Berliner S-Bahn-Chaos Deutsche Bahn verdoppelt Entschädigungen für Kunden

Jetzt also doch: Die Deutsche Bahn erhöht die Entschädigungen für die Kunden der Berliner S-Bahn von ursprünglich 25 auf rund 55 Millionen Euro. Offenbar ist dem Staatskonzern das Chaos bei ihrer Nahverkehrstochter zu peinlich geworden.

Berliner S-Bahn-Chaos: Es fährt kein Zug nach Nirgendwo
ddp

Berliner S-Bahn-Chaos: Es fährt kein Zug nach Nirgendwo


Berlin - Die Deutsche Bahn (DB) zahlt für das Berliner S-Bahn-Chaos mehr als doppelt so viel an Entschädigungen wie bisher zugesagt. Das Unternehmen werde statt der geplanten 25 Millionen Euro nun rund 55 Millionen Euro zur Verfügung stellen, teilte die DB am Donnerstag mit.

So sollen nun auch Inhaber von Monatskarten, Sozialtickets und Studenten durch eine teilweise Erstattung entschädigt werden. Dauerkunden erhalten weitere 15 Euro gutgeschrieben. Außerdem sollen an den Adventswochenenden sämtliche S-Bahn-Fahrer günstiger fahren dürfen. Der Konzern spendet zudem jeweils 100.000 Euro an vier Berliner Wohltätigkeitsorganisationen.

Parallel kündigte das Unternehmen die Wiederinbetriebnahme von zwölf S-Bahn-Zügen der Baureihe 485 an. Diese sollen die bisherige Flotte nach Revisionsarbeiten ergänzen. Derzeit verkehren nur eingeschränkt Züge der Baureihe 481, deren zum Teil unregelmäßig gewartete oder defekte Bremszylinder das seit Wochen andauernde Chaos bei der Berliner S-Bahn verursacht hatten.

Laut Bahn sind derzeit nur 210 Viertelzüge (zwei Wagen) der weit über 600 regulären Züge im Einsatz. Bis Mitte des Monats sollen 300 Viertelzüge instand gesetzt sein, bis Ende Oktober 400. Den kompletten Fahrplan will die DB im Dezember wieder anbieten - wenn keine neuen gravierenden Mängel auftauchen.

böl/AFP/AP/ddp



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