Abgasaffäre US-Umweltbehörde will auch BMWs und Daimler testen

Bislang sind Abgasmanipulationen nur bei Autos des Volkswagen-Konzerns bekannt. Nun nimmt die US-Behörde EPA Modelle von anderen Autoherstellern unter die Lupe.

BMW-Zentrale in München: Unterstützung angekündigt
AFP

BMW-Zentrale in München: Unterstützung angekündigt


Die Abgasaffäre bei Volkswagen hat Folgen für andere deutsche Autobauer. Nachdem die amerikanische Umweltbehörde EPA in der vergangenen Woche bereits schärfere Tests angekündigt hatte, will sie nun auch die Fahrzeuge von BMW und Daimler auf Manipulationen bei den Abgaswerten überprüfen. Entsprechende Pläne der EPA seien dem Unternehmen bekannt, sagte ein BMW-Sprecher. "Wir unterstützten das im Sinne von Transparenz und Erhalt von Vertrauen."

Zuvor hatte die "Financial Times" berichtet, dass die EPA auch andere Automarken in den USA teste. Von den Überprüfungen seien mehr als zwei Dutzend Modelle von BMW, Chrysler, General Motors, Landrover und Daimler Chart zeigen betroffen. Die EPA hatte vor zwei Wochen Dokumente zu den Abgasmanipulationen veröffentlicht und damit den Skandal ans Licht gebracht.

In einem auf den 25. September datierten Schreiben richtet sich die EPA pauschal an alle Hersteller und weist darauf hin, dass bald neue Test anstünden. Damit solle überprüft werden, ob möglicherweise Manipulationssoftware verwendet wird.

Ein Daimler-Sprecher sagte, man habe Kenntnis von einer EPA-Mitteilung über weitere Prüfungen. Dies sei insofern ein normaler Vorgang, weil es nur eine Art Rundschreiben und nicht explizit an Daimler gerichtet gewesen sei. Ob die EPA Mercedes-Autos testen werde, sei unklar. Auch Daimler kündigte an, die US-Behörden zu unterstützen.

BMW hatte bereits kurz nach Bekanntwerden des Abgasskandals mitgeteilt, selbst keinerlei derartige Manipulationen betrieben zu haben. "Nachdem wir uns immer an Vorschriften und Regeln gehalten haben, gehen wir davon aus, dass uns keine negativen Überraschungen erwarten", sagte der Sprecher nun. Falls die Behörde Autos von BMW zu Testzwecken benötige, würden diese zur Verfügung gestellt.

Erklärvideo: So merkt das Auto, dass es geprüft wird

SPIEGEL ONLINE

brk/dpa

insgesamt 48 Beiträge
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Christian Guenter 02.10.2015
1. BMW und Daimler
haben eine großzügige Spende an die CDU gemacht. Unwahrscheinlich das in Deutschland gegen diese Unternehmen strafrechtlich etwas unternommen wird. Die Abgaswerte bei BMW sollen ja das 40-fache der Testwert im regulärem Fahrbetrieb haben. Alles normal!
raber 02.10.2015
2. Nur VW und Audi mit Dirty-Diesel?
Das ist der richtige Ansatz seitens EPA. Warum sollten andere deutsche Hersteller sauberer als VW sein. Hoffentlich entsprechen die Firmenangaben mit denen der Testergebnisse überein.
haraldtaeubner 02.10.2015
3.
Denke schon dass die da fündig werden - kochen doch alle nur mit Wasser.... Die PS-Geilheit will befriedigt werden - da kann der eine oder andere "Kunstgriff" nicht schaden.
Skakesbier 02.10.2015
4. Bewußte Irreführung?
Der - scheinbar - informative Titel erwähnt lediglich zwei deutsche Auto-Konzerne. Daß es sich um ein Rundschreiben (!) an diverse Autobauer wie auch GM und Chrysler handelt, erfährt man erst viel später. Verwunderlich übrigens, daß die Amis die Fahrzeuge der größten Dreckschleuder, nämlich der im chinesischen Besitz befindlichen VOLVO (irgendso'ne Karre von denen übertraf im Betrieb den zulässigen Abgas-Höchstwert um das 14,9fache und hält damit einen traurigen Weltrekord), anscheinend nicht zu untersuchen gedenken. Was denken wir uns denn dabei?
hdudeck 02.10.2015
5. So weit ich mich erinnere,
Zitat von Christian Guenterhaben eine großzügige Spende an die CDU gemacht. Unwahrscheinlich das in Deutschland gegen diese Unternehmen strafrechtlich etwas unternommen wird. Die Abgaswerte bei BMW sollen ja das 40-fache der Testwert im regulärem Fahrbetrieb haben. Alles normal!
bezogen sich die 40% mehr bei BMW auf den Verbrauch und nicht die Abgaswerte. Die Abgaswerte waren so weit OK, nur am Berg waren diese leicht erhoeht.
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