Bieterkampf um Warenhauskette Zwei Käufer für Kaufhof

Der eine geriet wegen windiger Aktiengeschäfte in Verruf, der andere inszeniert sich als sozialer Finanz-Dandy - Geld wie Heu haben beide: Der Grieche George Economou und der Deutsch-Amerikaner Nicolas Berggruen streiten um die Warenhauskette Kaufhof. Ein Steckbrief der ungleichen Milliardäre.

Kaufhof-Logo: Milliardäre kämpfen um Kaufhof
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Kaufhof-Logo: Milliardäre kämpfen um Kaufhof

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Hamburg - Jahrelang suchte Kaufhof nach einem möglichen neuen Besitzer - jetzt plötzlich hat die Warenhauskette gleich zwei Interessenten: die Immobilienfirma Signa mit ihrem Hauptanteilseigner, dem griechischen Milliardär und Reeder George Economou, und Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen. Es gebe Sondierungsgespräche mit beiden, bestätigte die Kaufhof-Mutter Metro am Mittwoch.

Für das Unternehmen bieten damit zwei Superreiche mit schillernder Vita.

Berggruen inszeniert sich gern als "gute Heuschrecke", als Finanzinvestor, dem es nicht nur um den eigenen Profit geht, sondern auch um das gesellschaftliche Allgemeinwohl. Er hatte im vergangenen Jahr bereits Karstadt gekauft - und schmiedet nun offenbar Pläne für einen neuen Handelsgiganten.

Economou gilt laut "Handelsblatt" als Finanzhai, der bei allem, was er tut, auf den eigenen Vorteil bedacht ist - und gleichzeitig als Kunstsammler gilt, der seinen Adjutanten Dimitri Gravanis bisweilen in Lederhosen auf Auktionen schickt, um dort die Preise in die Höhe zu treiben.

Gutmensch gegen Grieche: Für die Warenhauskette könnte der Bieterstreit ein Glücksfall sein. Mindestens 2,4 Milliarden Euro soll Economou für ihr operatives Geschäft und ihre Immobilien geboten haben. Berggruen soll nur für das operative Geschäft allein bieten, für die Immobilien hingegen gemeinsam mit anderen Investoren. Wer letztlich den Zuschlag erhält, ist noch nicht abzusehen; laut Insidern sollt derzeit Economou etwas die Nase vorn haben.

Wer sind die beiden Milliardäre und was ist ihre Vision? Wie reich sind sie und wie sind sie zu ihrem Vermögen gekommen? Ein Steckbrief.

insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Malshandir 02.11.2011
1. Griechenland
Vielleicht wäre eine Investition in griechenland besser für den reeder. Da hat er bestimmt auhc nicht alles versteuert.
Sabi 02.11.2011
2. Tycoon
Zitat von sysopDer eine geriet wegen windiger Aktiengeschäfte in Verruf, der andere inszeniert sich als sozialer*Finanz-Dandy - aber Geld wie Heu haben beide: Der Grieche*George Economou und der Deutsch-Amerikaner Nicolas Berggruen streiten um die Warenhauskette Kaufhof. Ein Steckbrief der ungleichen Milliardäre. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,795491,00.html
Die Tycoons Onassis und Niarchos, beide durch Spekulationen im Öl und Frachtgeschäft überreich geworden, gingen auch über Leichen, wenn's um den eigenen Profit ging !
Stauss 02.11.2011
3. Schön,
Dirty Shipping will den Kaufhof kaufen. Na ja, schlimmer als der Dirty Finger Middelhoff für Karstadt kann der für den Kaufhof auch nicht sein. Karstadt und Quelle sind pleite und Middelhoff wurde dabei immer reicher.
heuwender 02.11.2011
4. das einzige
Zitat von SabiDie Tycoons Onassis und Niarchos, beide durch Spekulationen im Öl und Frachtgeschäft überreich geworden, gingen auch über Leichen, wenn's um den eigenen Profit ging !
was sich bis heute geändert hat,sind die Namen,alles andere ist nach wie vor gleich.Das ist das Gesicht der Raffkes auf der ganzen Welt.
bitterling 02.11.2011
5. Heuschrecken!
Das passt zum Bild Griechenlands, wo ca 2 000 Familien-Clans über 80% des Vermögens besitzen, größtenteils im Ausland leben - die Meisten in London- über 400 Milliarden im Ausland gebunkert haben und sich einen Scheißdreck um die heimatlichen Probleme kümmern. Economou, der seinen Reichtum mit fragwürdigen, kriminellen(?) Methoden, jedenfalls ohne ehrliche Arbeit erworben hat, will jetzt bei uns als Heuschrecke tätig werden, anstatt in seiner Heimat zu investieren, um dort die marode Wirtschaft anzukurbeln. Einfach nur zum Kotzen! PS: Auch sein Konkurrent Berggruen, der als stinkreicher Erbe u. gewiefter Spekulant Milliardär geworden ist, ist ein nicht sonderlich sympathischer Zeitgenosse.
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