Niedrigzinspolitik: US-Notenbank hält an Milliarden-Geldspritzen fest

Die Niedrigzinspolitik wird weitergehen: Laut Fed-Chef Bernanke wird es auch weiter milliardenschwere Käufe von Hypotheken und Staatsanleihen geben - und somit billiges Geld für die US-Wirtschaft. Doch das Programm wird bald auslaufen.

Ben Bernanke will weiter billiges Geld in die US-Wirtschaft pumpen Zur Großansicht
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Ben Bernanke will weiter billiges Geld in die US-Wirtschaft pumpen

Washington - Die US-Notenbank hält vorerst an ihrer Niedrigzinspolitik fest. Bis zu einer nachhaltigen Besserung der Konjunktur würden weiter Monat für Monat für 85 Milliarden Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere gekauft, teilte die Federal Reserve am Mittwoch in Washington nach einer Sitzung des für die US-Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses mit. Die Fed sei allerdings bereit, die Käufe bei Bedarf zu verringern oder zu verstärken. Ihren Leitzins beließ die Zentralbank wie erwartet bei null bis 0,25 Prozent.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte angekündigt, das Anleihen-Ankaufprogramm bis Mitte 2014 auslaufen lassen zu wollen. Wann die Fed mit dem Ausstieg beginnt, ließ sie nun weiter offen. Die meisten von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Händler, die Geschäfte direkt mit der Fed machen, hatten die Erwartung geäußert, dass die Notenbank bereits im September mit dem Abbau beginnen wird.

Die Frage, wann genau die zinsdrückenden Anleihekäufe gedrosselt werden, versetzt die Finanzmärkte seit Wochen in Aufregung. Erst Ende Juni hatte Bernanke vage Andeutungen gemacht, dass ein Herunterfahren der Kaufpolitik beginnen könne. Die Börsen hatten damals mit deutlichen Verlusten reagiert.

Am Mittwoch selbst haben die Äußerungen der US-Notenbank der Wall Street nicht zu Schwung verholfen. Dow Jones und S&P 500 gingen nach einem Tag mit großen Kurssprüngen fast unverändert aus dem Handel. Überraschend starke Konjunkturdaten hatten die Stimmung von Aktienanlegern tagsüber noch aufgehellt. Die Privatwirtschaft schuf im Juli mehr Stellen als erwartet. Die Leistung der weltweit größten Volkswirtschaft legte zudem im zweiten Quartal überraschend deutlich zu. Der Dow Jones Chart zeigen-Index mit den 30 wichtigsten Titeln sank um 0,1 Prozent auf 15.499 Punkte. Er pendelte im Handelsverlauf zwischen den Marken von 15.492 und 15.634 Stellen. Der breiter aufgestellte S&P lag hauchdünn im Minus und ging mit 1685 Zählern aus dem Handel. Der Nasdaq-Index legte dagegen um 0,3 Prozent auf 3626 Punkte zu. In Frankfurt ging der Dax Chart zeigen mit 8726 Stellen nahezu unverändert aus dem Handel.

Derzeit erwirbt die US-Zentralbank jeden Monat Hypothekenpapiere und Staatsanleihen in Höhe von 85 Milliarden Dollar, um die Zinsen zu drücken. Mit dem billigen Geld soll die Wirtschaft angekurbelt werden. Die Liquiditätsschwemme beflügelt allerdings auch die Finanzmärkte, Aktien gewinnen bei niedrigen Zinsen als Anlageform an Attraktivität.

mia/Reuters

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