Betrugsvorwurf Verbraucherschützer zeigen Ergo an

Ergo verspricht einen Neuanfang, doch die Vergangenheit lastet schwer auf dem Versicherer: Nun haben Verbraucherschützer Strafanzeige gegen das Unternehmen gestellt - wegen Betrugsverdacht bei Betriebsrenten. Vertreter sollen bewusst zu teure Policen verkauft haben.

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: Neuer Verhaltenskodex für Vertreter
dapd

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: Neuer Verhaltenskodex für Vertreter


Düsseldorf - Die Woche lief für Ergo eigentlich nicht schlecht. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch blieb der befürchtete Facebook-Mob aus, Ergo-Chef Torsten Oletzky hatte Gelegenheit, über Erpressungsversuche zu klagen, sich für Verfehlungen zu entschuldigen und einen neuen Verhaltenskodex für Vertreter vorzustellen.

Doch nun droht dem Versicherer neuer Ärger: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat die Ergo-Versicherung angezeigt. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich auf eine der Zeitung vorliegende Strafanzeige. Hintergrund sind Praktiken bei Betriebsrenten, die das "Handelsblatt" in der vergangenen Woche aufgedeckt hat. Demnach sollen Ergo-Vertreter mit Unternehmen zunächst Rahmenverträge für betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen haben. Dann sollen sie sich jedoch über diese Kollektivverträge hinweggesetzt und Mitarbeitern Einzelverträge zu wesentlich schlechteren Konditionen verkauft haben. Grund seien die höheren Provisionen gewesen, die Vertreter so erzielen konnten.

"Wir befürchten, dass wir bisher nur die Spitze des Eisberges sehen" sagte Gerd Billen, Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, dem "Handelsblatt". "Es geht um das Vertrauen in die private Altersvorsorge. Wenn dieses Vertrauen bricht, dann müssen Konsequenzen gezogen und Verbraucher für ihre Schäden ohne Wenn und Aber entschädigt werden."

Ergo war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Unternehmenshef Oletzky hatte zu den Vorwürfen am Mittwoch grundsätzlich gesagt, eine Klärung solcher Beschuldigungen sei "sehr, sehr aufwändig". Einem Vertreter sei aufgrund verschiedener Vorwürfe aber gekündigt worden.

Die Verbraucherschützer wollen nun laut der Zeitung von der Staatsanwaltschaft überprüfen lassen, wie viele Geschädigte es gibt und wie dies zu ahnden ist. "Die Versicherten, aber auch die Unternehmen, wurden hier klar getäuscht und geschädigt", sagte Billen. "Dafür müssen die handelnden Vermittler und die Verantwortlichen bei Ergo geradestehen."

