Pariser Carsharing-System: BMW unter Spionageverdacht
Ausgerechnet zum Start der Automesse IAA wird BMW in Frankreich Spionage vorgeworfen. Im Auftrag des Autoherstellers tätige Techniker sollen in das Datenverarbeitungssystem eines Carsharing-Anbieters eingedrungen sein. BMW bestreitet die Vorwürfe.
Paris - BMW ist in Frankreich unter den Verdacht der Industriespionage geraten. Mitarbeiter der für den Autobauer tätigen Aachener Beratungs- und Ingenieurgesellschaft P3 sollen sich Ende August auf unzulässige Weise Informationen über das Pariser Carsharing-System Autolib' beschafft haben. Zwei P3-Mitarbeiter seien am Donnerstag vorübergehend in Gewahrsam genommen und von der Polizei vernommen worden, bestätigte die französische Justiz.
BMW
und P3 wiesen alle Vorwürfe zurück. Die vom Konzern veranlassten Routinetests sollten lediglich klären, ob die öffentlich zugänglichen Ladestationen auch für die Versorgung des eigenen Elektro-Kleinwagens vom Typ i3 geeignet seien, so der Autohersteller.
Der von dem französischen Konzern Bolloré belieferte Anbieter Autolib' erstattete Anzeige. Den P3-Mitarbeitern wird unter anderem vorgeworfen, in das Datenverarbeitungssystem eingedrungen zu sein. Autolib'-Sprecher Jules Varin sagte, noch sei nicht klar, welche Informationen die deutschen Techniker gesammelt hätten. Bolloré habe einen Vorsprung bei bestimmten Technologien wie den Batterien der Elektroautos. BMW will im November seinen ersten komplett als Elektroauto entwickelten Wagen, den i3, auf den Markt bringen.
P3 teilte mit, dass es keinerlei Eingriff in die Ladesäule gab. Das Unternehmen führe die sogenannten Ladeabsicherungstests im Auftrag verschiedener Automobilhersteller für Elektrofahrzeuge in Europa, China und den USA durch.
Die Tests für den i3 hatten laut BMW am 21., 22. und 26. August stattgefunden. Am Tag der Festnahme der P3-Techniker habe BMW aber "weder einen Test durchgeführt noch in Auftrag gegeben". Der französischen Tageszeitung "Le Figaro" lag ein BMW-Schreiben an Bolloré-Chef Vincent Bolloré vor. In diesem bittet der für Frankreich zuständige Konzernvertreter um Verzeihung für die nicht angemeldeten Tests.
Autolib' gilt als ein weltweites Vorzeigeprojekt für Elektromobilität. Ende 2013 sollen im Großraum Paris 3000 sogenannte Bluecars und 6600 Ladestationen verfügbar sein. Die Fahrzeuge haben laut Bolloré eine Reichweite von 250 Kilometern.
max/dpa/AFP
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
- alles aus der Rubrik Wirtschaft
- Twitter | RSS
- alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
- RSS
- alles zum Thema BMW
- RSS
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Plus neun Prozent: BMW macht deutlich mehr Gewinn (01.08.2013)
- Absatzboom in Asien und Amerika: BMW eilt Daimler davon (08.07.2013)
- Weltpremiere BMW i3: Der Würfel muss gefallen (29.07.2013)
- E-Mobil von BMW: Reithofers riskante Zukunftsstrategie (14.05.2013)
für die Inhalte externer Internetseiten.
MEHR AUS DEM RESSORT WIRTSCHAFT
-
Börsen
Dax, Dow, Nikkei und Ihr persönliches Portfolio: Die Weltbörsen im Überblick -
Gehalt-Check
Brutto-Netto-Rechner: Berechnen Sie Ihr Gehalt -
Konjunktur
Alle wichtigen Wirtschaftsdaten: Arbeitslosigkeit, Brutto-
inlandsprodukt und Inflation -
Finanztest
Im Test: Finanztipps und mehr - was Sie als Verbraucher unbedingt wissen sollten -
Mehr Wirtschaft
Die Angebote von manager-magazin.de und harvardbusiness
manager.de
