Autonomes Fahren Deutsche Autoindustrie plant Megabündnis

Deutsche Autohersteller und Zulieferer loten nach Informationen des manager magazins eine Zusammenarbeit beim autonomen Fahren aus. Antreiber des Projekts ist VW-Chef Diess.

VW-Chef Herbert Diess (Archivbild)
REUTERS

VW-Chef Herbert Diess (Archivbild)


Die deutsche Autoindustrie arbeitet an einer Allianz für autonomes Fahren. Führende Hersteller und Zulieferer prüfen nach Informationen des manager magazins, ob und wie sie gemeinsam ein System für computergelenkte Autos entwickeln könnten. Beteiligt an den Gesprächen sind unter anderem die Unternehmen Volkswagen, BMW und Daimler, dazu die Zulieferer Bosch und Continental.

Das Bündnis solle offen für andere Hersteller und Technikkonzerne bleiben, hieß es bei beteiligten Konzernen. Die zentralen Antreiber seien Volkswagen-Chef Herbert Diess und BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich.

Bislang war nur bekannt, dass es zu dem Thema Gespräche zwischen BMW und Daimler gibt. Die Unternehmen prüfen offenbar eine Zusammenlegung der Entwicklungsaktivitäten und könnten sich sogar Patente offenlegen. Auch beim Thema Batteriezellen für Elektroautos wollen die Autobauer zusammenarbeiten, Daimler will ebenso wie BMW seine Energiespeicher von CATL beziehen.

Die beiden Autobauer sind eigentlich harte Konkurrenten, es gibt jedoch gute Gründe für eine Zusammenarbeit: Autonom fahrende Roboterautos könnten das Geschäftsmodell der beiden Premiumhersteller stark bedrohen, dazu kämpfen sie mit stagnierenden Absätzen, schrumpfenden Gewinnen und Aktienkursen im Dauertief.

Konzernchefs wollen bis März über Allianz entscheiden

Die nun geplante Allianz wäre aber deutlich größer. Die Konzernchefs der beteiligten Unternehmen wollen demnach im März über das Bündnis entscheiden. Bis dahin arbeiten hochrangige Arbeitsgruppen an den Details, heißt es in den Unternehmen. Dabei gehe es zum Beispiel darum, welche Technik als Basis genommen werden und wer in dem Bündnis welche Rolle übernehmen soll.

Bisher haben sich die Autobauer und Zulieferer im Bereich des autonomen Fahrens nur vereinzelt zusammengeschlossen: BMW arbeitet mit Intel und Fiat Chrysler und investierte Milliarden in die Entwicklung eines autonom fahrenden Fahrzeugs, das 2021 auf Autobahnen längere Strecken ohne Fahrer auskommen kann. Daimler kooperiert für ein ähnliches Projekt mit Bosch.

Volkswagen will gemeinsam mit Ford bei der Zukunft der Elektromobilität eng zusammenarbeiten. Dabei geht es zunächst um die gemeinsame Entwicklung von Transportern und Pick-ups, später soll der Bund auf selbstfahrende Autos, Mobilitätsdienste und Elektroautos ausgeweitet werden.

mm/kko



insgesamt 19 Beiträge
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Ein_denkender_Querulant 23.01.2019
1. Guter Ansatz
Überall ist viel Wissen vorhanden, VW arbeitet seit 20 Jahren an dem Thema, selbst Zulieferer wie Bosch und Continental arbeiten an .Lösungen. Zusammen geht es schneller, gibt einen einheitlichen Standard und der Gesetzgeber wird schenller zu überzeugen sein. Solange es kein Moloch eines Joint Venture wird, zu groß, zu langsam und zu detailverliebt, dann kann etwas großes heraus kommen. Wichtig wird ein gemeinsamer Standard zur Kommunikation zwischen Autos. Genau damit wird vieles sicherer. Denn jedes Auto sieht andere spielende Kinder und kann die vorsichtig zu umfahrende Stelle melden, Viel Erfolg! Ich freue mich auf entspanntes Fahren als Co-Pilot
whopper 23.01.2019
2. Man kann die Angst vor der Zukunft spüren
das Kind ist schon mehr als in den Brunnen gefallen und sie wissen es. Die Allianz ist wichtig und richtig doch leider auch viel zu spät und sofern nicht umfassend entkoppelt und ausgestattet wird sie vom 20jhd ausgebremst.
Spiegelpfau 23.01.2019
3. Abstimmung
Ein Abstimmen, ähnlich wie beim V2X, ITS, DSRC, und SAE halte ich für sinnvoll. Eine Entwicklungszusammenarbeit per se, ist sicher nicht nötig, da sind die Hersteller bereits viel zu weit in der Entwicklung vorangeschritten. Kosten durch Vermeiden von Fehlentwicklungen zu sparen, kann ich verstehen.
_derhenne 23.01.2019
4.
Das ist ein logischer Schritt. Das "Autonome Fahren" dürfte schließlich die einzige Chance für unsere Automobilunternehmen sein, den motorisierten Individualverkehr künstlich am Leben zu erhalten. Dann können sie weiter ihre Kisten bauen wie gehabt, nur eben erweitert um die KI. Eine Zukunft mit realistischen und sinnvollen Modellen für Mobilität sähe für die Autohersteller ja eher düster aus.
newlife2.0 23.01.2019
5. Klares Ja
Google´s Waymo und andere arbeiten mit Mrd. Budgets an einem "Betriebssystem" für Autos. Abgesehen von der denkbaren Marktmacht vgl. Android bei Smartphones einschließlich der Analogie "Ein Betriebssystem - verschiedene Hardwareanbieter"; Die Vielzahl der heute im Auto nötigen Steuergeräte würden auf eines zusammenschrumpfen. Und das bei massiv sinkenden Kosten und gleichzeitig massiv steigender Funktionalität. Das zu Ende gedacht käme man wohl zu diesem Schluß. 1: Der Schritt erscheint modern und (über)fällig 2: Wer ihn nicht geht ist weg 3: Gehen kann man ihn aus Sicht der europäischen Automobilbauer nur gemeinsam, die Ökonomie zwingt sie.
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