Abgasskandal Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen BMW

Erst das Verkehrsministerium, nun die Strafverfolger: Die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit den Abgas-Vorwürfen gegen BMW. Der Autobauer weist die Vorwürfe zurück.

BMW-Zentrale in München
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BMW-Zentrale in München


Im Abgasskandal ist nun BMW ins Visier der Ermittler geraten: Die Münchner Staatsanwaltschaft teilte mit, sie habe "aufgrund der Berichterstattung ein Vorprüfungsverfahren eingeleitet". Zuvor hatten die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das ZDF-Magazin "WISO" dem Konzern vorgeworfen, eine illegale Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung zu verwenden.

Der Autobauer weist die Vorwürfe zurück. Ein BMW-Sprecher sagte, der Konzern sei "nach wie vor zu 100 Prozent überzeugt", dass das von der DUH getestete Fahrzeug allen Anforderungen entspreche. Die Messungen des Umweltverbands hatten bereits das Bundesverkehrsministerium veranlasst, den Vorwürfen nachzugehen. Es beauftragte das Kraftfahrtbundesamt mit der Prüfung.

Die Münchner Staatsanwaltschaft prüft nun nach eigenen Angaben, ob genügend Verdachtsmomente vorliegen, um ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.

Die Umwelthilfe, die sich im VW-Dieselskandal und im Kampf gegen Dieselabgase in Städten engagiert, hatte die Abgaswerte eines BMW 320d im realen Betrieb auf der Straße messen lassen und dabei deutliche Schwankungen festgestellt: Während das Fahrzeug laut DUH auf dem Prüfstand den Stickoxid-Grenzwert der Euro-6-Norm einhielt, waren die Emissionen auf der Straße um das bis zu 7,2-fache höher. Ursache für diese Werte sei vor allem, dass die Abgasrückführung unter bestimmten Bedingungen teilweise praktisch abgeschaltet werde, teilte die DUH mit.

BMW hielt dagegen, in dem Test der Umwelthilfe seien bewusst untypische Fahrweisen im Randbereich erzwungen worden, um "plakative Emissionswerte" zu konstruieren. Der Autobauer kündigte an, sich gegen "falsche Berichterstattung" mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu wehren. Ob die Münchner juristisch gegen die DUH vorgehen, blieb zunächst offen. Der BMW-Sprecher sagte lediglich, der Konzern prüfe derzeit seine Möglichkeiten.

asc/dpa



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