Bestechungsaffäre: Weitere MAN-Vorstände müssen um ihren Job fürchten

VW-Patriarch Ferdinand Piëch greift bei MAN hart durch: Einem Zeitungsbericht zufolge könnten nach dem Rücktritt von Hakan Samuelsson weitere Vorstände des Münchner Lkw-Herstellers ihren Posten verlieren.

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ddp

MAN-Lastwagen: Vorstände müssen um ihren Job zittern

Frankfurt am Main - Für Aufsichtsrat von MAN Chart zeigen ist die Affäre um Bestechungsgelder mit dem Rücktritt von Hakan Samuelsson noch nicht abgeschlossen. Der Abgang Samuelssons sei aus Sicht des Aufsichtsrats nur ein Teil der Antwort, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Weitere Vorstände müssten um ihren Posten bangen. In einem Bericht der vom MAN-Aufsichtsrat beauftragten Anwaltskanzlei Wilmer Hale würden auch Nutzfahrzeug-Chef Anton Weinmann und Finanz-Chef Karlheinz Hornung Versäumnisse in der Aufarbeitung der Schmiergeldaffäre angelastet, schrieb das "Handelsblatt". Samuelsson hatte am Montag wegen des Schmiergeldskandals sein Amt niedergelegt.

Die Kernfrage für den MAN-Vorstand wird der "SZ" zufolge lauten: "Hat jeder sich in den vergangenen zehn Jahren so verhalten, wie das der Aufsichtsrat von ihm erwartet?" Damit greife VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch bei MAN hart durch. Er sei bei der Aufklärung der Affäre um Bestechungsgelder über zwei Vertraute eingeschaltet. Der Aufsichtsrat wird dem "Handelsblatt" zufolge bei seiner Sitzung am 11. Dezember prüfen, ob Verantwortliche in der Schmiergeldaffäre in Regress genommen werden können.

Der Rücktritt von MAN-Chef Hakan Samuelsson kommt Piëch einem Branchenkenner zufolge nicht ungelegen. Denn Samuelsson habe nicht nur für die Sanierung und Neuausrichtung des Unternehmens gestanden, sondern auch für die Eigenständigkeit von MAN. Piëch hingegen träume von einem integrierten Konzern unter der Führung von Volkswagen Chart zeigen, der weltumspannend alles vom Kleinwagen bis zum 40-Tonner anbietet. Laut "SZ" will Piëch die Nutzfahrzeughersteller MAN und Scania Chart zeigen aber nicht fusionieren, sondern MAN als eigenständige Marke an den größten europäischen Autohersteller anbinden - so wie es mit Scania bereits geschehen ist.

mik/dpa-AFX/Reuters

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