Unzulässige Software BMW soll zehn Millionen Euro Bußgeld zahlen

BMW wird vorgeworfen, über 7000 Dieselmodelle mit unzulässiger Software ausgerüstet zu haben. Statt von Betrug spricht die Staatsanwaltschaft jetzt nur noch von einer Verletzung der Aufsichtspflicht - teuer wird es trotzdem.

BMW-Logo
DPA

BMW-Logo


Der Autobauer BMW soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ein hohes Bußgeld wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen zahlen. Zur Diskussion steht dem Vernehmen nach ein Betrag um zehn Millionen Euro. Wie die Zeitung unter Berufung auf Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft berichtete, geht es um 7600 Dieselmodelle, bei denen eine Abschalteinrichtung eingebaut wurde. Das sei nach bisherigen Erkenntnissen "ein Versehen und keine Absicht" gewesen. BMW habe damit aber intern Aufsichtspflichten verletzt, was geahndet werden solle. Nach Informationen des SPIEGEL streben beide Seiten an, die Verhandlungen über die endgültige Höhe des Bußgelds noch in diesem Jahr abzuschließen.

Die Staatsanwaltschaft in München ermittelt seit gut einem halben Jahr gegen BMW wegen des Verdachts, unzulässige Abschalteinrichtungen der Abgasreinigungsanlage in betrügerischer Absicht verbaut zu haben. Betroffen sind demnach Modelle der Typen 750xd und M550xd. Schon damals sprach BMW von einem Versehen. Es gab eine weltweite Rückrufaktion.

Nach Informationen der "SZ" nannte die Staatsanwaltschaft Anfang August bei einem Gespräch mit einem Firmenanwalt von BMW die Summe von zehn Millionen Euro. Es sei vorstellbar, das Verfahren mit einem Bußgeld im "unteren" beziehungsweise "untersten zweistelligen Millionenbereich" auf Basis des Gesetzes gegen Ordnungswidrigkeiten abzuschließen.

Weder BMW noch die Staatsanwaltschaft wollten sich wegen des laufenden Verfahrens gegenüber der Zeitung äußern, wie die "SZ" berichtete. Ob der Autobauer zur Zahlung des Bußgeldes bereit ist oder es auf ein Verfahren ankommen lässt, blieb deshalb zunächst unklar.

bam/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 52 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
chrismuc2011 03.09.2018
1.
Das zahlt BMW aus der Portokasse des Pförtners.
exekuter 03.09.2018
2. streben beide Seiten an, die Verhandlungen über die endgültige Höhe...
des Bußgeldes noch in diesem Jahr abzuschließen. Geht`s noch? Verhandelt der Täter mit dem Richter wie auf einem Bazar? Armes Deutschland....
longtawan 03.09.2018
3. Wahnsinn...
die lernen nix, die Großkopferten... oder sie fühlen sich derart unangreifbar und abgehoben, dass das alles keine Rolle spielt. Ich bin fassungslos über so viel Instinktlosigkeit - oder Vorsatz.
prophet46 03.09.2018
4. Geschäftsmodell
Nun macht die Staatsanwaltschaft offenbar Arbeitsfehler der Industrie zum Geschäftsmodell zur Generierung von Knete. Damit eifert man den USA nach, die diese Abzocke nahezu perfektioniert haben. Jetzt den starken Staat zu markieren, ist aber m.E. reichlich dämlich. Man hätte besser bezüglich der Abgasgrenzwerte von vornherein detailliertere Vorgaben gemacht, die von der Autoindustrie nicht elegant aber völlig legal unterlaufen werden konnten und hätte "dass, was hinten raus kommt" besser kontrolliert. Natürlich hat die Industrie die Schlupflöcher (Thermofenster) z.T. reichlich genutzt. Jetzt aber zu rufen "haltet den Dieb" und wegen des Drucks der Grünen und ihres Abmahnvereins DUH den starken Macker zu spielen, ist halt so, wie man es vom öffentlichen Dienst erwartet. Man kommt zu spät und schiebt die Schuld dann auf andere.
nibal 03.09.2018
5. Samthandschuhe
Über 100.000 Tote im Jahr durch Abgase und es wird von "Verletzung der Aufsichtspflicht gesprochen". Mit was für einem katastrophalen Beispiel geht man hier eigentlich voran? Will man am Ende, dass Wutbürger auf den Straßen herumhetzen die sich einen Teufel um das Gesetz scheren? Donald Trump ist Präsident der vereinigten Staaten geworden mit dem Slogan "den Sumpf trocken zu legen". Das es noch nie einen korrupteren Präsidenten gab als ihn dürfte mittlerweile feststehen nur ein Sumpf war es schon vorher und es sind Geschichten wie diese die diesen Eindruck mal subjektiv mal objektiv befeuern. Mit solchen Humbug bereitet man genau solchen Menschen den Weg zur Macht. Gratulation an den Rechtsstaat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.