Mutmaßlicher Diesel-Betrug Staatsanwaltschaft durchsucht BMW-Zentrale

Die Staatsanwaltschaft hat die BMW-Zentrale durchsucht und Ermittlungen wegen Betrugsverdachts eingeleitet. Etwa 11.400 Dieselautos sollen gezielt mit falscher Abgas-Software ausgestattet worden sein. BMW bestreitet das.

BMW-Zentrale in München
AFP

BMW-Zentrale in München


Die Staatsanwaltschaft München hat die BMW-Zentrale in München wegen des Anfangsverdachts einer unzulässigen Software zum Abschalten der Diesel-Abgasreinigung durchsucht. An der Aktion in München und an einem Standort in Österreich seien insgesamt etwa hundert Beamte beteiligt gewesen, teilte die Behörde am Dienstag mit. BMW bestätigte das.

"Es besteht der Anfangsverdacht, dass die BMW AG eine prüfstandsbezogene Abschalteinrichtung verwendet (hat)", teilten die Strafverfolger mit. Sie hätten am 27. Februar ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen Betrugsverdachtes eingeleitet. Schon länger ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Abgasbetrugsverdachts auch gegen die Volkswagen-Tochter Audi. Die Ermittler in beiden Verfahren tauschten sich aus, erklärte ein Insider. Bei VW standen am Dienstag ebenfalls erneut die Fahnder vor der Tür. Grund für die Durchsuchungen war der Verdacht auf Marktmanipulation.

BMW streitet Vorsatz ab

Es geht um 11.400 Fahrzeuge, von denen seit Wochen bekannt ist, dass sie höhere Abgaswerte aufweisen als erlaubt. Der Autobauer erklärt das bislang mit einem Irrtum: Bei internen Tests sei festgestellt worden, dass eine korrekt entwickelte Software irrtümlich den falschen Modell-Versionen zugeordnet worden sei. Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt, aber irrtümlich auch auf zwei 5er- und 7er-Modelle aufgespielt worden. Dort funktioniere die Abgasreinigung dann nicht mehr korrekt. "Unverändert geht die BMW Group davon aus, dass es sich bei dem Vorfall um eine fehlerhafte Software-Zuordnung handelt und nicht um eine gezielte Manipulation der Abgasreinigung", teilte BMW mit.

Die betroffenen Modelle M550d xDrive und 750d XDrive sollten BMW zufolge nach Genehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt zurückgerufen und mit der korrekten Software ausgestattet werden. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, die Ermittlungen "stehen erst ganz am Anfang".

BMW hat für Mittwoch zur Jahrespressekonferenz eingeladen. Dort will Vorstandschef Harald Krüger einen Ausblick für das laufende Jahr geben. Die Eckzahlen für das vergangene Jahr hat BMW bereits mitgeteilt.

cop/dpa/Reuters



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