Tokio - Der angeschlagene japanische Elektronikkonzern Olympus verklagt mehrere Führungskräfte, die hinter dem milliardenschweren Bilanzbetrug stecken sollen. Ex-Chef Tsuyoshi Kikukawa sei ebenso betroffen wie andere frühere Manager, hieß es in verschiedenen Medienberichten. Eine interne Kommission habe empfohlen, insgesamt 90 Milliarden Yen (922 Millionen Euro) von mehr als zehn Personen zurückzufordern.
Ein Sprecher des Kamera- und Medizingeräte-Herstellers bestätigte, dass Klage eingereicht worden sei. Details wollte er mit Verweis auf eine geplante Veröffentlichung des Berichts am Dienstag nicht bekanntgeben. Der Montag war in Japan ein Feiertag.
Die Kommission lastet den Beschuldigten eine wesentliche Rolle im Betrugsskandal an. Sie sollen dabei geholfen haben, Verluste vor Investoren zu verstecken und somit eine Finanzstärke des Unternehmens vorzugaukeln, für die es keine Grundlagen gab. Über insgesamt 13 Jahre wurden mit Hilfe aufgeblähter Übernahmedeals nach heutigen Erkenntnissen Verluste von insgesamt 134,8 Milliarden Yen (rund 1,4 Milliarden Euro) verschleiert.
Der Bilanzbetrug war erst im Herbst aufgeflogen, nachdem der entlassene Chef Michael Woodford an die Presse ging. Woodford war den Bilanzunregelmäßigkeiten auf der Spur und wurde von der damaligen Verwaltungsrats-Spitze um Kikukawa entlassen. Er klagt seit vergangener Woche gegen Olympus. Seit der Betrug im Oktober durch den Ex-Chef Michael Woodford öffentlich gemacht wurde, hat der Aktienkurs von Olympus
fast 60 Prozent an Wert verloren.
dab/dpa/Reuters
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