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04. Mai 2015, 16:23 Uhr

Streik bei Geldtransportfirma

Berlins Geldautomaten geht das Bargeld aus

Wegen eines Streiks beim Geldtransportunternehmen Prosegur wird an Bankautomaten in Berlin und Brandenburg das Bargeld knapp. Weil die letzte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis endete, wird der Ausstand jetzt unbefristet fortgesetzt.

Berliner und Brandenburger, die weder auf Kinderbetreuung in kommunalen Kitas noch auf die Bahn angewiesen sind, könnten trotzdem von Arbeitsniederlegungen betroffen sein: Wegen eines Streiks beim Geldtransportunternehmen Prosegur wird an Bankautomaten in Berlin und Brandenburg in diesen Tagen das Bargeld knapp.

Seit vergangenem Dienstag seien rund 150 der insgesamt 350 Mitarbeiter der Potsdamer Prosegur-Niederlassung im Ausstand, sagte Ver.di-Verhandlungsführer André Pollmann am Montag in Potsdam. Der Unternehmen beliefert unter anderem die Deutsche Bank mit ihren Tochterunternehmen Berliner Bank und Postbank, die Commerzbank, die Sparda-Bank sowie in Brandenburg auch Sparkassen. Bei mehreren Banken, unter anderem bei der Berliner Bank, sind Kunden auf die Automaten angewiesen, weil die Institute ihre Kassen mit Personal aufgegeben haben.

Eine Verhandlungsrunde am Montag sei ohne Ergebnis beendet worden, sagte Pollmann. "Die Arbeitgeber nehmen in Kauf, dass viele Bankkunden bald ohne Geld da stehen." Der Streik werde nun unbefristet fortgesetzt.

Schon jetzt sind Medienberichten zufolge in der Region einige Automaten leer, so sei das Geld in Frankfurt (Oder) fast flächendeckend ausgegangen, auch in Berlin gebe es zunehmend Nachschubprobleme.

Die Gewerkschaften fordern in den laufenden Verhandlungen um den Haustarifvertrag der Potsdamer Niederlassung unter anderem Verbesserungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld, die als Zulage von einem Euro pro Stunde gezahlt werden könnten. Die Arbeitgeber hätten dagegen nur 65 Cent unter der Bedingung angeboten, dass der Krankenstand im Unternehmen auf vier Prozent sinkt. "Dies ist nicht erreichbar und daher für uns nicht akzeptabel", sagte Pollmann. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht zu den Verhandlungen.

nck/dpa-afxp

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