Billigproduktion: Apple-Zulieferer beschäftigen Kinderarbeiter
Die Billigproduktion von Elektrogeräten hat eine hässliche Seite - auch beim Kultkonzern Apple: Der iPhone-Hersteller hat herausgefunden, dass mehrere seiner Zulieferer Minderjährige beschäftigen. In einem Betrieb waren Mitarbeiter zudem einer gesundheitsschädigenden Chemikalie ausgesetzt.
New York - Es ist eine Entdeckung, die das Image von Apple beschädigen kann: Der iPhone-Hersteller hat bei einer breiten Überprüfung seiner Zulieferer Kinderarbeit und den gefährlichen Einsatz einer Chemikalie entdeckt. In den geprüften 127 Betrieben seien 37 Unregelmäßigkeiten entdeckt worden, teilte Apple am Montagabend in seinem jährlichen Bericht über die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern mit.
Bei zehn Zulieferern seien insgesamt 91 minderjährige Beschäftigte festgestellt worden - davon 42 bei einem einzelnen. Die Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen sei beendet worden, hieß es. Die anderen seien angewiesen worden, das Alter ihrer Mitarbeiter besser zu kontrollieren.
In einem Betrieb seien 137 Arbeiter in schlecht belüfteten Räumen der Chemikalie N-Hexan ausgesetzt gewesen, was ihrer Gesundheit geschadet habe. Das Unternehmen sei angewiesen worden, den Stoff nicht mehr einzusetzen und die Entlüftung zu verbessern.
Besonders gründlich ist die Lage beim Auftragshersteller Foxconn untersucht worden, der neben Apple-Geräten auch für zahlreiche andere Elektronik-Konzerne produziert. Eine Serie von Selbstmorden unter den Foxconn-Beschäftigten hatte im vergangenen Jahr für weltweites Aufsehen gesorgt. Der amtierende Apple-Chef Tim Cook sei selbst nach China gefahren, um sich ein Bild von der Lage zu machen, erklärte das Unternehmen.
Foxconn sei unter anderem empfohlen worden, die soziale Betreuung der zumeist jungen Beschäftigten zu verbessern. Zugleich hätten die Maßnahmen, die der Zulieferer nach den Selbstmorden ergriffen hatte, "definitiv Leben gerettet". Die Betreiber der Fabrik-Stadt mit Hunderttausenden Arbeitern brachten unter anderem Gitter an den Gebäuden an, nachdem sich Menschen in den Tod gestürzt hatten.
ssu/dpa
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