantik) hatten zuvor weniger Glück, dass muss in Erinnerung behalten werden, wenn man neue Projekte dieser Art angeht. Internationale Ausschreibungen bei denen das "insgesamt günstigste Angebot" gewinnt, bei denen aber gleichzeitig und für alle Beteiligten offensichtlich die Qualitätssicherung auf der Strecke bleibt, verbieten sich nach diesem Unfall m.E. von selbst.
buutzemann 12.11.2010
2. kein titel.
Zitat von sysopDie Explosion eines A-380-Triebwerks hat das Flugzeug der Firma Qantas offenbar deutlich schwerer geschädigt als bislang bekannt. Trümmerteile hätten unter anderem die Hydraulik, die Verkabelung und das Antiblockiersystem beschädigt, berichtet eine australische Zeitung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,728703,00.html
Dass der Airbus dennoch sicher gelandet ist, spricht für seine Qualität. Man könnte jetzt wirklich auch mal aufhören, zu meckern.
WolArn 12.11.2010
3. aufwendige Reparatur
---Zitat--- Das Fahrwerk habe manuell ausgefahren werden müssen. Die Maschine sei so stark beschädigt gewesen, dass sie auf dem Flughafen von Singapur laut Berechnungen nur 150 Meter vor Ende der.... ---Zitatende--- Kann der Flieger denn überhaupt in Singapur repariert werden?
Jettenbacher 12.11.2010
4. Many happy landings!
Vor allem spricht es für die Qualitäten der Piloten.
Gani, 12.11.2010
5. Nanu?
Zitat von emden09US-Bauteile an einer europäischen Gemeinschaftsproduktion, irgendwann wird es dann einfach zuviel mit der Globalisierung. Die Komplexität der Projekte steigt in Folge der schwierigen internationalen Zusammenarbeit in Größenordnungen, die auch die besten Ingenieure nicht mehr beherrschen und mit Glück kommt nur eine Beinahkatastrophe dabei heraus. Andere (z.B. verschollener Air France Flug im Atlantik) hatten zuvor weniger Glück, dass muss in Erinnerung behalten werden, wenn man neue Projekte dieser Art angeht. Internationale Ausschreibungen bei denen das "insgesamt günstigste Angebot" gewinnt, bei denen aber gleichzeitig und für alle Beteiligten offensichtlich die Qualitätssicherung auf der Strecke bleibt, verbieten sich nach diesem Unfall m.E. von selbst.
Wie kommst du denn auf die Theorie, dass eines der für den Unfall relevanten Teile aus den USA käme? Rolls-Royce ist ein britischen Unternehmen. Die Triebwerke werden in England gebaut. Natürlich sind auch im A380 Teile aus allen möglichen Ländern verbaut, wie in eigentlich jedem Flugzeug. Aber diese Triebwerke sind keine davon. Im Gegenteil, die alternativ Motoren für den A380 sind ein Gemeinschafts Produkt von General Electric und Pratt&Whitney - das sind US Firmen, und diese Motoren machen aktuelle keine Probleme...
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