Rekordverlust: Blackberry-Hersteller streicht 5000 Stellen

Der kanadische Blackberry-Hersteller RIM steckt noch tiefer in der Krise als gedacht: Im vergangenen Quartal hat der Konzern mehr als eine halbe Milliarde Dollar verloren - und kündigt umgehend den Abbau von 5000 Stellen an. Laut einem Agenturbericht erwägt RIM eine Partnerschaft mit Microsoft.

RIM-Zentrale in Waterloo: Partnerschaft mit Microsoft als Ausweg aus der Krise? Zur Großansicht
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RIM-Zentrale in Waterloo: Partnerschaft mit Microsoft als Ausweg aus der Krise?

Waterloo - Der Niedergang scheint nicht zu stoppen: Jetzt schockierte der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) die Analysten erneut: Der Verlust im vergangenen Quartal lag mit 518 Millionen Dollar weit höher als erwartet - auch der Umsatz brach um mehr als 40 Prozent ein auf 2,8 Milliarden Dollar. 5000 Jobs wird das Unternehmen deshalb abbauen, bei derzeit etwa 16.500 Mitarbeitern verliert fast jeder Dritte bei RIM seinen Job.

"Es ist notwendig, die Größe des Unternehmens zu verändern und den Fokus zu verschieben", sagte der RIM-Vorstandsvorsitzende Thorsten Heins. Er verstehe, was eine Kürzung in diesem Umfang für die Arbeitnehmer bedeute, sagte Heins. Das Unternehmen hätte sich nicht für diesen Kurs entschieden, wenn es ihn nicht als absolut notwendig erachten würde.

Zeitgleich gab RIM bekannt, dass das erste Mobiltelefon mit dem Betriebssystem Blackberry 10 nicht wie geplant noch in diesem Jahr, sondern voraussichtlich erst im ersten Geschäftsquartal des kommenden Jahres auf den Markt kommen werde. Der bisherige Zeitplan sei nicht realistisch gewesen, sagte Heins. "Ich werde nicht ein Produkt auf den Markt bringen, das noch nicht bereit ist, die Ansprüche der Kunden zu erfüllen", sagte Heins.

Möglicherweise Kooperation mit Microsoft

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge erwägt RIM in der Not Optionen, die bisher tabu waren: das Netzgeschäft zu verkaufen zum Beispiel oder wie Nokia Chart zeigen die Rettung in einer Partnerschaft mit Microsoft Chart zeigen zu suchen. Eine solche Zusammenarbeit mit dem Softwarekonzern würde bedeuten, dass RIM sein eigenes Betriebssystem aufgibt und seine Smartphones unter Windows laufen lässt, wie Reuters unter Berufung auf mit den Überlegungen vertraute Personen berichtet.

Das käme allerdings dem Eingeständnis gleich, dass die Strategie von RIM-Chef Heins nicht aufgegangen ist. Der aus Deutschland stammende Manager war mit dem Ziel angetreten, das Ruder bei RIM mit einem eigenen, neuen Betriebssystem herumzureißen. Schon kurz nach Heins' Amtsantritt klopfte Microsoft-Chef Steve Ballmer demnach bei RIM an, um dem Unternehmen eine ähnliche Partnerschaft wie mit Nokia schmackhaft zu machen.

Netzgeschäft könnte verkauft werden

Der ebenfalls gegen den Abstieg kämpfende einstige Handy-Platzhirsch aus Finnland setzt in seinen Mobiltelefonen das aktuelle Microsoft-Betriebssystem ein. Mit dem Siegeszug des iPhone von Apple und dem Android-Betriebssystem von Google, das auf diversen Handys unter anderem von Samsung läuft, zog sich die Schlinge um RIM und Nokia immer enger. Das nächste iPhone wird noch in diesem Jahr erwartet, neue Handys mit Google-Software kommen ständig nach.

