"Black Friday" und "Cyber Monday" Handel erwartet Retouren- und Umsatzrekorde

Am kommenden Freitag kämpfen Onlinehändler beim "Black Friday" mit Rabatten um die Gunst der Kunden. Der deutsche Einzelhandelsverband HDE erwartet nach SPIEGEL-Informationen Milliardenumsätze.

Amazon, "Black Friday" 2017
NARANJO/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Amazon, "Black Friday" 2017

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Die bevorstehenden Handels-Aktionstage "Black Friday" und "Cyber Monday", die in den USA traditionell das Weihnachtsgeschäft einläuten, werden wohl auch hierzulande erneut für Rekordzahlen sorgen - bei den Umsätzen aber auch bei Post-Retouren. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet bei diesen Aktionen mit einem Onlineumsatz von rund 2,4 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der chinesische Onlineriese Alibaba verkaufte bei seinem Shoppingevent am 11.11., dem sogenannten "Singles-Day", in diesem Jahr Waren im Wert von 27 Milliarden Euro.

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Insgesamt taxiert der HDE den Umsatz im Onlinehandel in Deutschland für 2018 auf mehr als 53 Milliarden Euro. Inzwischen werden hierzulande täglich mehr als 10 Millionen Pakete und Kuriersendungen verschickt - ein Großteil geht auf Einkäufe im Internet zurück. Fast jeder fünfte Modeartikel im Onlinehandel wird allerdings wieder zurückgeschickt.

Laut einer Befragung von 1000 Menschen in Deutschland für die Organisation Greenpeace, bestellen 60 Prozent der Kunden unter 30 Jahren Artikel oft schon mit der Absicht, sie wieder zu retournieren. Neun von zehn Befragten wussten nicht, dass zurückgeschickte Ware durch die Händler aus Kostengründen vernichtet werden könnte.

Eine andere Umfrage des HDE kommt zum Ergebnis, dass die aus den USA stammenden Aktionstage wie "Black Friday" und "Cyber Monday" auch in Deutschland immer populärer werden. 2017 gab noch jeder vierte befragte Onlinekäufer hierzulande an, nichts mit dem "Black Friday" anfangen zu können; dieses Jahr war es nur noch jeder Zehnte. Weniger bekannt bleibt nach wie vor der "Cyber Monday".

Als "Black Friday" wird der Freitag nach Thanksgiving bezeichnet. Da Thanksgiving immer auf den vierten Donnerstag im November fällt, gilt der darauffolgende Freitag als Start in ein Familienwochenende und ist einer der umsatzstärksten Tage im USA-Handel.

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
merkritsch 17.11.2018
1. Wer fällt darauf noch rein?
Vorher Preise erhöhen um nachher Rabatte zu geben. Und hier geht der normale Handel zugrunde aber die Grossen machen fette Beute. Dank Internet leichter denn je.
Lagrange 17.11.2018
2. @Nr 1
Naja so kann man es jetzt auch nicht sagen. Es gibt schon tatsächlich Schnapper, allerdings auch - und da gebe ich dir recht - viele, die nur als solche getarnt sind. Ich glaube die viel größere Gefahr ist, dass man etwas kauft, was man eigentlich gar nicht braucht. Deswegen besser vorher überlegen, was man haben möchte, Preise vorher recherchieren und dann nur kaufen, wenn es tatsächlich günstiger ist
observerlbg 17.11.2018
3. Nein, so ist es nicht....
Bei den typischen Saisonschlussverkäufen war es teilweise so. Auch wurden extra Produkte dafür produziert. Aktuell werden aber meistens wirklich Preise reduziert, auch um Lager zu räumen, Jahresumsatzziele zu erreichen und finanziert wird es durch die deutlich gestiegenen Umsätze bei nur minimal erhöhtem Aufwand. Die "Verlierer" sind das Fußvolk der Logistiker (Paketzustellung, Retourenabholung ect. pp.)
alt-nassauer 17.11.2018
4. Als wäre der Einzelhandel ein Waisenknabe?
Zitat von merkritschVorher Preise erhöhen um nachher Rabatte zu geben. Und hier geht der normale Handel zugrunde aber die Grossen machen fette Beute. Dank Internet leichter denn je.
Nun gibt es schon einige die mit "ihren" Elektronischen Preisschilder den Kunden auch verwirren. Mal diesen Preis je nach Kunden-Frequenz und dann wieder anders herum. Man kann durch aus Schnäppchen machen - muss nicht. Ich kaufe ja nicht alles Grundsätzlich im Internet ein. Was Computer Hardware und Musik-Equipment angeht, sowie CD. Da geht es fast nur noch über das Internet. Diesen Fachhandel gibt es nicht mehr Vorort! Aber es geht auch anders. Das sollte jedem bewusst sein. Zur Zeit habe ich einen Artikel im Auge der im Internet 30 Euro teurer ist als in einem Geschäft. Aber da der Preis variiert, kann dieser Artikel auch 30 Euro billiger sein als im Geschäft. Also warum sollte ich nun Geld verschenken? Im übrigen sind es oft bei dem großen Versender, auch kleinere Anbieter die so ihren Online-Handel betreiben. Wenn es sich nicht für die Rentieren würde, dann würden sie diesen Shop auch wieder abziehen. So ist halt mal das Geschäft... So und zum Thema - Retoure! Ich selbst habe in den letzten Jahren noch gar nichts zurück geschickt. Selbst beim klassischen Versandhandel aus Katalogen ist mir das nicht passiert. Es ist eben auch das Verhalten der Besteller, die das Verursachen und da geht es nicht nur um die Internet-Bestellung und deren Retoure. Es gibt auch noch die TV-Shopper und weiterhin die klassischen Katalog Besteller. Wenn diese kein Maß -also nicht wissen was sie wollen oder ihre Konfektionsgröße nicht kennen und den einen Pullover und Hose gleich sechsmal bestellen. Dann hinterher gar keinen behalten. Dann verursacht man solche Retouren. Selbst die Erfahrung macht die Kundschaft nicht "schlauer". In Gesprächen eines Shop Inhabers der Pakete zurück nimmt. Sagte mir es sind immer die gleichen Personen, die fast Wöchentlich 2-3 Pakete zurück bringen. Egal ob Weihnachtsgeschäft oder sonstige Aktionen. Klar und wenn der Einzelhandel sich auf den Umsatzstärkste Zeitraum freut und darauf baut. Dann ist es im Online Handel genauso. Keiner hatte bis vor Jahren sich "Öffentlich" nach der Weihnachten über volle Städte und der Umtauschaktion nach dem Fest aufgeregt. Das war eben so. Das ist nun auch Rückläufig. So mein Eindruck! Weil oft Gutscheine oder auch bessere Geschenkauswahl die "Umtausch-Erirtis" langsam beendet. Dafür dann vermehrt Retoure... Irgendwo entsteht immer ein Flaschenhals, den man kritisieren kann!
j.vantast 17.11.2018
5. Witzig
Black Friday, Cyber Monday, Singles Day....... Ich zumindest kaufe etwas wenn ich es brauche und nicht wenn man mir vorgaukelt das etwas besonders billig sei. So etwas forciert nur noch mehr die Wegwerfgesellschaft in dem die Menschen zum Kauf unnötiger Dinge bewegt werden sollen. Und bei den früher üblichen Saisonschlussverkäufen war das Sortiment auf bestimmte Produkte begrenzt. Mich nervt dieses Dauerbombardement von Werbung enorm. Im TV, in der Zeitung, im e-Mail Postfach, an den Bushaltestellen, im Briefkasten usw., überall wird man mit Werbung bombardiert und kann dem kaum entkommen.
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