cte/dapd/AFP



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insgesamt 12 Beiträge
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Methados 05.08.2011
1. werrbung
ka wie es euch geht, aber immer wenn ich die ergo versicherung nowadays im TV sehe, dann muss ich unweigerlich an die skandale denken. im prinzip also die totale anti-werbung. jedenfalls bei mir und auf jedemfall bei jedem der um mich herum sitzt, denn diese themen kommen dann immer hoch und werden genüsslich ausgepackt.
colouredwolf 05.08.2011
2. Rentenbetrug
Zitat von sysopErgo verspricht einen Neuanfang, doch die Vergangenheit lastet schwer auf dem Versicherer: Nun haben Verbraucherschützer Strafanzeige gegen das Unternehmen gestellt - wegen Betrugsverdacht bei Betriebsrenten. Vertreter sollen bewusst zu teure Policen verkauft haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778498,00.html
Dies ist ja gang und gäbe in der Versicherungswirtschaft! Deshalb ist die private Rentenabsicherung erheblich schlechter als die staatliche. Unsere Politiker haben den Versicherungen erlaubt, einen ganz, gaaaanz tiefen Schluck aus der Pulle zu nehmen. Bei vielen Verträgen dauert es fünfzehn bis zwanzig Jahre, bis man die Abschlussgebühren erwirtschaftet hat, und bis dahin eine Rente erwirtschaftet hat, die den eingezahlten Beträgen entspricht - und das noch ohne Verzinsung. Nach fünfundzwanzig bis dreissig Jahren erzielt man eine reale Verzinsung oberhalb der, die man mit einem gewöhnlichen Postsparbuch erreicht. Es profitieren nur die Versicherungsvertreter! Dafür, dass sie keine Ausbildung, kein Fachwissen benötigen, haben sie einen hochdotierten Job, ähnlich den Anal-listen an der Börse.
nebenjobber 05.08.2011
3. mal langsam
Zitat von colouredwolfDies ist ja gang und gäbe in der Versicherungswirtschaft! Deshalb ist die private Rentenabsicherung erheblich schlechter als die staatliche. Unsere Politiker haben den Versicherungen erlaubt, einen ganz, gaaaanz tiefen Schluck aus der Pulle zu nehmen. Bei vielen Verträgen dauert es fünfzehn bis zwanzig Jahre, bis man die Abschlussgebühren erwirtschaftet hat, und bis dahin eine Rente erwirtschaftet hat, die den eingezahlten Beträgen entspricht - und das noch ohne Verzinsung. Nach fünfundzwanzig bis dreissig Jahren erzielt man eine reale Verzinsung oberhalb der, die man mit einem gewöhnlichen Postsparbuch erreicht. Es profitieren nur die Versicherungsvertreter! Dafür, dass sie keine Ausbildung, kein Fachwissen benötigen, haben sie einen hochdotierten Job, ähnlich den Anal-listen an der Börse.
machen Sie sich lieber schlau bezgl. der vorgeschriebenen Ausbildung. Es besteht zwar erst seit 2007 die Pflicht zum Nachweis der Sachkunde.....aber immerhin. Ihre Kritik zur Rentenversicherung ist ungerechtfertigt und ein Vergleich mit einem Sparbuch nonsens. Warum? Weil nur eine RentenVERSICHERUNG ihr Langlebigkeitsrisiko absichert. Spätestens wenn Ihr Sparbuch mit 80 leer ist, werden Sie das dann aber auch verstanden haben. Man kann sich streiten wie hoch Abschlußkosten sein dürfen, ist hier aber nicht das Thema. Zum Thema selbst, es geht hier um 160 von über 20.000 vermittelten BAV´s. Ob die Fehlpolicierungen als Einzelvertrag in betrügerischer Absicht erfolgten, bleibt abzuwarten.
nebenjobber 05.08.2011
4. mal langsam
Zitat von colouredwolfDies ist ja gang und gäbe in der Versicherungswirtschaft! Deshalb ist die private Rentenabsicherung erheblich schlechter als die staatliche. Unsere Politiker haben den Versicherungen erlaubt, einen ganz, gaaaanz tiefen Schluck aus der Pulle zu nehmen. Bei vielen Verträgen dauert es fünfzehn bis zwanzig Jahre, bis man die Abschlussgebühren erwirtschaftet hat, und bis dahin eine Rente erwirtschaftet hat, die den eingezahlten Beträgen entspricht - und das noch ohne Verzinsung. Nach fünfundzwanzig bis dreissig Jahren erzielt man eine reale Verzinsung oberhalb der, die man mit einem gewöhnlichen Postsparbuch erreicht. Es profitieren nur die Versicherungsvertreter! Dafür, dass sie keine Ausbildung, kein Fachwissen benötigen, haben sie einen hochdotierten Job, ähnlich den Anal-listen an der Börse.
machen Sie sich lieber schlau bezgl. der vorgeschriebenen Ausbildung. Es besteht zwar erst seit 2007 die Pflicht zum Nachweis der Sachkunde.....aber immerhin. Ihre Kritik zur Rentenversicherung ist ungerechtfertigt und ein Vergleich mit einem Sparbuch nonsens. Warum? Weil nur eine RentenVERSICHERUNG ihr Langlebigkeitsrisiko absichert. Spätestens wenn Ihr Sparbuch mit 80 leer ist, werden Sie das dann aber auch verstanden haben. Man kann sich streiten wie hoch Abschlußkosten sein dürfen, ist hier aber nicht das Thema. Zum Thema selbst, es geht hier um 160 von über 20.000 vermittelten BAV´s. Ob die Fehlpolicierungen als Einzelvertrag in betrügerischer Absicht erfolgten, bleibt abzuwarten.
frnzwltr 05.08.2011
5. "Ergo inkompetent..."
Das wird einige Zeit dauern, bis der Image-Schaden bei der Ergo wieder gutgemacht ist. Die Kundenmeinung im Internet lässt sich zusammenfassen in dem Zitat "schlechter Service, inkompetente und unfähige Mitarbeiter" Weitere Erfahrungsberichte von Kunden mit der Ergo: http://www.brandigg.de/brand/ERGO
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