Sorge vor Regulierung Bitcoin fällt wieder unter 10.000 Dollar

Die umstrittene Kryptowährung Bitcoin steht erneut unter Druck. Zum zweiten Mal binnen einer Woche fiel sie auf großen Handelsplattformen zeitweise unter die Marke von 10.000 Dollar.

Bitcoin-Preise in Südkorea
AP

Bitcoin-Preise in Südkorea


Der Wert des Bitcoin ist auf Plattformen wie Bitstamp oder Bitfinex am Dienstag erneut unter 10.000 Dollar gefallen. Diese Marke wurde bereits vor knapp einer Woche gerissen, anschließend war der Wert aber wieder gestiegen. Davon ist mittlerweile nicht mehr viel zu sehen. Im Tief kostete ein Bitcoin auf Bitstamp 9927 Dollar. Auch andere Cyberwährungen wie Ether oder Ripple stehen seit einigen Tagen wieder unter Druck.

Auslöser der jüngsten Verluste dürften neuerliche Bestrebungen zur Regulierung des Handels mit Digitalwährungen sein. So wurde am Dienstag bekannt, dass Südkorea den Handel verbieten wird, soweit Nutzerkonten auf den entsprechenden Plattformen keine real existierenden Namen tragen. Dies wäre ein ernster Schlag gegen die Anonymität des Handels, die von Gegnern der Digitaldevisen kritisiert, von Anhängern jedoch geschätzt wird. Südkorea gilt als Hochburg für Kryptowährungen.

Auch in Europa gibt es mittlerweile zahlreiche Stimmen, die sich für gesetzliche Regelungen für den bisher weitgehend unregulierten Handel mit Computerwährungen aussprechen. So sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, am Dienstag: "Wir wollen, dass Europa die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie, die den Kryptowährungen zugrunde liegt, nutzt. Aber dazu müssen wir wachsam sein und verhindern, dass sie ein Symbol für widerrechtliches Verhalten werden." Er regte ein Treffen hochrangiger Vertreter aus Politik und Wirtschaft an.

Der Bitcoin ist die älteste und bekannteste Digitalwährung. Von diesen gibt es mittlerweile fast 1500. Im vergangenen Jahr haben viele Kryptowährungen massiv an Wert gewonnen. Der Bitcoin etwa war von weniger als 1000 Dollar bis auf fast 20.000 Dollar gestiegen. Vor wenigen Wochen wurde die Rekordjagd jedoch beendet, weil Forderungen nach stärkerer Kontrolle bis hin zu Verboten von Digitalwährungen zunehmend lauter wurden.

