Neuer Produktionsstandort BMW prüft erstes eigenes Werk in Russland

BMW erwägt, ein neues Werk in Russland zu bauen. Als ein möglicher Standort kommt Kaliningrad in Betracht. Die Investition würde Medienberichten zufolge mehrere Hundert Millionen Euro betragen.

BMW-Zentrale in München
DPA

BMW-Zentrale in München


BMW prüft den Bau eines ersten eigenen Werks in Russland. Als ein möglicher Standort kommt Kaliningrad in Betracht, das Gebiet an der Ostsee um das frühere Königsberg. Das teilte der Münchner Autohersteller mit, nachdem die russische Zeitung "Wedomosti" darüber berichtet hatte. BMW betrachte Russland als wachsenden Markt und überprüfe derzeit die "zukünftigen Tätigkeiten bezüglich eines Werks", hieß es in der Stellungnahme. Dem Zeitungsbericht zufolge würde die Investition mehrere Hundert Millionen Euro betragen.

BMW kooperiert in Russland seit 1999 mit dem Kaliningrader Auftragshersteller Awtotor, das Unternehmen baut nach Münchner Vorgaben BMWs für den russischen Markt. "Aufgrund der langjährigen Präsenz von BMW in Kaliningrad, des attraktiven Investitionsumfelds und der Pläne der lokalen Regierung, dieses noch weiter zu fördern, ziehen wir Kaliningrad als einen möglichen Standort für ein Werk in Erwägung", hieß es in der Stellungnahme.

Gespräche mit der Regionalregierung und Awtotor hat es demnach bereits gegeben, doch eine Entscheidung ist noch nicht gefallen: "Die BMW Group beobachtet die Marktsituation und die regulatorischen Rahmenbedingungen genau."

Die russische Wirtschaft erholt sich derzeit von einer tiefen Krise, die der Verfall der Ölpreise und westliche Sanktionen nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim ausgelöst hatten.

hej/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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medwediza 09.10.2017
1. Das Gegenteil ist der Fall
Bis vor rund zehn Jahren war Russland ein einigermaßen verlässlicher Wirtschaftsstandort. Dann begann Putin sein Groß- und Allmachtsfantasien umzusetzen - und dann war's vorbei mit verlässlich. Enteignungen, Zwangsverkäufe, fadenscheinige Gerichtsurteile gegen ausländische Investoren usw. usw. Worauf viele der deutschen Firmen, die hunderte von Millionen investiert hatten, wieder abzogen. Fragen Sie mal diejenigen, die dort gearbeitet (aber nicht nur vorübergehend), die Firmen gegründet und investiert haben. Von dem Aufbruch und der Entwicklung des Russland von um die Jahrtausendwende ist kaum noch etwas übrig. Sie scheinen keinen blassen Schimmer von diesem Land zu haben. Waren Sie überhaupt je mal dort? Sieht mir nicht danach aus. Auch von der Politik wissen Sie Null und Nichts: die rechten Hetzer werden in Russland seit jeher gehätschelt und gepflegt, solange sie Putin nicht kritisieren. Die rechtsextreme LDPR ist seit vielen Jahren im russischen Parlament vertreten. Deren Vorsitzender wurde bereits vier Mal zum stellvertretenden Duma-Vorsitzenden gewählt.
Überfünfzig 09.10.2017
2. Ist doch ein kluge Entscheidung!
Betrachten wir doch mal das zukünftige Umfeld für eine Autoproduktion in Deutschland. Immer unrealistische Abgasgrenzwerte, daraus resultierend die steigende Hetze gegen den Verbrennungsmotor, fortlaufende Erhöhung der Stromkosten in der Produktion, weitere Sozialkostenerhöhung auch auf der AG-Seite denn, seit 2015 werden sich jedes Jahr die Sozialkosten um den Wert 200.000 mal X weiter erhöhen, die die Kosten der Arbeitsstunde noch weiter nach oben schrauben werden. Also logisch, Verlagerung in die Märkte wo man mit Verbrenner und großvolumigen Luxusfahrzeugen noch Gewinne generieren kann und in Deutschland vielleicht nur noch eine gesundgeschrumpfte E-Mobil-Rumpfproduktion für den saturierten Wohlstandpensionär, der Grün wählt und bis zur seiner Endlagerung, der Wirtschaftsstandort Deutschland egal sein kann.
medwediza 10.10.2017
3. Lesen Sie den Artikel nochmals
Zitat von ÜberfünfzigBetrachten wir doch mal das zukünftige Umfeld für eine Autoproduktion in Deutschland. Immer unrealistische Abgasgrenzwerte, daraus resultierend die steigende Hetze gegen den Verbrennungsmotor, fortlaufende Erhöhung der Stromkosten in der Produktion, weitere Sozialkostenerhöhung auch auf der AG-Seite denn, seit 2015 werden sich jedes Jahr die Sozialkosten um den Wert 200.000 mal X weiter erhöhen, die die Kosten der Arbeitsstunde noch weiter nach oben schrauben werden. Also logisch, Verlagerung in die Märkte wo man mit Verbrenner und großvolumigen Luxusfahrzeugen noch Gewinne generieren kann und in Deutschland vielleicht nur noch eine gesundgeschrumpfte E-Mobil-Rumpfproduktion für den saturierten Wohlstandpensionär, der Grün wählt und bis zur seiner Endlagerung, der Wirtschaftsstandort Deutschland egal sein kann.
BMWs werden in Kaliningrad seit 1999 produziert. Von Avtotor (steht im Artikel). Jetzt will man das offenbar mit einem eigenen Werk machen. Mit den Verhältnissen in Deutschland hat das nichts zu tun, zumal in Kaliningrad nur für den russischen Markt produziert wird. So wie bisher. Also nichts Neues - Ihr Aufreger ist nur heiße Luft.
vipclip 10.10.2017
4. dachte es gibt Sanktionen?
oder gelten nicht für die Autoindustrie?
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