Gütersloh - Im Streit zwischen Gruner + Jahr und dem Mutterkonzern Bertelsmann gibt es eine neue Entwicklung: Wie Europas größter Medienkonzern in einer knappen Mitteilung bestätigt, hat der Vorstandschef von Gruner + Jahr, Bernd Buchholz, seinen Posten im Bertelsmann-Vorstand mit sofortiger Wirkung niedergelegt.
Der 50-jährige Manager reagiert damit mutmaßlich auf die anhaltende Diskussion um die künftige Ausrichtung von Gruner + Jahr und kommt einer möglichen Absetzung durch Bertelsmann zuvor. In der vergangenen Woche waren Spekulationen laut geworden über die Zukunft des Hamburger Verlages, der Zeitschriften wie "Stern", "Brigitte" und "Geo" herausbringt und der auch Anteile am SPIEGEL hält.
Wie das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, will Bertelsmann seinen Einfluss auf die Verlagstochter stärken, indem er die Anteile der Familie Jahr kauft, die bisher eine Sperrminorität von 25,1 Prozent an dem Zeitschriftenverlag hält. Bertelsmann offeriert der Familie demnach im Gegenzug Anteile am eigenen Konzern. Dem Bericht zufolge sind die Verhandlungen von Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe mit Vertretern der Familie Jahr im Gang.
Buchholz folgt Vorgänger Kundrun
Das Gütersloher Unternehmen, mit einem Umsatz von mehr als fünfzehn Milliarden Euro größter Medienkonzern Europas, verspricht sich durch den Eigentümerwechsel sowohl höhere Einsparmöglichkeiten als auch eine bessere Kontrolle in dem immer schwierigeren Printmediengeschäft.
Wie das manager magazin unter Berufung auf Unternehmenskreise schreibt, strebe die Familie Jahr, die aus mehr als zwanzig Mitgliedern besteht, einen Bertelsmann-Anteil von mindestens fünf Prozent an. Zuvor hatte die BHF-Bank ein Gutachten vorgelegt, wonach der Wert des G+J-Pakets der Familie Jahr knapp vier Prozent an Bertelsmann entspräche. Laut manager magazin sollen die Verhandlungen bis Ende Oktober zum Abschluss gebracht werden.
Mit dem Verzicht auf das Vorstandsmandat bei Bertelsmann verhält sich Buchholz ähnlich wie sein Vorgänger: Bernd Kundrun hatte im Dezember 2008 seine Ablösung als G+J-Chef durch die Niederlegung seines Bertelsmann-Vorstandsmandats eingeleitet - ebenfalls nach einem Bericht des manager magazin.
nck/dapd
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