Rechte an Weltmeisterschaften Fifa scheitert mit Klage gegen Pay-TV-Verbot

EU-Staaten dürfen Fußballverbänden verbieten, Exklusivrechte an Pay-TV-Sender zu vergeben. Welt- und Europameisterschaften hätten erhebliche gesellschaftliche Bedeutung, urteilte der Europäische Gerichtshof. Die Länder hätten ihre Gesetze lediglich zu schlecht begründet.

Fifa-Chef Blatter: Niederlage vor EuGH
DPA

Fifa-Chef Blatter: Niederlage vor EuGH


Stuttgart - Gute Nachrichten für Fußballfans in Europa: Sie müssen auch in Zukunft keine exklusive Ausstrahlung von Fußball-Welt- und Europameisterschaften im Bezahlfernsehen befürchten. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wies am Donnerstag die Klagen der Fußballverbände Fifa und Uefa gegen entsprechende Regeln in Großbritannien und Belgien zurück.

Die EU-Staaten hätten das Recht, Exklusivrechte für Privatsender zu verbieten, wenn sie Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung wie eben die Endrunden bei Fußballturnieren übertragen wollen, erklärte das Gericht in Luxemburg. Den Fußballverbänden bleiben die Einnahmen aus den entscheidenden WM- und Euro-Spielen verwehrt.

Zur Begründung hieß es weiter, durch das Verbot der Exklusivübertragung werde zwar der freie Wettbewerb und das Eigentumsrecht beeinträchtigt. Doch sei dies durch das Ziel des Staates gerechtfertigt, das Recht auf Informationen der Bevölkerung zu schützen.

Die Verbände hatten argumentiert, nicht alle diese Spiele seien Ereignisse von erheblicher Bedeutung in Belgien und Großbritannien. Der EuGH teilt diese Sichtweise grundsätzlich. Auch die Spiele der Endrunde könnten in Phasen aufgeteilt werden, die nicht alle zwangsläufig für die Öffentlichkeit besonders wichtig seien. Doch im vorliegenden Fall habe sich aus den Akten ergeben, dass die Turniere insgesamt bei einem breiten Publikum populär waren und nicht nur bei denjenigen, die ohnehin Fußballspiele im Fernsehen verfolgten. Die Richter monierten allerdings, die Mitgliedstaaten hätten in ihrem Antrag an die EU-Kommission dieses nicht ausreichend begründet.

cte/Reuters

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 78 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Stelzi 18.07.2013
1. Beispielhaft
Es gibt halt auch gute Arbeit aus Brüssel.
brux 18.07.2013
2. ---------------
Zitat von StelziEs gibt halt auch gute Arbeit aus Brüssel.
Sie sollten Ihr EU-Wissen auffrischen. Der EUGH sitzt in Luxemburg.
u.loose 18.07.2013
3. Sozialistische Einheitsrepublik Europa?
Mit der selben "Argumentation" hätte man auch glatt jeden neuesten Spielfilm im Privatfernsehen verbieten können - da herrscht ja auch allgemein hohes Interesse vor, den neuesten Bond oder Harry Potter ohne extra Bezahlung sehen zu wollen... Wie wäre es mit kostenlosem Eintritt ins Stadion - offenbar reich ja ein allgemeines Interesse...
hk1963 18.07.2013
4. Das hätten sie gerne
Milliarden der Steuerzahler für Infrastrukturmassnahmen rund um die Meisterschaften abzocken und dann sollen die Steuerzahler nochmal zahlen, um sich das auch nur angucken zu können.
hansmaus 18.07.2013
5.
Zitat von StelziEs gibt halt auch gute Arbeit aus Brüssel.
Hihi, wäre ja noch schöner wenn man dem Volk erst das Brot und dann auch noch die Spiele weg nimmt.....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.