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Virtuelle Währung: Europäische Bankenaufsicht warnt vor Bitcoin

Die Botschaft ist deutlich. Europas Bankenaufsicht EBA nennt sechs Risiken, die gegen die Verwendung von virtuellen Währungen wie Bitcoin sprechen. Sie reichen von möglichen Steuern bis zum Totalverlust der Guthaben.

Bitcoin-Münzen: Angst vor einer Blase Zur Großansicht
AFP

Bitcoin-Münzen: Angst vor einer Blase

London - Der große Erfolg von Bitcoin ruft zunehmend Finanzaufseher auf den Plan. Die chinesische Notenbank verbot heimischen Finanzinstituten vor wenigen Tagen alle Geschäfte mit der virtuellen Währung. Nun meldet sich auch die Europäische Bankenaufsicht (EBA) zu Wort. Sie gab eine ausdrückliche Warnung vor virtuellen Währungen heraus.

Die Aufseher erkennen an, dass sich Bitcoin wachsender Popularität erfreut. Derzeit werde geprüft, ob eine Regulierung und Aufsicht der Internetwährungen möglich sei. "Dennoch müssen Sie sich der mit virtuellen Währungen verbundenen Risiken bewusst sein, inklusive des Verlusts ihres Geldes." Im Einzelnen warnt die EBA vor sechs Risiken:

  • Der mögliche Verlust des Geldes auf einer Plattform. Die Aufsicht verweist darauf, dass mehrere Anbieter pleitegingen oder anderweitig zusammenbrachen - zum Teil durch Hacker-Angriffe. "Sie sollten wissen, dass Tauschplattformen keine Banken sind, die ihre virtuelle Währung auch als Einlage vorhalten."
  • Der Diebstahl von Geld aus einem digitalen Portemonnaie. Die virtuellen Geldbörsen auf Computern oder Smartphones könnten genauso wie echte Portemonnaies gestohlen werden. In manchen Fällen seien auf diese Weise mehr als eine Million Dollar verlorengegangen. Auch der Verlust von Passwörtern zu den Depots sei eine Gefahr.
  • Die mangelnde Absicherung virtueller Zahlungen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bankgeschäften sei es nicht möglich, unkorrekte Abbuchungen rückgängig zu machen. Auch gebe es keine Sicherheit, dass Einzelhändler auf Dauer virtuelle Währungen akzeptieren.
  • Starke Kursschwankungen bei virtuellen Währungen. Die Aufseher verweisen auf den rasanten Kursanstieg, den Bitcoin in den vergangenen Monaten verzeichnete. Ähnlich plötzlich könne es auch wieder bergab gehen.
  • Die Gefahr kriminellen Missbrauchs. Aufgrund der fehlenden Regulierung bestehe die Gefahr, dass virtuelle Währungen für kriminelle Geschäfte wie Geldwäsche missbraucht werden. Dies könne auch unschuldige Bitcoin-Nutzer betreffen, sofern Behörden im Zuge von Ermittlungen Plattformen schließen und Guthaben sperren.
  • Mögliche Steuerzahlungen. Auch bei Bitcoin-Geschäften könnten laut EBA beispielsweise Mehrwert- oder Kapitalertragsteuern anfallen. "Sie sollten prüfen, ob in ihrem Land durch den Gebrauch virtueller Währungen steuerliche Verpflichtungen entstehen."

Derzeit gibt es rund 100 virtuelle Währungen. Die EBA beschäftigt sich seit drei Monaten mit dem Phänomen, theoretisch könnte sie auch ein Verbot der Zahlungsmittel aussprechen. Nach einem Anstieg um mehr als 400 Prozent innerhalb eines Monats hatte der Bitcoin-Kurs im vergangenen Monat erstmals die 1000-Dollar-Marke geknackt. Damit wuchsen Sorgen vor einer möglichen Blasenbildung.

dab/Reuters

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