Betriebsrente Alle Arbeitnehmer erhalten Recht auf Zuschüsse

Bislang müssen Arbeitgeber keine Zuschüsse zu Betriebsrenten beisteuern. Das wird sich ab 2019 ändern - nach SPIEGEL-Informationen soll die neue Regelung für alle Arbeitnehmer gelten.

Seniorinnen am Bodensee
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Seniorinnen am Bodensee


Arbeitnehmer können ab 2019 nach SPIEGEL-Informationen mit Zuschüssen ihrer Unternehmen rechnen, wenn sie eine Betriebsrente abschließen und dafür die Möglichkeit der sogenannten Entgeltumwandlung wahrnehmen. Darauf haben sich SPD und Union nach langem Streit über das geplante Betriebsrentenstärkungsgesetz geeinigt.

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Heft 22/2017
Der letzte Wille entzweit Familien - doch es geht auch friedlich. Eine Gebrauchsanweisung

(Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die Gesetzesvorlage soll nun dahingehend abgeändert werden, dass ab 2019 alle Arbeitgeber Zuschüsse zur Betriebsrente in Höhe von 15 Prozent des Sparbeitrags leisten müssen - und zwar bei sämtlichen möglichen Formen der Entgeltumwandlung. Bisher war diese Zuschusspflicht nur für das neue "Sozialpartnermodell" vorgesehen, bei dem die Tarifparteien die Betriebsrenten aushandeln.

Außerdem einigte sich die Koalition darauf, die geplanten staatlichen Zuschüsse für Geringverdiener einem größeren Personenkreis zu gewähren. Nun soll es sie bei einem Monatseinkommen von bis zu 2200 Euro geben. Bislang war eine Grenze von lediglich 2000 Euro vorgesehen.

(Mehr Informationen über die aktuelle Regelung der Betriebsrente und ihrer Formen enthält unser Erklärformat "Endlich verständlich".)

Dieses Thema stammt aus der neuen SPIEGEL-Sonderausgabe zur Bundestagswahl - erhältlich ab Dienstagmorgen und schon heute ab 15 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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ase

insgesamt 50 Beiträge
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Seite 1
flo_bargfeld 26.05.2017
1. Was meist verschwiegen wird:
Durch die Entgeltumwandlung reduziert sich das zu versteuernde Einkommen des Arbeitnehmers – und damit seine Ansprüche aus der gesetzlichen Rente. Die Alterseinkünfte des Arbeitnehmers erhöhen sich also nicht, sondern verschieben sich nur von der gesetzlichen in eine private Rente. Performt die Betriebsrente schlecht (etwa, wenn die Zinsen auch zukünftig niedrig bleiben), reduzieren sich die gesamten Rentenansprüche des Arbeitnehmers sogar. Und das Beste (jedenfalls für Arbeitgeber und die Versicherungen, die die Betriebsrentenprodukte anbieten): Ein neuer Gesetzentwurf zu den Betriebsrenten aus dem Hause Nahles sieht vor, jegliche Garantiewerte für die Betriebsrenten zu streichen und die Arbeitgeber von sämtlichen Haftungsverpflichtungen (etwa bei Konkurs) zu befreien. Ebenfalls gut zu wissen: In der Auszahlungsphase muss der Arbeitnehmer seine Betriebsrente dann auch noch vollständig versteuern.
klyton68 26.05.2017
2. Ein Recht,
welches nicht gewährt werden muss. Betriebsrenten wurden in den 90ern mehr und mehr abgeschafft. Ergo, mal wieder so ein Wahlversprechen, was nach September keiner der Gewählten erinnern will.
ulrich_loose 26.05.2017
3. Garantie ist fast immer
Zitat von flo_bargfeldDurch die Entgeltumwandlung reduziert sich das zu versteuernde Einkommen des Arbeitnehmers – und damit seine Ansprüche aus der gesetzlichen Rente. Die Alterseinkünfte des Arbeitnehmers erhöhen sich also nicht, sondern verschieben sich nur von der gesetzlichen in eine private Rente. Performt die Betriebsrente schlecht (etwa, wenn die Zinsen auch zukünftig niedrig bleiben), reduzieren sich die gesamten Rentenansprüche des Arbeitnehmers sogar. Und das Beste (jedenfalls für Arbeitgeber und die Versicherungen, die die Betriebsrentenprodukte anbieten): Ein neuer Gesetzentwurf zu den Betriebsrenten aus dem Hause Nahles sieht vor, jegliche Garantiewerte für die Betriebsrenten zu streichen und die Arbeitgeber von sämtlichen Haftungsverpflichtungen (etwa bei Konkurs) zu befreien. Ebenfalls gut zu wissen: In der Auszahlungsphase muss der Arbeitnehmer seine Betriebsrente dann auch noch vollständig versteuern.
mit kaum einer Verzinsung gleich zu setzen. Warum also nicht mit etwas Risiko, dafür aber "Chancen"? Wofür soll übrigens ein Arbeitgeber haften? Wenn ich das richtig sehe, ist er schon mit Zwangszuschüssen belastet und er verwaltet die Sparsumme auch nicht. Wenn also jemand pleite geht, ist davon die Betriebsrente nicht betroffen. Man werfe einen Blick z.B. auf die Pensionszusagen der ÖR... Da wandern Milliarden der GEZ Gebühren hin und zu einer Betriebsrente die eine z.B. eine AG abgab, wird sich kein Arbeitgeber mehr hinreißen lassen denn da müssen mittlerweile nicht unbeträchtliche Teile des Gewinns zurück gelegt werden. Ich finde also diese Regelung eben noch für alle Beteiligten akzeptabel.
stoffi 26.05.2017
4. Wer kann mit meine Frage beantworten?
Ich erhalte eine kleine Betriebsrente von 150 Euro. Davon muss ich noch Krankenkasse und Pflegekasse abführen. Soll das weiterhin bei kleinen Betriebsrenten so bleiben?
tomkey 26.05.2017
5. Die SPD kapiert es einfach nicht
Ein typisch "sozialdemokratischer" Lösungsweg bei der Betriebsrente. So sehen also die Vorschläge der Gerechtigkeitspartei SPD aus. Gut zu wissen, Herr Schulz.
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