Starke Kursschwankungen "Bitcoin ist kein Geld" - Bundesbank-Vorstand warnt vor Kryptowährung

Der Kurs der Digitalwährung Bitcoin ist in den vergangenen Tagen stark geschwankt. Viele Kritiker halten sie für ein reines Spekulationsobjekt. Diese Ansicht bekräftigt nun auch die Bundesbank.

Bitcoin-Münzen (Illustration)
DPA

Bitcoin-Münzen (Illustration)


Die Bundesbank sieht Digitalwährungen wie Bitcoin nicht als Ersatz für Euro, Dollar und Co. "Bitcoin ist kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt", schreibt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einem Gastbeitrag für den "Ifo-Schnelldienst".

Virtuelle Währungen könne man nicht verwenden, sondern nur tauschen, schreiben Thiele und Co-Autor Martin Diehl. "Sie sind frei erfunden und vermehren sich nach einem festgesetzten Schema in virtuellen Systemen, die formal durch Mehrheitsentscheidung der Nutzer, faktisch aber nach dem Belieben einer kleinen Gruppe geändert werden können." Mangels Wertbasis sei der Preis für Bitcoin "praktisch beliebig bis hin zum Totalverlust". Thiele hatte bereits im Mai vor der Währung gewarnt.

Warnung auch von Deutscher Bank

Anders als herkömmliche Währungen werden digitale Währungen, auch Kryptowährungen genannt, nicht von Zentralbanken und Regierungen kontrolliert. Befürworter schätzen die Freiheit und Anonymität, Kritiker warnen vor Spekulation und Missbrauch, etwa zur Finanzierung krimineller Handlungen. Am Mittwoch hatte auch die Deutsche Bank vor einer Anlage in Bitcoin gewarnt.

Anfang der Woche war der Bitcoin-Kurs zum wiederholten Mal deutlich unter Druck geraten. Auslöser war diesmal eine Mitteilung des Anbieters der konkurrierenden Digitalwährung Tether, wonach infolge eines Hackerangriffs 31 Millionen Dollar aus dem System entwendet wurden.

Laut der Internetseite Coinmarketcap.com, die die Marktkapitalisierung und damit die Relevanz von Digitalwährungen berechnet, steht Tether derzeit an neunzehnter Position aller Kryptowährungen. Von diesen soll es mittlerweile mehr als 1000 geben.

Lesen Sie hier eine umfassende Analyse zu Kryptowährungen.

brt/dpa

insgesamt 5 Beiträge
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ceweifler 23.11.2017
1. Denkanstoss
Es ist zwar sicherlich richtig, dass die Bitcoin ein sehr spekulatives Investment ist. Aber es ist auch nur verständlich, daß die Banken davor warnen , denn damit ist ihr Geschäftsmodell als Mittelsmann in Gefahr. außerdem frage ich mich, ist es nicht bei normalem Geld auch so, daß der Wert nur auf dem gegenseitigen Einverständnis der Marktteilnehmer beruht. Einen materiellen Wert hat weder Euro noch Dollar . Der Goldstandard ist abgeschafft.
mrrich 24.11.2017
2. Kryptowährungen sind genauso erfunden und Spekulationsobjekt
Wie normales Geld auch, nur wird es von anderen als den systemrelevanten benutzt.
TS_Alien 24.11.2017
3.
Bitcoins sind ein Betrugssystem. Das exakt gleiche System offline (ja, das geht!) würde niemand mitmachen. Nur online, garniert mit Lügen über die angeblich revolutionäre Technik, funktioniert diese Masche. Warum? Weil die Laien die Probleme des Systems technisch nicht verstehen und weil die Absahner im Verborgenen bleiben. Von Bitcoins als Währung ist in den Diskussionen kaum noch etwas zu sehen. Weil es bei Bitcoins gar nicht um die Zahlungsfunktionalität geht, die im übrigen lausig ist (langsam, zu teuer), sondern um das Spekulieren und Abkassieren.
Ryker 24.11.2017
4. Nicht?
Zitat von TS_AlienBitcoins sind ein Betrugssystem. Das exakt gleiche System offline (ja, das geht!) würde niemand mitmachen. Nur online, garniert mit Lügen über die angeblich revolutionäre Technik, funktioniert diese Masche. Warum? Weil die Laien die Probleme des Systems technisch nicht verstehen und weil die Absahner im Verborgenen bleiben. Von Bitcoins als Währung ist in den Diskussionen kaum noch etwas zu sehen. Weil es bei Bitcoins gar nicht um die Zahlungsfunktionalität geht, die im übrigen lausig ist (langsam, zu teuer), sondern um das Spekulieren und Abkassieren.
Das System ist: Wir erschaffen etwas, was nicht beliebig oft erschaffen werden kann, dem (viele) andere aufgrund eines gewissen Konsens' einen Wert zumessen und bieten es zum freien Kauf/ Verkauf an. Zum Beispiel chinesische Vasen, Bilder moderner Künstler, Sportwagen in geringer Auflage, Briefmarken... Offensichtlich funktioniert das System auch offline hervorragend. Das zeigt jedenfalls der augenscheinlich florierende Markt mit diesen scheinbar wertlosen Gegenständen (Materialwert des Bildes: 100 € vielleicht?). Solange der Konsens besteht, dass eine Sache "wertvoll" ist, ist sie es.
600watt 24.11.2017
5. lol @TS_Alien...
Zitat von TS_AlienBitcoins sind ein Betrugssystem. Das exakt gleiche System offline (ja, das geht!) würde niemand mitmachen. Nur online, garniert mit Lügen über die angeblich revolutionäre Technik, funktioniert diese Masche. Warum? Weil die Laien die Probleme des Systems technisch nicht verstehen und weil die Absahner im Verborgenen bleiben. Von Bitcoins als Währung ist in den Diskussionen kaum noch etwas zu sehen. Weil es bei Bitcoins gar nicht um die Zahlungsfunktionalität geht, die im übrigen lausig ist (langsam, zu teuer), sondern um das Spekulieren und Abkassieren.
woher eigentlich ihr ehrgeiz unter jedem bitcoin artikel ihre haltlosen, unwahren, übertriebenen verwünschungen zu setzen? ich nehme an sie haben ihre bitcoins verkauft, als der preis über $10 gegangen ist und ärgern sich jetzt. oder ist es allgemeiner neid und missgunst? 1) bitcoin sind kein betrugssystem. wie kommen sie darauf? wer betrügt da wen? 2) bitcoin IST eine revolutionäre technologie. es löst ein jahrzehntelanges ungelöstes problem (double spending, byzantine generals problem). glauben sie denn wirklich der ganze hype wäre entstanden, wenn hier kein echter fortschritt erzielt worden wäre? 3) die zahlungsfunktionalität ist - anders als sie es hier hinlügen - hervorragend. wenn ich mir meine letzten transaktionen ansehe wurden jeweils ca. 500 € für durchschnittlich 1.60 € versendet. die transaktionen waren umgehend im netz sichtbar und nach wenigen minuten kam die erste bestätigung.
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