Spielwaren Bobby-Car-Hersteller will Märklin übernehmen

Passt das Rutschauto zur Modelleisenbahn? Der Bobby-Car-Hersteller Simba Dickie will Märklin übernehmen. Das deutsche Traditionsunternehmen kann einen Investor gut gebrauchen, gibt sich aber noch zögerlich.

Kind auf einem Bobby-Car: Investor mit Herzblut gesucht
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Kind auf einem Bobby-Car: Investor mit Herzblut gesucht


Göppingen/Fürth - Der Bobby-Car-Hersteller Simba Dickie will den traditionsreichen Modelleisenbahnbauer Märklin übernehmen. Das Fürther Familienunternehmen habe eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben, sagte Simba-Dickie-Inhaber Michael Sieber. Zum Kaufpreis äußerte sich das Unternehmen nicht.

In den kommenden Wochen würden nun die Bilanzunterlagen geprüft, die Übernahmegespräche mit dem Märklin-Treuhänder Michael Pluta könnten dann im Februar oder März kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Märklin gab sich zunächst zurückhaltend und bestätigte nur Gespräche mit einem potentiellen Investor. Der Modelleisenbahnbauer war 2009 in die Insolvenz gerutscht, schaffte die Sanierung aber aus eigener Kraft.

Das Unternehmen gehört seither insgesamt 1350 Gläubigern und braucht früher oder später einen neuen Besitzer. "Die Dringlichkeit, da etwas zu tun, besteht nicht", sagt Märklin-Geschäftsführer Stefan Löbich. "Wenn es Unternehmen gibt, die an Märklin Interesse haben, dann können wir unsere Sache ja nicht so falsch gemacht haben."

Der Treuhänder Michael Pluta, früher Insolvenzverwalter bei Märklin, begleitet den Investorenprozess. Laut Beobachtern weiß er genau, was er von einer Übernahme erwartet: Der Kaufpreis müsse stimmen, das Unternehmen groß genug sein, um eine Zukunftsperspektive bieten zu können, und der Investor sollte viel Herzblut haben.

Simba-Dickie-Inhaber Sieber sagte, er wolle mit der Übernahme die Marke Märklin sowohl für Kinder als auch für Sammler von Modelleisenbahnen wieder attraktiv machen. Und auch in Sachen Unternehmensgröße müsste der Bobby-Car-Hersteller punkten können: Mit einem Umsatz von 620 Millionen Euro im vergangenen Jahr ist die Gruppe hinter Mattel (USA) und Lego (Dänemark) der drittgrößte Hersteller auf dem deutschen Markt. Zum Konzern gehören außer den Bobby Cars Spielautos von Schuco, Puppen von Simba sowie weitere Spielzeugmarken.

sun/dpa/dapd



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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
j-d 14.11.2012
1. hehe
Das ist doch super! Dann gibt´s bald Rutschlokomotiven in diversen Varianten, und Märklin Modelleisenbahnen für Kleinkinder im Booby-Car-Look.....läuft.. ;-)
Moewi 14.11.2012
2.
Zitat von j-dDas ist doch super! Dann gibt´s bald Rutschlokomotiven in diversen Varianten, und Märklin Modelleisenbahnen für Kleinkinder im Booby-Car-Look.....läuft.. ;-)
Wobei "Booby-Car" doch eher für grössere Kinder spricht...;o)
Connor Larkin 14.11.2012
3. Bischen falsche Darstellung
Genau genommen ist BIG der Hersteller der Bobby-Cars, BIG wurde 2004 von Simba-Dickie gekauft. Simba war schon davor ein großer Spielwarenkonzern.
holzhörnchen 14.11.2012
4. Auslaufmodel - Bahn???
in diversen Moba Foren sind die Pickelbahner schon am schnappatmen vor Angst um ihr Spielzeug.Im großen und ganzen ist es mit der Modelbahn mittlerweile wie mit Briefmarken, ein Hobby für ältere Herren dem der Nachwuchs fehlt.Kids locken die Loks nicht mehr hinterm Ofen hervor, von der nichtmehrfinanzierbarkeit, dank maßloser Preispolitik gar nicht erst zu reden.Von daher sehe ich für die Branche eher schwarz, nicht nur für Märklin.
kazookie 14.11.2012
5. Ja, Auslaufmodell
Ja, Holzhörnchen, das sehe ich leider genauso. ich bin 35, und ich konnte mir früher in den achzigern und neuzigern noch hin und wieder etwas für meine Spur-N-Bahn leisten. Mal ne kleine Rangierlok, mal gebrauchte Wagen, mal ein paar Schienen. Leider sind Mitte der neunziger (Gefühlt) die Preise derart abgeflogen, dass ich es aufgegeben habe. ich wollte ab meinem 6. Geburtstag immer eine BR 52 Dampflok haben und habe gespart. ich hab sie bis heute nicht. Beim ersten Kucken war sie so um die 130 Mark teuer. Erreichbar. Bei knapp 300 Mark habe ich aufgegeben. Und auf Flohmärkten konnte man bald auch nichts mehr ergattern, da die Papas mit wachen Augen hinter den Kleinen standen und die Preise überwachten. Trotzdem wars schön damals !
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