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Währungsvergleich: Was uns der Big-Mac-Index lehrt

Big Mac mit Pommes: Auch für Ökonomen interessant Zur Großansicht
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Big Mac mit Pommes: Auch für Ökonomen interessant

Der Euro wird an Wert gewinnen, der Franken steht vor dem Absturz - zumindest wenn man an den Big-Mac-Index glaubt. Die alljährliche Spaßerhebung des "Economist" hat einen ernsthaften Kern.

Russlands Fast-Food-Fans können sich freuen: Einen Big Mac kriegen sie bei McDonalds bereits für umgerechnet 1,53 Dollar. In der Eurozone muss man für das mit Sesam bestreute Weizenmehlbrötchen mit den zwei Buletten mehr als vier Euro hinlegen.

Das wäre eigentlich nicht so wichtig in Zeiten, in denen die Schnellrestaurantkette um ihre Bedeutung ringt. Für Ökonomen, gerade die humorbegabten, hat der Big Mac aber einen Wert, der seinen Nährwert deutlich übersteigt: Er ist Grundlage des Big-Mac-Index.

Das britische Wirtschaftsmagazin "Economist" erhebt den Indikator seit 1986, als leicht ironisch gemeintes Maß, um die Über- oder Unterbewertungen im weltweiten Währungssystem festzustellen.

Denn der Außenwert einer Währung, der in der Regel auf den Finanzmärkten ermittelt wird, entspricht nicht zwangsläufig ihrem Binnenwert - also dem, was man in dem jeweiligen Land tatsächlich damit kaufen kann. Nur wenn Außen- und Binnenwert übereinstimmen, ist aber die sogenannte Kaufkraftparität erreicht.

Teure Big Macs, überbewertete Währung

Der Big Mac erschien der Index-Erfinderin Pam Woodall als ideales Produkt um die wahre Kaufkraft von Währungen zu vergleichen. Der Burger mit den zwei Buletten wird auf der ganzen Welt gleich zubereitet, müsste also überall gleich viel kosten.

Etwas technischer ausgedrückt: Wären Binnenwert und Außenwert einer Währung immer identisch, müsste bei einem Euro-Dollar-Umrechnungskurs von 1:1 ein Big Mac in Berlin genauso viele Euro kosten wie Dollar in New York.

Ist aber nicht so: In den meisten Ländern variieren die Big-Mac-Preise viel stärker als es die Währungskurse rechtfertigen. In der Eurozone ist der berühmte Burger rund ein Fünftel günstiger als in den USA. In Russland bietet McDonalds den Big Mac sogar 69 Prozent billiger an.

Überbewertet ist dagegen der Schweizer Franken: Mit umgerechnet 6,44 Dollar weist der Big-Mac-Preis in Zürich und Bern auf eine um 30 Prozent überbewertete Währung hin. Kein Wunder, nachdem die Schweizer Währung 2015 rasant an Wert gewonnen hat.

Was das über die Weltwirtschaft aussagt? Ökonomen gehen davon aus, dass sich Binnen- und Außenwert einer Währung langfristig aufeinander zubewegen. Der Euro müsste sich von seinem aktuellen Kurs von circa 1,10 Dollar auf mehr als 1,25 Dollar zubewegen.

Wäre der Euro gegenüber dem Dollar tatsächlich um ein Fünftel unterbewertet, erschienen Importe aus Europa aus US-Sicht relativ attraktiv. Die höhere Nachfrage würde den Eurokurs nach oben treiben, bis Parität erreicht ist.

Dass der Index - oder auch die dahinterstehende ökonomische Theorie - nicht so ganz ernst zu nehmen ist, zeigt das Beispiel China: Der Big-Mac-Preis dort weist auf eine Unterbewertung des Yuan von 50 Prozent hin.

Davon war in den vergangenen Tagen allerdings nichts zu merken: Wegen der Turbulenzen an den Börsen des Landes wurde die Währung wiederholt abgewertet.

ade

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 29 Beiträge
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1. ein Iphone Index ?
jackjackjack 08.01.2016
Wie wäre ein Iphone Index ? Apple würde die Presse wegen so viel Transparenz verklagen ? achwas ... einfach die Anzeigen runterfahren ;-)
2. Inkompetenzpresse
oqc14916 08.01.2016
Dieser dürre Artikel enthält Fehler. So ist entgegen der Aussage "Der Big Mac erschien seiner Erfinderin Pam Woodall ..." der Erfinder des Big Macs der Amerikaner Jim Delligatti. Vermutlich handelt es sich bei Pam Woodall um die Erfinderin des genannten Index. Bitte um Korrektur.
3. Das Lachen bleibt im Halse stecken...
bettini 08.01.2016
...wenn man das liest. Danke, lieber Mario, diese Wertmanipulation hast Du verbockt. Und danke, liebe GroKo für nichts.
4. Fast...
markniss 08.01.2016
Ein fast guter Artikel, wenn dann nicht im letzten Absatz alles falsch wäre: "Dass der Index - oder auch die dahinterstehende ökonomische Theorie - nicht so ganz ernst zu nehmen ist, zeigt das Beispiel China: Der Big-Mac-Preis dort weist auf eine Unterbewertung des Yuan von 50 Prozent hin. Davon war in den vergangenen Tagen allerdings nichts zu merken: Wegen der Turbulenzen an den Börsen des Landes wurde die Währung wiederholt abgewertet." Jeder, der sich interessiert, weiß, dass der Yuan seit vielen Jahren von der Chinesischen Regierung absichtlich schwach gehalten wird. Also kann man gerade am Yuan sehen, dass der Index durchaus richtig liegt. Knapp vorbei ist auch daneben.
5. Stimmt und so sollte der Währungswert auch gedacht werden ;-)
empörteuch! 08.01.2016
Ich reise seit 1986 durch die halbe Welt - ich habe allerdings Kaffee bzw Spaghetti Bolognese bzw Sandwichwährung "benutzt" kommt aufs gleiche raus
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