Hunter Biden Sohn des US-Vizepräsidenten arbeitet für ukrainischen Gaskonzern

Delikate Personalie im Ukraine-Konflikt: Hunter Biden, Sohn des US-Vizepräsidenten, übernimmt eine der Schaltstellen des ukrainischen Gasproduzenten Burisma. Den Hardlinern in Russland liefert sein Engagement eine Steilvorlage für ihre Propaganda.

US-Vizepräsident Biden, Sohn Hunter: Lobbyarbeit in der Ukraine
AP

US-Vizepräsident Biden, Sohn Hunter: Lobbyarbeit in der Ukraine

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Washington - Aus Sicht des Weißen Hauses ist die berufliche Neuorientierung von Hunter Biden nicht einmal einen Kommentar wert. Erst auf Nachfrage ringt sich Sprecher Jay Carney zu einer knappen Erklärung durch: "Hunter Biden und die anderen Mitglieder der Biden-Familie sind freie Bürger der USA. Ihr berufliches Engagement geht die Regierung ebenso wenig an, wie den Präsidenten oder seinen Stellvertreter."

Doch ganz so alltäglich, wie Carney es darstellt, ist die Personalie nicht, die am Dienstag bekannt wurde. Denn der Sohn von Joe Biden heuert bei der Burisma Holding an, einem privaten Gasproduzenten in der Ukraine. Biden ist Rechtsanwalt der New Yorker Großkanzlei Boies, Schiller & Flexner. Er soll als Cheflobbyist Kontakte zu internationalen Partnern pflegen und sich um rechtliche Angelegenheiten kümmern.

Biden ist nicht der erste Ausländer in der Firma: Im Aufsichtsrat sitzen mehrere Amerikaner, aber kein einziger Ukrainer. Mit von der Partie ist auch Devon Archer, der einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge ein enger Freund des Stiefsohns von US-Außenminister John Kerry ist.

20 Milliarden Kubikmeter pro Jahr

Die Ukraine fördert pro Jahr rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus eigenen Quellen. Das Land versucht seit Jahren, die Inlandsproduktion zu steigern, um seine Abhängigkeit und den Einfluss von Russland zu verringern. Die Erschließung der Schiefergasreserven soll dazu beitragen.

Burisma ist nach den Angaben auf der eigenen Webseite erst seit 2002 auf dem ukrainischen Gasmarkt aktiv. Die Firma präsentiert sich zwar als einer der "führenden Gasproduzenten" im Land. Der mit Abstand größte Gasproduzent in der Ukraine ist jedoch der Staatskonzern Naftogas. Auch unter den größten privaten Gasförderern tauchte Bidens neuer Arbeitgeber in den vergangenen Jahren nicht auf.

Allerdings scheint das Unternehmen über beste Kontakte zu verfügen. Traditionell dominieren Seilschaften aus Politik und Oligarchen das einträgliche Gasgeschäft in der Ukraine. Burisma mischt dabei offensichtlich gut mit. In den vergangenen Jahren wuchs die Holding durch einige größere Übernahmen. Für ukrainische Medien ist das Anlass genug, Mutmaßungen über die Hintermänner anzustellen: Burisma werde direkt oder indirekt von Expolitikern und Beamten kontrolliert, schreibt die ukrainische Ausgabe des Magazins "Forbes".

Oligarchen im Hintergrund

Nach Recherchen des "Wall Street Journal" ist einer dieser Hintermänner der ukrainische Oligarch und frühere ukrainische Minister Nikolai Slotschewskij. In dieser Zeit habe sein Unternehmen viele Lizenzen zur Gasförderung erhalten und die Produktion deutlich gesteigert.

Für die Hardliner in Russland dürfte Bidens Anstellung erneut Argumente liefern, um die USA als Drahtzieher der politischen Verwerfungen in der Ukraine hinzustellen. Staatstreue russische Medien stellen die Maidan-Revolution seit Monaten als von Washington geplanten und bezahlten Putsch dar. Immer wieder ist auch die Rede davon, das Weiße Haus habe ein Auge auf die Schiefergasvorräte der Ukraine geworfen.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 149 Beiträge
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Seite 1
Az. 14.05.2014
1. Ist ja
Sooooooooo überraschend. :D
emantsol 14.05.2014
2. Bei uns?
"Traditionell dominieren Seilschaften aus Politik und Oligarchen das einträgliche Gasgeschäft in der Ukraine." Ist das bei uns anders?
smolnyj39 14.05.2014
3. optional
Einer wurde schon instaliert, wann folg ein anderer? Natürlich ist Schiefergas ein option, wenn man auf die Natur kein Wert legt. Osten hat Förderung von Schiefergas verboten, jetz soll die EU es auch tun!!!
makaburger 14.05.2014
4. Wundert dies eigentlich irgendjemand?
Wie in allen internationalen Konflikten in welchem es um Energie geht laufen die Geräte zusammen in Washington . Eigenartig ist allerdings das teilweise die Foristen immer noch glauben es geht um Demokratie... Wie verblendet muss man eigentlich sein um diese Zusammenhänge nicht zu sehen?????
fred0r 14.05.2014
5. Freedom and Democracy ?
Diese Personalie ist echt dreist. Es scheint jegliche Scheu verloren gegangen zu sein.
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