Bertelsmann-Imperium Unternehmerwitwe Mohn sichert sich umfassende Kontrolle

Eine neue Stiftung sichert Unternehmerwitwe Liz Mohn und ihrer Familie die Kontrolle am Bertelsmann-Konzern. Über die sogenannten BVG-Stiftung können Mohn und ihre Erben nach SPIEGEL-Informationen Sonderrechte weitergeben und das Imperium lenken. Die Gesellschafter billigten das Konstrukt.

Unternehmerin Mohn: 80 Prozent der BVG-Stimmen unter Kontrolle
dpa

Unternehmerin Mohn: 80 Prozent der BVG-Stimmen unter Kontrolle


Liz Mohn sichert sich und ihrer Familie die Kontrolle über das Bertelsmann-Reich auf lange Sicht mit Hilfe einer besonderen Konstruktion. Nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL wurde bereits vor drei Jahren zu diesem Zweck eine neue, bislang weitgehend unbekannte Stiftung unter dem Namen BVG-Stiftung gegründet.

Einzige verfügungsberechtigte Vertreterin: Liz Mohn. Mit der neuen Konstruktion können Liz Mohn und ihre Erben bestimmte Sonderrechte weitergeben und letztlich den Konzern kontrollieren.

Die Machtsicherung wurde, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, schon vor Jahren eingefädelt und vorbereitet. Bislang hat sich das Vehikel jedoch weder mit der Förderung von mildtätigen Zwecken noch von Waisenkindern, Musik oder Wissenschaft hervorgetan, wie es im Stiftungszweck heißt.

Dafür wird es einem anderen Zweck gerecht: Es gibt Liz Mohn die Mehrheit der Stimmen in der BVG, die über einen sogenannten Lenkungsausschuss alle wichtigen Entscheidungen trifft, auch für Bertelsmann-Stiftung und Konzern. Die in der BVG als Gesellschafter sitzenden Manager akzeptierten vor rund zwei Jahren, dass ein Großteil ihrer Anteile an der BVG auf die kleine BVG-Stiftung übertragen wurde. Sollten sie auch akzeptieren, dass die BVG-Stiftung Teil des Lenkungsausschusses wird, haben die Mohns ihre Macht gesichert.

Bei der BVG kontrolliert Liz Mohn 80 Prozent der Stimmen. Im sogenannten Lenkungsausschuss der BVG hat sie ein Vetorecht, jedoch keine Mehrheit.



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zeitmax 14.08.2010
1. Weg mit der Steuerfreiheit - sofort!
Solange nicht eine eng gefaßter Begriff von Gemeinnützigkeit definiert und Voraussetzung wird, könne diese Pseudo-Stiftungen steuerfrei schalten und walten. Was hier für Arvato und BFS (Bertelsmann Financial Systems) ausgebrütetr und über Lobbyismus reinsten Wassers den Politikern untergejubelt wird, spottet jeder Beschreibung... Weg damit!
marant 14.08.2010
2. ttt
Zitat von sysopEine neue Stiftung sichert Unternehmerwitwe Liz Mohn und ihrer Familie die Kontrolle am Bertelsmann-Konzern. Über die sogenannten BVG-Stiftung können Mohn und ihre Erben Sonderrechte weitergeben und das Imperium lenken. Die Gesellschafter billigten das Konstrukt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,711895,00.html
Tja, wofür so eine Stiftung per Deckmäntelchen gut sein kann... und es finden sich immer wieder einige die einer Stiftung was gutes andichten - ohne zu verallgemeinern - ist ja nur eine Ausnahme.
Baikal 14.08.2010
3.
Zitat von zeitmaxSolange nicht eine eng gefaßter Begriff von Gemeinnützigkeit definiert und Voraussetzung wird, könne diese Pseudo-Stiftungen steuerfrei schalten und walten. Was hier für Arvato und BFS (Bertelsmann Financial Systems) ausgebrütetr und über Lobbyismus reinsten Wassers den Politikern untergejubelt wird, spottet jeder Beschreibung... Weg damit!
Geht nicht, die Macht der Witwen ist einfach zu groß. Friede Springer, ebenso wie Liz Mohn durch gezielte Hingabe zu Mann und Macht gekommen, kann doch über ihre Zeitungen ebenso wie die Dame aus Gütersloh die Parteien hinwegjagen. Gäbe es eine nicht von der Hochfinanz abhängige Regierung, müßte mal ins GG geschaut werden: Art. 14 (2) sagt sehr gut, wozu das Eigentum in einem demokratischen Staat zu dienen hat. Ach, ich vergaß: in einem demokratischen Staat, ist ja nicht.
arkor 14.08.2010
4. kein Platz für solche Leute in der Demokratie
Zitat von BaikalGeht nicht, die Macht der Witwen ist einfach zu groß. Friede Springer, ebenso wie Liz Mohn durch gezielte Hingabe zu Mann und Macht gekommen, kann doch über ihre Zeitungen ebenso wie die Dame aus Gütersloh die Parteien hinwegjagen. Gäbe es eine nicht von der Hochfinanz abhängige Regierung, müßte mal ins GG geschaut werden: Art. 14 (2) sagt sehr gut, wozu das Eigentum in einem demokratischen Staat zu dienen hat. Ach, ich vergaß: in einem demokratischen Staat, ist ja nicht.
Das einzige was hier wirklich interessant ist, dass nun offentsichtlich wird, wozu dieses ganze Stiftungswesen in Deutschland eigentlich da ist....schlichte Machtkontrolle, vom Steuerzahler auch noch bezuschusst, finanziert, steuerermässigt.....alles Lug und Trug...und zum Schaden von Demokratie und Bürgerrechte..... Es ist völlig klar: Konzerne wie Springer und Bertelsmann, haben in Demokratien keine Platz...und Leute wie Springer, Mohn, Murdoch personifizieren dies....solche Machtkonzentrationen darf der Bürger nicht aktzeptieren...
janne2109 14.08.2010
5. Bertelsmann-Imperium: Unternehmerwitwe Mohn sichert sich umfassende Kontrolle
nun mal wieder den Groll runter fahren. Weder Bertelsmann noch Springer betteln um Gelder oder Sicherheiten vom Staat.Beides sind sehr prosperierende Firmen und jeder sollte sich mal hier überlegen, ob nicht Firmen in privater Hand gesünder sind als Opel, Popel oder sonste wer. Vielleicht sollten sich die Schreiber generell mal die Bilanzen der Firmen in Privateigentum ansehen und die kleinere Unternehmer arbeiten sich das Futter aus dem Sakko um ihre Firmen und Mitarbeiter zu erhalten.
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