ssu/dpa-AFX



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larsmach 23.01.2018
1. Wichtigere Marke: Stromverbrauch jetzt bei 400 kWh je Transaktion!
Der Preis eines erfundenen Konstrukts, dessen Menge nicht auf den gesammelten Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung beruht (sprich: sich an der realen Welt und ihrer realen Wertschöpfung orientiert), sondern auf der Rechenleistung von Grafikkarten einiger großer anonymer Privatfirmen, ist volkswirtschaftlich nicht relevant. Viel wichtiger für uns alle ist der Stromverbrauch, und der ist von Dezember bis Januar von 250 auf 400 kWh gestiegen - je Transaktion (ich hatte zunächst 300 kWh in diesen Kommentar getippt geschrieben, dann aber noch einmal nachgeschaut, weil ich zuletzt vor zwei Wochen nach dem Stromverbrauch geschaut hatte: Heute, am 23. Januar sind es exakt 398 kWh - für jede einzelne Transaktion)!!! Das macht bei 25 cent/kWh 99,5 EUR allein für Stromkosten (ohne Gebühren an die Clearing-Stellen dieser "Währung", die ja "ohne Notenbanken u.ä." auszukommen behauptet). China will jetzt die besonders stromfressenden "Miner" aus dem Land schmeißen; wohlmöglich braucht man den Strom ja, um Fahrzeuge und Lebensmittel zu produzieren - und nachts die Straßen zu beleuchten? Zum Vergleich: Mit den 250 kWh vom Dezember konnte ein vom ADAC getesteter Tesla S (2 Tonnen Limousine, Hunderte Pferdestärken!) vom SPIEGEL Hauptsitz in Hamburg bis nach München fahren - ZWEIMAL!! Und der gemessene Stromverbrauch fußt auf "130 km/h Durchschnitt mit Maximalbeschleunigungen beim Überholen" (also Vollgas - d.h. Vollast mit mehreren Hundert PS). Wer so "sportlich" mit einem Tesla S zweimal von Hamburg nach München fuhr, verbrauchte genauso viel Strom wie für einen einzigen Buchungsvorgang in die verschlüsselte "Blockchain"-Datei, die übrigens von Dezember bis Januar von 145 auf 153 Gigabyte anwuchs, und von der - rein willkürlich festgelegt! - sieben der weltweit gespeicherten Kopien rückbestätigt aktualisiert werden müssen, um eine Transaktion zu bestätigen. Da dazu irrwitzige Rechenpower nötig ist, leistet dies eine Handvoll privater Anbieter mit unbekannten Eigentümern (siehe oben; soviel zu: "Unabhänigkeit von Notenbanken und Clearing-Stellen"..!). Eine Datenbank, in der gewaltige Transaktionsmengen gespeichert werden müssen (z.B. alle Transaktionen einer Währung oder die Jahresbuchhaltung eines DAX Konzerns) lässt sich nicht als Blockchain realisieren - jedenfalls nicht bei hinreichender (rückwirkender) Verschlüsselung und "brute force" (Berechnen & Probieren!) zum Einbuchen - das müsste sich selbst unter jenen Anhängern von Krypto-"Währungen" herumgesprochen haben, die unter ihren Alu-Hüten an eine flache Erde glauben. Somit ist die Idee der Blockchain eben nicht "die größte Sache seit Erfindung des Internets", sondern ein Hype, der auf fehlendem Wissen über prinzipielle Zusammenhänge und die Gesamtkonzeption fußt. Den Hype um Bitcoin als etwas "Neues" konnte uns schon der alte Ovid erklären (vor 2000 Jahren): "Nichts, was sich bietet gefällt; Fremdes nur übt seinen Reiz! - So fühlt sich stark, wer da liebt, was ihm ein anderer ließ..." Quellen: https://digiconomist.net/bitcoin-energy-consumption https://blockchain.info/de/charts/blocks-size
wanderer777 23.01.2018
2. Regulierung - warum nicht?
Als Bitcoin Nutzer stehe ich einer gemässigten Regulierung durchaus positiv gegenüber. Ich kaufe und verkaufe von Anfang an unter Klarnamen und handle an Börsen auch nur mit vollständig verifizierten Nutzern. Von dieser Sicherheit profitiert schliesslich jeder BTC Trader. Das schafft Vertrauen und holt den Bitcoin auch aus seiner "Schmuddelecke". Regulierung ja - aber bitte nur so viel, wie nötig und im Sinne der (ehrlichen) Nutzer.
Atroc 23.01.2018
3. Blockchain auch ohne Stromverschwendung möglich
Es gibt durchaus Möglichkeiten Blockchain Technologie auch ohne die angesprochene Energieverschwendung umzusetzen. Bsp: https://www.burst-coin.org Zudem gibt es Lösungsansätze wie mehr Transaktionen durch die Blockchain abgesichert werden können etc etc. Bitcoin ist nur die erste und bekannteste der Cryptowährungen und technologisch komplett überholt. Die Technologie an sich hat gerade erst angefangen ihr Potential zu zeigen.
