Billiges Benzin Importpreise fallen wie seit 22 Jahren nicht mehr

Die Verbraucher in Deutschland können sich freuen: Die Importe haben sich im Juli so stark verbilligt wie seit 22 Jahren nicht mehr. Allein bei Rohöl, Benzin und Diesel fielen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 45 Prozent.


Berlin - Die weltweite Rezession hat auch ihre guten Seiten, zumindest für die Verbraucher in Deutschland. Weil die globale Nachfrage eingebrochen ist, sind auch die Preise wichtiger Importgüter gefallen - das Leben hierzulande wird damit in vielen Bereichen billiger.

Konkret haben sich die deutschen Importe im Juli so stark verbilligt wie seit mehr als 22 Jahren nicht mehr. Die Einfuhrpreise sanken um durchschnittlich 12,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. "Dies war der höchste Rückgang seit Februar 1987 mit 12,6 Prozent", hieß es. Im Juni hatte das Minus 11,3 Prozent betragen.

Grund für den drastischen Rückgang ist vor allem der Preisverfall bei Energieprodukten als Folge der weltweit gesunkenen Nachfrage: Rohöl sowie Benzin, Diesel und andere Mineralölerzeugnisse verbilligten sich um 45,9 Prozent. Erdgas war für 38,8 Prozent weniger zu haben. Auch viele Nahrungsmittel konnten günstiger im Ausland gekauft werden. Getreide kostete 29,0 Prozent und Milchprodukte 14,2 Prozent weniger.

Im Vergleich zum Vormonat sanken die Einfuhrpreise um 0,9 Prozent. Dies ist mehr, als Experten erwartet hatten. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang von 0,6 Prozent gerechnet. Auch im Vormonatsvergleich wurden Mineralölerzeugnisse deutlich billiger.

Die Importpreise gelten als Indikator für die künftige Inflationsentwicklung. Preissenkungen kommen in der Regel verzögert bei den Verbrauchern an. Im Juli waren die Kosten für die Lebenshaltung um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken - das war der erste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Für August erwarten die von Reuters befragten Analysten ein Minus von 0,2 Prozent. Eine erste Schätzung will das Statistikamt an diesem Donnerstag veröffentlichen.

wal/Reuters



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