Berliner Flughäfen Bodenpersonal blockiert Flugbetrieb mit Warnstreiks

Seit fünf Uhr streiken die Mitarbeiter des Bodenpersonals am Hamburger und den Berliner Flughäfen. Reisende müssen sich auf Verzögerungen einstellen - oder sogar auf den Ausfall ihres Fluges.

Mitarbeiter des Bodenpersonals in Tegel
DPA

Mitarbeiter des Bodenpersonals in Tegel


Wegen eines Warnstreiks des Bodenpersonals müssen sich Fluggäste in Berlin am Mittwochmorgen auf Wartezeiten und Flugausfälle einstellen. An den Flughäfen Tegel und Schönefeld hat die Gewerkschaft Ver.di rund 2000 Bodenservice-Mitarbeiter zwischen fünf und elf Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Grund sei ein Tarifkonflikt um bessere Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten, hatte Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann am gestrigen Dienstag erklärt. Zum Bodenservice zählen zum Beispiel Check-in und Gepäckabfertigung, aber auch das Einweisen und Betanken der Maschinen.

Air Berlin teilte am Dienstag mit, dass zwischen fünf und elf Uhr rund 60 Flüge von und nach Berlin ausfallen. Es könne auch noch zu weiteren Flugausfällen kommen. Zudem seien auch starke Einschränkungen bei der Gepäckabfertigung zu erwarten. Es werde empfohlen, möglichst nur mit Handgepäck zu reisen.

Auch am Hamburger Flughafen legten Mitarbeiter am frühen Mittwochmorgen die Arbeit nieder. Der Ausstand ging mit Start der Frühschicht um vier Uhr los. Er sollte im Laufe des Tages beendet werden, wie eine Ver.di-Sprecherin sagte. Die morgendlichen Flieger hoben dennoch pünktlich ab. Der Airport wolle die Auswirkungen auf den Flugverkehr so gering wie möglich halten, hieß es bei der Gewerkschaft. Um den Personalmangel auszugleichen, seien alle verfügbaren Leiharbeiter eingesetzt worden.

Am Flughafen Stuttgart wurde der Warnstreik nach Angaben von Ver.di-Vertreter Andreas Schackert von den rund 300 Beschäftigten zu "100 Prozent" befolgt. Von 20 Abfertigungsschalter seien lediglich vier mit Hilfe von Notbesetzungen geöffnet. Vor den Schaltern hätten sich lange Schlangen von Passagieren gebildet. Zu möglichen Flugausfällen konnte Schackert zunächst keine Angaben machen.

Ver.di hatte Beschäftigte der Flugzeug- und Gepäckabfertigung, des Terminal-Busverkehrs sowie von Reinigungsdiensten zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen. Die Gewerkschaft nahm das aus ihrer Sicht "unzureichende" Arbeitgeberangebot in der Hamburger Tarifrunde der Bodenverkehrsdienste (BVD) als Anlass für den Warnstreik.

Informationen über die Verspätungen und gestrichene Flüge finden Sie hier für Schönefeld und unter diesen Link für Tegel. Informationen zu den Flügen an den Flughäfen Hamburg und Stuttgart finden Sie hier.

mik/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.