marthaimschnee 23.01.2018
4. sozusagen eine selbsterfüllende Prophezeiung
Wenn der Kurs tatsächlich aus Sorge um Regulierung fällt, dann zeigt das doch, daß diese Regulierung dringend geboten ist. Und aus Sicht derer, die Bitcoins (oder jede andere Kryptowährung) wirklich ihrem Zweck des Bezahlens zuführen möchten, ist Regulierung dringend nötig, denn bei derartigen fragilem Gegenwert besteht kein großes Interesse, damit etwas zu bezahlen.
jj2005 23.01.2018
5. Der Stromverbrauch ist absurd
Zitat von larsmachDer Preis eines erfundenen Konstrukts, dessen Menge nicht auf den gesammelten Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung beruht (sprich: sich an der realen Welt und ihrer realen Wertschöpfung orientiert), sondern auf der Rechenleistung von Grafikkarten einiger großer anonymer Privatfirmen, ist volkswirtschaftlich nicht relevant. Viel wichtiger für uns alle ist der Stromverbrauch, und der ist von Dezember bis Januar von 250 auf 400 kWh gestiegen - je Transaktion (ich hatte zunächst 300 kWh in diesen Kommentar getippt geschrieben, dann aber noch einmal nachgeschaut, weil ich zuletzt vor zwei Wochen nach dem Stromverbrauch geschaut hatte: Heute, am 23. Januar sind es exakt 398 kWh - für jede einzelne Transaktion)!!! Das macht bei 25 cent/kWh 99,5 EUR allein für Stromkosten (ohne Gebühren an die Clearing-Stellen dieser "Währung", die ja "ohne Notenbanken u.ä." auszukommen behauptet). China will jetzt die besonders stromfressenden "Miner" aus dem Land schmeißen; wohlmöglich braucht man den Strom ja, um Fahrzeuge und Lebensmittel zu produzieren - und nachts die Straßen zu beleuchten? Zum Vergleich: Mit den 250 kWh vom Dezember konnte ein vom ADAC getesteter Tesla S (2 Tonnen Limousine, Hunderte Pferdestärken!) vom SPIEGEL Hauptsitz in Hamburg bis nach München fahren - ZWEIMAL!! Und der gemessene Stromverbrauch fußt auf "130 km/h Durchschnitt mit Maximalbeschleunigungen beim Überholen" (also Vollgas - d.h. Vollast mit mehreren Hundert PS). Wer so "sportlich" mit einem Tesla S zweimal von Hamburg nach München fuhr, verbrauchte genauso viel Strom wie für einen einzigen Buchungsvorgang in die verschlüsselte "Blockchain"-Datei, die übrigens von Dezember bis Januar von 145 auf 153 Gigabyte anwuchs, und von der - rein willkürlich festgelegt! - sieben der weltweit gespeicherten Kopien rückbestätigt aktualisiert werden müssen, um eine Transaktion zu bestätigen. Da dazu irrwitzige Rechenpower nötig ist, leistet dies eine Handvoll privater Anbieter mit unbekannten Eigentümern (siehe oben; soviel zu: "Unabhänigkeit von Notenbanken und Clearing-Stellen"..!). Eine Datenbank, in der gewaltige Transaktionsmengen gespeichert werden müssen (z.B. alle Transaktionen einer Währung oder die Jahresbuchhaltung eines DAX Konzerns) lässt sich nicht als Blockchain realisieren - jedenfalls nicht bei hinreichender (rückwirkender) Verschlüsselung und "brute force" (Berechnen & Probieren!) zum Einbuchen - das müsste sich selbst unter jenen Anhängern von Krypto-"Währungen" herumgesprochen haben, die unter ihren Alu-Hüten an eine flache Erde glauben. Somit ist die Idee der Blockchain eben nicht "die größte Sache seit Erfindung des Internets", sondern ein Hype, der auf fehlendem Wissen über prinzipielle Zusammenhänge und die Gesamtkonzeption fußt. Den Hype um Bitcoin als etwas "Neues" konnte uns schon der alte Ovid erklären (vor 2000 Jahren): "Nichts, was sich bietet gefällt; Fremdes nur übt seinen Reiz! - So fühlt sich stark, wer da liebt, was ihm ein anderer ließ..." Quellen: https://digiconomist.net/bitcoin-energy-consumption https://blockchain.info/de/charts/blocks-size
Sie haben vollkommen recht, ich kann jedes Wort unterschreiben: Der Stromverbrauch ist obszön hoch. Ich frage mich nur, warum Dombrovskis sich anmasst, diesen Satz rauszulassen: "Wir wollen, dass Europa die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie, die den Kryptowährungen zugrunde liegt, nutzt". NEIN, ich will das nicht. Und es interessiert mich nicht, was Spekulanten und Geldwäscher dazu sagen.
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