Betrugsverdacht US-Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Goldman Sachs

Paukenschlag in New York: In der Affäre um riskante Immobilienpapiere hat die US-Justiz strafrechtliche Vorermittlungen gegen Goldman Sachs eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft von Manhattan untersucht einem Zeitungsbericht zufolge, ob die US-Investmentbank ihre Kunden betrogen hat.

Zentrale von Goldman Sachs in Manhattan: Staatsanwaltschaft geht Betrugsverdacht nach
AFP

Zentrale von Goldman Sachs in Manhattan: Staatsanwaltschaft geht Betrugsverdacht nach


New York - Die elfstündige Anhörung durch die US-Börsenaufsicht war nur der Anfang. Jetzt hat auch die Staatsanwaltschaft in Manhattan strafrechtliche Ermittlungen gegen die Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigen eingeleitet. Ein mit den Vorgängen Vertrauter bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des "Wall Street Journal".

Der Zeitung zufolge wurden die Ermittlungen durch einen Hinweis der Börsenaufsicht SEC ausgelöst, betreffen demnach aber andere Transaktionen. Die Behörde hat Goldman Sachs zivilrechtlich auf Schadensersatz verklagt. Sie wirft der Bank vor, bei der Vermarktung eines verbrieften Hypothekenkredits im Jahr 2007 institutionellen Investoren wie der deutschen Mittelstandsbank IKB wichtige Informationen vorenthalten zu haben.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte zwar, sie könne die Angaben weder bestätigen noch dementieren. Goldman Sachs selbst äußerte sich nur wenig offener: "Da unser Unternehmen derzeit stark im Mittelpunkt steht, sind wir nicht überrascht von dem Bericht über Ermittlungen." Die Bank werde in jeder Hinsicht mit allen Behörden zusammenarbeiten. Wie die "New York Post" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, bemüht sich Goldman Sachs um eine Einigung mit der Börsenaufsicht, um aus der öffentlichen Schusslinie zu gelangen.

Weiteres Goldman-Geschäft unter der Lupe

Informierten Kreisen zufolge hat die Staatsanwaltschaft im New Yorker Bezirk Brooklyn bereits ein weiteres Goldman-Geschäft vom März 2007 unter die Lupe genommen, bei dem die Bank unter dem Namen "Timberwolf 1" ebenfalls einen verbrieften Hypothekenkredit (CDO) angeboten hat. Diese Transaktion fiel mehreren mit den Untersuchungen vertrauten Personen zufolge im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen zwei frühere Hedgefonds-Manager von Bear Stearns Chart zeigen auf. Die inzwischen von JP Morgan Chase Chart zeigen übernommene Investmentbank hatte demnach 300 Millionen Dollar in "Timberwolf 1" investiert. Der CDO verlor binnen fünf Monate 80 Prozent seines Werts und wurde 2008 abgewickelt.

Die "Timberwolf"-Ermittlungen führten zu keiner Anklage gegen die Bear-Stearns-Manager, die auch im Kernvorwurf der Lüge gegenüber Investoren nicht vor Gericht gestellt wurden.

Die Goldman-Spitze musste sich erst am Dienstag vor dem US-Senat für ihre Geschäfte rechtfertigen. Die SEC wirft Goldman Sachs und einem französischen Manager der Bank, Fabrice Tourre, vor, die Immobilienkrise in den USA für lukrative Geschäfte genutzt und dabei seine Kunden massiv mit nicht gesicherten Immobiliengeschäften geschädigt zu haben. Verbriefte Hypothekenkredite gelten als Brandbeschleuniger der Finanzkrise.

mik/Reuters/AFP/apn

insgesamt 2 Beiträge
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sic tacuisses 30.04.2010
1. still ruht der See....
Zitat von sysopIn der Affäre um riskante Immobilienpapiere von Goldman Sachs laufen jetzt auch strafrechtliche Vorermittlungen der US-Justiz. Die Staatsanwaltschaft von Manhattan untersucht einem Zeitungsbericht zufolge, ob die US-Investmentbank ihre Kunden betrogen haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,692173,00.html
Ermittlungen deutscher Staatsanwälte ?? Fehlanzeige. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Ich bin ein Schelm !
chico 76 03.05.2010
2. Staatsanwälte??
Zitat von sic tacuissesErmittlungen deutscher Staatsanwälte ?? Fehlanzeige. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Ich bin ein Schelm !
ich auch die Staatsanwältin im Fall Zumwinkel hat mich ja hoffen lassen,dass bei uns Betrüger jeglicher Sorte verfolgt werden.Die mutige Dame wurde aber sehr schnell versetzt. Wenn der Staat solch beschämende Zeichen setzt,wen wunderts,dass die Ackermänner nichts mehr zu befürchten haben?
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