Viel Sonne "Wirklich gutes Sommerwetter" lässt Bierabsatz steigen

Viel Sonne und kaum Regen schon seit dem Frühling, dazu noch eine Fußball-WM: 2018 bietet bislang beste Bedingungen für Brauereien. Bis September haben sie mehr Bier verkauft als im Vorjahreszeitraum.

Bierkasten im Forggensee (Bayern)
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Bierkasten im Forggensee (Bayern)


Ende Juli zeichnete es sich schon ab - da gingen einigen Brauereien die Pfandflaschen aus. Nun bestätigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts: Deutschlands Brauer haben vom Sonnensommer und der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 profitiert. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Absatz von Bier im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent. Insgesamt setzten Brauereien und Bierlager damit von Januar bis September rund 72,7 Millionen Hektoliter ab.

Die amtlichen Statistiker machen zum Teil die Fußball-WM für den höheren Bierabsatz verantwortlich, zudem aber vor allem "das wirklich gute Sommerwetter", wie eine Statistikerin erläuterte. Auch die Branche selbst erklärt das Nachfrageplus mit dem sonnigen Frühling und dem außergewöhnlich warmen Sommer. "Brauereien mussten mitunter Sonderschichten fahren, um genügend Bier an den Handel und die Gastronomie liefern zu können", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes (DBB), Holger Eichele.

Allerdings macht zumindest das Statistische Bundesamt der Branche wenig Hoffnung auf dauerhaft steigenden Absatz. "Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass der Trend wieder hin zum Bier geht", sagte die Statistikerin. Seit Jahren zeige sich, dass Bier insbesondere bei den Jüngeren nicht mehr so gut ankomme - der Absatz geht seit Jahrzehnten tendenziell zurück.

Bier: Zu welchem Konzern gehört welche Marke?

Dafür steigt seit kurzem die Zahl der Brauereien wieder. Mitte 2018 hat laut DBB die Zahl der in Deutschland gemeldeten Brauereien die Marke von 1500 überschritten. Hintergrund ist nach früheren Angaben auch der Trend in den Ballungszentren hin zu kleineren Spezialitätenbrauereien, die unter anderem aromatisiertes Craft Beer anbieten.

fdi/Reuters/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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hegoat 01.11.2018
1.
Für eine Mehrproduktion von 0,8 Prozent müssen Brauereien Sonderschichten einführen? Das heißt auf ca. 120 Schichten käme jetzt eine Schicht mehr. Wer so eine marginale Mehrproduktion nicht im Regelbetrieb leisten kann, hat irgendwas falsch gemascht.
stiller-denker 02.11.2018
2. Sonderschichten bei 0,8 Prozent Mehrproduktion
Dann müssen ja einige große Brauereien ganz schön Marktanteile verloren haben. Vorstellbar wäre das z.B. bei der Krombacher Brauerei. Durch die Zusammenarbeit mit Nestle wird Krombacher ja nun von vielen Kiosks, Einzelhändlern und Gastronomen nicht mehr angeboten (trotz der vermehrten Sonderangebote von Krombacher). - - - Rechenbeispiel: Krombacher 5 Mill. Hektoliter (-2%) + 10 mittelgroße Brauereien a 200.000 Hektoliter (+7,7%) + 4 neue Brauereien a 500 Hektoliter = 0,8% Mehrproduktion insgesamt und Sonderschichten bei 10 Brauereien. Leider fehlen in dem Bericht konkrete Detailinformationen.
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