Betrugsverdacht Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Offshore-Pionier

Es geht um 150 Millionen Euro: Nach Informationen des SPIEGEL haben frühere Geschäftspartner den Unternehmer Günter Eisenhauer angezeigt - er soll sie im Zusammenhang mit dem Nordsee-Windparkprojekt Global Tech I betrogen haben. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. 


Hamburg - Im Zusammenhang mit dem Offshore-Windparkprojekt Global Tech I droht ein Betrugsskandal: Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt nach Informationen des SPIEGEL wegen des Verdachts auf Betrug und Steuerstraftaten gegen den Unternehmer Günter Eisenhauer, einen der Initiatoren des Projekts. Ehemalige Geschäftspartner des 48-Jährigen haben Anzeige erstattet, weil sie sich um fast 150 Millionen Euro gebracht fühlen. Eisenhauer bestreitet die Vorwürfe.

Er gehörte zu einer Gruppe von Unternehmern, die 2003 die Firma Nordsee Windpower GmbH und Co. KG. gründete. Er selbst wurde einer der Geschäftsführer. Die Firma wollte eine Genehmigung für Global Tech I erwirken und diese dann verkaufen. 2006 wurde die Lizenz zum Bau des Windparks erteilt. Eisenhauer verkaufte wenig später sämtliche Gesellschaftsanteile der Nordsee Windpower an eine Firma in Dubai - für 4,9 Millionen Euro. Eisenhauer sagt, er habe zu diesem Zeitpunkt nur diesen Weg für den Verkauf gesehen.

Seine früheren Partner gehen mittlerweile davon aus, dass die Anteile 150 Millionen Euro wert waren. Und dass hinter der Firma in Dubai Strohmänner Eisenhauers steckten, was dieser bestreitet. Der Grund für den Verdacht: Kurz nach dem Verkauf nach Dubai landete die Genehmigung für Global Tech I wieder in Deutschland bei der Firma Wetfeet. Die Hälfte dieses Unternehmens gehörte damals Eisenhauer selber. Später kauften unter anderem die Stadtwerke München Anteile. "So lässt sich der Wert der Global-Tech-Lizenz hochrechnen", sagt Rechtsanwalt Stefan Dierkes, der nun Eisenhauers frühere Partner vertritt.

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