BMW-Großaktionäre Quandt-Erben kassieren eine Milliarde Euro Dividende

Der Milliardengewinn von BMW zahlt sich auch für die Großaktionäre Stefan Quandt und Susanne Klatten aus. Die Geschwister bekommen eine üppige Ausschüttung. Auch die Belegschaft profitiert.

Susanne Klatten, Stefan Quandt
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Susanne Klatten, Stefan Quandt


Die Geschwister Stefan Quandt und Susanne Klatten erhalten von BMW Chart zeigen in Kürze 1,1 Milliarden Euro aufs Konto. Hintergrund: Der Autokonzern hat im vergangenen Jahr 8,7 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Nach dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat sollen 30 Prozent davon als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Stefan Quandt besitzt 25,8 Prozent der Stammaktien und erhält nach der Hauptversammlung 622 Millionen Euro, seine Schwester Susanne Klatten bekommt für ihre 20,9 Prozent der Anteile 504 Millionen Euro.

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Auch das Management profitiert von den Geschäftszahlen: Vorstandschef Harald Krüger bekommt für seine Arbeit zehn Prozent mehr Einkommen - seine Vergütung wurde auf 8,3 Millionen Euro erhöht. Und BMW zeigt sich auch gegenüber den gut 80.000 Mitarbeitern in Deutschland großzügig und zahlt jedem Facharbeiter 9455 Euro Erfolgsbeteiligung.

Auf der Jahresbilanzpressekonferenz gab der Konzern seine Ziele für das laufende Jahr bekannt. BMW will bis zu sieben Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Trotz dieser hohen Ausgaben für Technik und neue Modelle will der Autobauer mindestens so viel erwirtschaften wie 2017. Vergangenes Jahr betrug das Vorsteuerergebnis 10,7 Milliarden Euro.

BMW-Entwicklungschef bestreitet absichtliche Abgas-Manipulation

Die Abgas-Razzia der Münchner Staatsanwaltschaft war auf der Pressekonferenz nur am Rande ein Thema. Am Dienstag hatten rund 100 Beamte Räume in der Konzernzentrale, im Forschungs- und Innovationszentrum in München und im Dieselmotorenwerk im österreichischen Steyr durchsucht und eine große Zahl von Dokumenten sichergestellt.

Die Ermittler hegen den Verdacht, dass BMW ähnlich wie der Volkswagen-Konzern eine spezielle Software verwendet hat, die nur dann die volle Reinigungsleistung der Abgasanlage aktiviert, wenn sich der Wagen auf einem Prüfstand befindet. Im Alltagsbetrieb wird die leistungshemmende Abgasreinigung dann wieder heruntergeregelt. Es gehe um einen Betrug in etwa 11.400 Fällen, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dabei handelt es sich offensichtlich um die Autos der Baureihen 5 und 7, für die BMW im Februar eine Rückrufaktion gestartet hatte.

Entwicklungschef Klaus Fröhlich wies den Verdacht der absichtlichen Manipulation vehement zurück. Die Software in den betreffenden Autos sei ab 2014 mit einem Software-Paket ausgeliefert worden, das einzelne Module enthielt, die für andere Modelle bestimmt waren. Die Software habe das Abgasverhalten auf dem Prüfstand wie auf der Straße gleichermaßen verändert. Ein Fehler, der Anlass zu einem Rückruf gegeben habe, aber keinen Betrug darstelle. Wie es zu dem Fehler kommen konnte, erklärte Fröhlich jedoch nicht. Für alle weiteren Fragen in diesem Zusammenhang sei die Staatsanwaltschaft München zuständig. Dort hieß es lediglich, die Ermittlungen stünden noch ganz am Anfang.

mmq/mik/Reuters/dpa



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