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100 Jahre alter Autokonzern: BMW verkündet Rekordgewinn zum Jubiläum

BMW-Logo an Zentrale in München Zur Großansicht
AFP

BMW-Logo an Zentrale in München

Gewinn, Umsatz, Absatz: Bei BMW sind die Geschäfte im 100. Jahr besser gelaufen als je zuvor. Unter dem Strich verdiente der Autokonzern 6,4 Milliarden Euro - und verärgert dennoch einige Aktionäre.

Passend zu den Feiern zum 100. Geburtstag kann BMW Rekordzahlen für das Jahr 2015 vorlegen. Unter dem Strich verdiente der Münchner Autokonzern 6,4 Milliarden Euro. Das sind zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte BMW mit. Der Umsatz stieg um 14,6 Prozent auf 92,2 Milliarden Euro.

(Lesen Sie hier einen ausführlichen Rückblick auf 100 Jahre BMW-Firmengeschichte.)

Auch die Zahl der verkauften Autos konnte BMW auf den Rekordwert von 2,25 Millionen steigern. Außerdem profitierte der Konzern davon, dass der Euro im vergangenen Jahr im Schnitt schwächer war als zuvor - diese Währungseffekte sorgten gemeinsam mit dem höheren Absatz für den hohen Zuwachs beim Umsatz.

Besser als von Analysten erwartet fiel auch die Rendite in der zentralen Autosparte aus: 9,2 Prozent des Umsatzes blieben hier 2015 als operativer Gewinn übrig - allerdings lag das um 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Der Konkurrent Daimler konnte mit einer etwas höheren Rendite aufwarten, zudem haben haben die Stuttgarter ihre Verkaufszahlen stärker steigern können als BMW.

Aus der Flugmaschinenfabrik Gustav Otto ging 1916 die Bayerische Flugzeug-Werke AG (BFW) hervor.

Die Rapp-Motorenwerke wurden 1917 zur Bayerischen Motoren Werke GmbH ausgebaut und 1918 zur Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Bild von 1918 zeigt das Produktionsjubiläum des Flugmotors BMW IIIa.

1922 schließlich übertrug die BMW AG ihren Motorenbau samt dem Firmen- und Markennamen an die Flugzeugfirma BFW. Das BFW-Gründungsdatum, der 7. März 1916, ist damit auch das Gründungsdatum der Bayerischen Motoren Werke AG. Das Bild von 1930 zeigt eine Junkers Ju 52 mit Sternmotoren von BMW.

1918 entstand das blau-weiße Logo. Seit einem Flugmotorenprospekt aus dem Jahr 1929 wird das Logo als Propeller gedeutet.

Das erste fahrende Straßengefährt von BMW war kein Auto, sondern ein Motorrad. 1923 wurde die R 32 vorgestellt.

Erst 1928 stieg BMW mit dem Kauf der Fahrzeugfabrik Eisenach in den Automobilbau ein.

Dieses Bild zeigt einen Verkaufsraum in Berlin 1929. Mangels Geld für die eigene Entwicklung wurden zunächst Autos mit Lizenz des britischen Herstellers Austin gebaut. Erst ab 1932 gab es eigene Entwicklungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Werke von BMW demontiert. Im Werk in München-Milbertshofen (Bild von 1945) wurden Maschinen abgebaut und gingen als Reparationsleistung ins Ausland. BMW hatte während der NS-Zeit rund 25.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge beschäftigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam BMW zunächst mit einem Motorrad auf den Markt. Die R 24 wird 1948 präsentiert - und wird zum Verkaufsschlager.

Erst 1952 folgte als erstes Nachkriegsautomobil der BMW 501. Wegen der geschwungenen Karosserieform bekam das Modell den Spitznamen Barockengel. Als es 1952 auf den Markt kam, war es für die meisten Bundesbürger unerschwinglich. Mehr als 11.000 Mark verlangten die Münchner für das Premium-Gefährt.

Den eigentlichen Durchbruch als erfolgreicher und moderner Automobilhersteller schaffte BMW erst 1961 mit dem BMW 1500.

Seit 1933 haben BMW-Modelle den nierenförmigen Kühlergrill. Dieses Modell ist ein BMW 328 aus dem Jahr 1936.

Die BMW-Nieren in breiter Form - ein BMW 507.

Böser Blick, große Nieren - ein BMW 3.0 CSL Hommage.

Ein Grund für die etwas gefallene Rendite: Vor allem kleinere Modelle wie der 2er und der 4er trieben das Wachstum bei BMW an. An diesen Modellen verdient der Konzern nicht ganz so viel wie an Luxuskarossen wie dem 7er. Jedoch legten auch die Verkäufe der vergleichsweise teuren SUV-Modelle der X-Baureihe zu.

Für das laufende Jahr rechnet das BMW-Management mit weiteren Steigerungen beim Absatz - allerdings sprach Vorstandschef Harald Krüger nur von einem "leichten Zuwachs". Im vergangenen Jahr hatte BMW noch etwas vollmundiger geklungen und eine Steigerung angekündigt - ohne die Einschränkung "leicht".

Diese etwas gedämpften Aussichten waren allerdings nicht der Grund für die Enttäuschung bei einigen Aktionären. Diese hatten auf eine Sonderdividende zum Firmenjubiläum gehofft, eine solche wird BMW aber nicht zahlen. Dafür erhöhte der Konzern die reguläre Dividende um 30 Cent auf 3,20 Euro pro Aktie und schüttet damit rund ein Drittel des Gewinns an die Anteilseigner aus. Das reichte jedoch nicht, um zu verhindern, dass der BMW-Aktienkurs Chart zeigen nach Verkündung der Jahreszahlen wieder ins Minus rutschte.

fdi/Reuters/dpa

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