Abgasskandal Verkehrsministerium lässt Vorwürfe gegen BMW prüfen

Die Deutsche Umwelthilfe wirft BMW vor, bei der Abgasreinigung manipuliert zu haben. Der Autobauer weist das zurück. Nun hat sich das Bundesverkehrsministerium eingeschaltet.

BMW-Zentrale in München
DPA

BMW-Zentrale in München


Der Dieselskandal hat BMW erreicht: Das Bundesverkehrsministerium lässt Vorwürfe gegen den Autobauer prüfen, Abgase nicht ausreichend zu reinigen. Zuvor hatten die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das ZDF-Magazin "Wiso" dem Konzern vorgeworfen, eine illegale Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung zu verwenden. Das Bundesamt sei "unmittelbar nach Bekanntgabe der Vorwürfe" beauftragt worden, ihnen nachzugehen, teilte das Ministerium mit.

BMW weist das zurück und spricht von einer "gezielten Kampagne". Außerdem beruft sich der Konzern auf Tests des TÜV Süd und des Kraftfahrt-Bundesamts. Der TÜV Süd warf seinerseits der Umwelthilfe Schlamperei beim Test vor.

Konkret geht es bei den Vorwürfen um einen BMW 320d aus dem Jahr 2016, der nach Darstellung von Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch auf der Straße auch bei alltäglichem Fahrverhalten deutlich mehr gesundheitsschädliche Stickoxide ausstoßen soll als erlaubt. Die DUH veröffentlichte eigene Messergebnisse. Resch sagte, es bestünden "sehr starke Indizien für das Vorhandensein einer Abschalteinrichtung", die schon im "mittleren Drehzahlbereich" im alltäglichen Fahrbetrieb die Abgasreinigung herunterregle. Das sei aus DUH-Sicht nicht mit dem Schutz des Motors begründbar und damit rechtlich nicht zulässig.

Resch forderte eine Überprüfung der BMW-Fahrzeuge. Sollten die Autos über eine Schummelsoftware verfügen, müsse das KBA ihnen die Typgenehmigung entziehen und alle betroffenen Fahrzeuge zurückrufen. Außerdem beantragte er beim Verkehrsministerium die Veröffentlichung aller amtlich bekannten Abschalteinrichtungen bei Diesel-Pkw unterschiedlicher Hersteller.

BMW hatte im Zuge des VW-Abgasskandals stets betont, sich an die Regeln zu halten. Auch jetzt teilte der Autobauer mit, dass Fahrzeuge von BMW grundsätzlich den gesetzlichen Vorschriften entsprächen und nicht manipuliert seien.

asc/dpa



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