Die zweite Möglichkeit für RIM ist Reuters zufolge, das Netzgeschäft an Privatinvestoren oder ein anderes Technologieunternehmen zu verkaufen. Der Käufer könnte das Blackberry-Netz für andere Anbieter öffnen, so dass die vor allem in Unternehmen und Regierungseinrichtungen für ihre Sicherheit besonders geschätzten Blackberry-Dienste auch über andere Netze und Handys verschickt werden könnten.

nck/Reuters/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1.
sabaro4711 29.06.2012
Zitat von sysopREUTERSDer kanadische Blackberry-Hersteller RIM steckt noch tiefer in der Krise als gedacht: Im vergangenen Quartal verlor der Konzern mehr als eine halbe Milliarde Dollar - und kündigte umgehend den Abbau von 5000 Stellen an. Einem Medienbericht zufolge erwägt RIM jetzt eine Partnerschaft mit Microsoft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,841626,00.html
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der zeit.... Klingt nach einem Schwerkranken, der dem eigenen Körper (Produkt) und den Ärzten (Entwicklern) nicht mehr vertraut, sein Geld einem blenderischen Wunderheiler hinterher wirft und letztendlich doch elendig zugrunde geht. Bin ich der einzige, dem grad Nokia vor dem geistigen Auge erscheint?
2. Blackberry.....
tobiash 29.06.2012
..ist out, RIM ist platt! So oder so. Eine Allianz mit MS wird den Untergang etwas herauszögern, dafür aber auch manifestieren.
3. Keine Bange!
strandtiger 29.06.2012
Ich persönlich habe gerade mein Iphone 4s mit Freude in die Tonne getreten und bin glücklich zurück bei meinem BB! Eine professionelle, schnelle und sichere Smartphone Lösung bietet mir kein Iphone oder Android- Schmierenphone. Ich brauche keine Apps und spiele nicht stundenlang Autismus-Games sondern kommuniziere schnell & effektiv über 5 Mail-Accounts, sichere Messenger Funktion und hervorragende Voice-Option. Dieses ganze Toch-Gedöns ist doch wirklich nur etwas für Menschen mit viel Zeit und Spieltrieb.
4. ...
Möglw. 29.06.2012
Zitat von sabaro4711Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der zeit.... Klingt nach einem Schwerkranken, der dem eigenen Körper (Produkt) und den Ärzten (Entwicklern) nicht mehr vertraut, sein Geld einem blenderischen Wunderheiler hinterher wirft und letztendlich doch elendig zugrunde geht. Bin ich der einzige, dem grad Nokia vor dem geistigen Auge erscheint?
Nicht nur Nokia, gucken Sie sich mal den Aktienkurs von SONY an, in Japan von 33.000 auf unter 1.000. Au weia. Ich finde es beachtenswert, dass RIM es nicht schafft, Schwellenländer wie Indien oder Pakistan mit bezahlbaren Geräten zu überschwemmen. Und wenn ich für mein berufliches BB eine vernünftige App suche, finde ich so gut wie kein Angebot, man hat hier den Markt völlig verschlafen. Psychologisch ist es hochinteressant, da jeder Mensch auf den Tasten eines BB schneller tippen kann als auf einem Samsung oder iPhone. Und Bürosoftware deutlich besser bei RIM funktioniert als auf den Konkurrenten. Aber trotzdem will vom Teenie bis zum Vertriebsmitarbeiter keiner freiwillig ein BB haben. Das Display ist definitiv zu klein, und das bisschen umständlichere Tippen bei Touch-Lösungen scheint die Masse nicht zu stören. Eine hochinteressante Entwicklung. Ich finde es allerdings erbärmlich, dass milliardenschwere Firmen wie Nokia oder RIM diese Marktentwicklung, in jeder Stadt live beobachtbar, nicht vorhersehen, und sowas wie Social Media ziemlich ignorierten. Das verkrustete (Top) Management komplett auszutauschen wäre eher eine Lösung als Fachleute gehen zu lassen.
5. Veraltet
hrendler 29.06.2012
Der kanadische Blackberry-Hersteller RIM steckt noch tiefer in der Krise als gedacht: Im vergangenen Quartal verlor der Konzern mehr als eine halbe Milliarde Dollar - und kündigte umgehend den Abbau von 5000 Stellen an. Einem Medienbericht zufolge erwägt RIM jetzt eine Partnerschaft mit Microsoft. ------------------------------------------------------------------- Das Problem ist doch bei fast allen Handys und Smartphones gleich : kaum sind sie auf dem Markt und schon sind sie veraltet. Der Vortschritt ist aber nicht aufzuhalten und geht einfach auch in Richtung Smartphon und Tablet. Wer diesen Zirkus aber immer mitmachen will ist selber Schuld,ein Normalo kann so oder so den ganzen jeweiligen Inhalt dieser Geräte nicht ausreizen.
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